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Kiebitze statt A8-Zubringer im Wittelsbacher Land

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Kommentar Von Christian Lichtenstern
23.03.2019

Auf dem flachen Lechfeld bei Rehling und Mühlhausen sollen die seltenen Vögel einen Lebensraum finden.

Wissen Sie, wo im Wittelsbacher Land Kiebitze in ihrer angestammten Naturlandschaft brüten und ihren Nachwuchs großziehen könnten? Auf dem flachen Lechfeld zwischen Leite und Fluss, zum Beispiel bei Rehling und Mühlhausen. Betonung liegt auf könnte, denn dem herrlichen Wiesenbrüter wird seit Jahrzehnten permanent und gnadenlos jeder Lebensraum gestohlen, nicht nur für Gewerbehallen in Derching. Vor wenigen Jahrzehnten waren die Vögel hier noch zu Hause. Doch obwohl sie sich an die Veränderungen anpassen – es gibt ja kaum noch Wiesen – und mittlerweile auch auf Feldern brüten, werden nur noch 45 Paare gezählt – im ganzen Landkreis!

Da passt es wie die Faust aufs Auge, dass just wenige Tage nach der Vorstellung eines groß angelegten Brutplatz-Projekts für die stark gefährdeten Kiebitze im ganzen westlichen Landkreis der Bürgermeister der Nachbarstadt Gersthofen mit einem Verkehrs-Geistesblitz vorprescht. Mit einer Spange bei Langweid über den Grenzfluss durchs Lechfeld und einer Anbindung an die geplante Umfahrung in Mühlhausen – am besten vermutlich gleich drei- oder vierspurig – ließe sich der Dauerstau westlich des Lechs auf der mittlerweile schon wieder überlasteten B2 doch östlich zur A8-Auffahrt Augsburg-Ost ableiten. Noch besser gleich mit Anbindung bis zur Anschlussstelle in Derching und dann weiter auf der Augsburger Wunsch-Osttangente, damit die gesamte Stadt von Meitingen bis Königsbrunn flott umfahren werden kann – komplett im Wittelsbacher Land versteht sich!

Großer Vorteil: Dann geht’s endlich schneller von Nord nach Süd – zumindest die ersten eineinhalb Jahre nach der Eröffnung und die Kommunen können Logistik-Megahallen wie auf der anderen Flussseite ansiedeln. Klitzekleiner Nachteil: Bei uns sterben weitere Arten auf dem Lechfeld aus. Das Rebhuhn gibt’s schon nicht mehr. Feldlerche und Feldhase sind bedroht und der Kiebitz wird dann bald verschwunden sein. Zum Glück sind zumindest die Autobahnzubringer nicht im Bestand gefährdet.

Lesen Sie dazu unseren Artikel: Damit der Kiebitz im Wittelsbacher Land stolziert

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