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16.07.2019

Ketz will wieder Interesse an politischer Arbeit wecken

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Mit etwa 150 Gästen war das Zelt nicht ganz gefüllt.

Bei der Echsheimer CSU spannt Ministerin den Bogen von Bayern zum Bund. Zwei Gründungsmitglieder geehrt

Im Beisein zahlreicher Ehrengäste feierte der CSU-Ortsverband Echsheim am Freitag seinen 50. Geburtstag. Mit Josef Kramer und Leonhard Wenninger wurden an diesem Abend zwei Gründungsmitglieder geehrt.

Hatte der CSU-Ortsverband Echsheim mit dem heutigen Ministerpräsidenten Markus Söder als Hauptredner schon zum 40-jährigen Bestehen hochkarätigen Besuch, so gelang es dem Vorsitzenden Mirko Ketz erneut, für hohen Besuch zu sorgen: Zum 50. kam am Freitagabend die Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Kerstin Schreyer. Unter den Gästen waren auch Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange, Altlandrat Christian Knauer, Bezirksrat Tomas Zinnecker sowie Altbürgermeister Hans Schmuttermeier und Gemeinderäte.

Stolz, Demut und Freude erfülle ihn an diesem Abend, so Mirko Ketz. Im Gründungsjahr 1969 habe zwar die Große Koalition die Bundestagswahl verloren, aber Ministerpräsident Alfons Goppel in Bayern erneut die absolute Mehrheit für die CSU erreicht und in dieser Zeit die Weichen für die weitere Entwicklung des Freistaates gestellt. Heute sei Bayern eine der modernsten Regionen Europas, die dennoch ihre Traditionen bewahrt.

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Da das Schriftführerbuch aus den Gründungstagen der Echsheimer CSU abhandengekommen ist, ist aus dieser Zeit nur wenig zur politischen Arbeit bekannt. Bis zur Eingemeindung in den Markt Pöttmes stellte man jedoch mit Michael Stadler und Georg Bissinger den Bürgermeister und seinen Stellvertreter. 1976 wurde sogar ein Ortsverband der Jungen Union (JU) gegründet, allerdings ging das Interesse an politischer Arbeit wieder verloren.

Hier sieht Ketz eine große Aufgabe für die Zukunft, auch in einer homogener gestalteten Mitgliederstruktur. Ende der 1980er-Jahre kam es in Pöttmes mit der Gründung der CWG zur Aufspaltung des christlichen Lagers und damit zu Mitgliederverlusten. Erst seit 1998 ist die Echsheimer CSU wieder im Pöttmeser Gemeinderat vertreten; aktuell mit Klaus Kopold und Mirko Ketz.

Zu den anstehenden Kommunalwahlen sprach Ketz von den großen Herausforderungen Kinderbetreuung, Digitalisierung, Mobilfunk, Straßen- und Kanalausbau, Altersstruktur und Ökologie. An die Ministerin gerichtet erbat er finanzielle Unterstützung für diese Aufgaben.

Ministerin Kerstin Schreyer dämpfte diese Begehrlichkeiten: im Doppelhaushalt seien 800 Millionen Euro an Förderprogrammen beschlossen – das müsse vorläufig genügen. Sie spannte den Bogen von Bayern bis hin zur Bundespolitik. Das Erziehungsgeld helfe Familien, für sich zu entscheiden, ob Kita oder zu Hause bleiben, die Rente müsse gerecht, aber finanzierbar sein, bei der Kinderbetreuung müssten die Öffnungszeiten flexibler werden. „Wie viel ist uns die Arbeit am Menschen wert?“ müsse man sich bei der Bezahlung fragen, auch beim Pflegepersonal.

In Berlin sieht sie den Koalitionspartner SPD auf dem absteigenden Ast, sogar in einem Selbstzerfleischungsprozess. Die AfD sei zuletzt aufgefallen durch das Sitzenbleiben von Ralf Müller bei der Gedenkminute für den ermordeten Walter Lübcke. Diese Respektlosigkeit gebe Anlass zur Sorge über Strömungen in unserem Land. Zu den Grünen sagte sie, es gebe aktuell keine grüne Politik, sondern nur fehlende inhaltliche Überzeugung. Sie schloss mit: „Wir machen nicht immer alles richtig, aber lassen Sie uns die Kräfte unterbinden, die unser Land umformen wollen zu einem Bayern, das wir nicht haben wollen.“ Sie trug sich in das Goldene Buch der Marktgemeinde ein, das Bürgermeister Franz Schindele mitgebracht hatte. Die Blaskapelle Pöttmes sorgte für Musik.

Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange und die Pöttmeser CSU-Vorsitzende Sissi Veit-Wiedemann lobten das Engagement und wünschten für die kommende Zeit Kraft und Energie zum Wohle der Bürger. Im Anschluss ehrte Vorsitzender Mirko Ketz mit Schreyer Josef Kramer, der zu den 14 Gründungsmitgliedern gehörte. Leonhard Wenninger war beruflich verhindert; seine Ehrung wird nachgereicht.

Hinter vorgehaltener Hand wird der Ortsvorsitzende Mirko Ketz bereits als Bürgermeisterkandidat der CSU für die Kommunalwahl gehandelt. Am Freitagabend gab es dazu mit dem Hinweis auf die Mitgliederversammlung am 16. September jedoch keine Neuigkeiten.

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