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Betreuung

09.08.2016

Kinder bleiben auch nachmittags an der Schule

Es sind Ferien, wer denkt da schon an Schule? Das Schulamt, da die Weichen für das kommende Schuljahr gestellt werden und Neuerungen wie die Ganztagsbetreuung organisiert werden müssen.
Bild: Symbolfoto: Alexander Kaya

Nach den Sommerferien bieten die Grundschulen Adelzhausen-Tödtenried und Kühbach Offene Ganztagsgruppen an. Was Behörden und Schulleiter dazu sagen.

Acht Grundschulen im Wittelsbacher Land sind nach den Sommerferien Offene Ganztagsschulen, darunter Kühbach und Adelzhausen-Tödtenried. Bei den Mittelschulen gibt es diese Betreuung schon länger, unter anderem an der Geschwister-Scholl-Mittelschule in Aichach. Laut Manfred Zwerenz, Leiter des Staatlichen Schulamts Aichach-Friedberg, sind die Erfahrungen sehr positiv. Jetzt folgen Grund- und Förderschulen.

Zwerenz verweist auf die veränderte Arbeitswelt und den steigenden Anteil an Alleinerziehenden. „Das Bedürfnis nach Ganztagsbetreuung ist da“, sagt er. Das Förderzentrum Edith-Stein-Schule in Aichach nahm als eine von rund 300 Schulen an der Pilotphase seit Herbst 2015 teil. Zum neuen Schuljahr haben sich die acht Grundschulen beworben. An den vier Friedberger Grundschulen, die dabei sind, hat die Neuerung, wie berichtet, für Aufregung gesorgt. Einige Eltern störte, dass die Flexibilität der Mittagsbetreuung, die abgelöst wird, verloren geht.

Für den Offenen Ganztag, der staatlich gefördert wird, schreibt die Staatsregierung aber feste Zeiten vor. Schulrätin Carola Zankl hält das für sinnvoll. Für gute pädagogische Arbeit brauche man Verlässlichkeit. Das sei bei einem ständigen Kommen und Gehen nicht gegeben. Bei der Mittagsbetreuung sei das oft flexibler gehandhabt worden.

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An der Aichacher Mittelschule gibt es die Ganztagsschule – offen und gebunden – schon rund zehn Jahre. Laut Schulleiter Franz Negele ist man mit zwei verschiedenen Schlusszeiten Elternwünschen entgegengekommen. Aber auch er sagt: „Es geht nicht, dass jeder kommt und geht, wie er will.“ Man brauche eine bestimmte Zeit für die Hausaufgaben, und die Betreuung sollte eine gewisse Regelmäßigkeit haben.

Carola Zankl sieht zur Mittagsbetreuung durchaus Unterschiede. Der Offene Ganztag ist eine schulische Veranstaltung. Da die Schulleitung sowohl den Vormittag als auch den Nachmittag verantwortet, ist eine pädagogisch sinnvolle Verknüpfung dieser beiden Phasen möglich. Ein weiterer Punkt ist die Familienfreundlichkeit: Bis auf das Mittagessen ist der Offene Ganztag für die Eltern kostenlos. Vom pädagogischen Wert sei der Offene Ganztag ähnlich wie die Mittagsbetreuung. Die Kinder werden von Personal mit pädagogischer Qualifikation bzw. Erfahrung in der Erziehungs- und Jugendarbeit betreut. Man setze auch auf die bewährten Kräfte aus der Mittagsbetreuung. „Die braucht man“, so Zankl. Die Kommunen müssen im Offenen Ganztag für die Schülerbeförderung sorgen, also zum Beispiel Busfahrten organisieren.

Das ist in Kühbach der Fall. Dennoch, sagt Schulleiterin Manuela Grün, war der Offene Ganztag der Wunsch der Kommune. Diese wolle eine kostengünstige Betreuung für die Eltern bieten. Grün selbst hält den Ganztag für eine gute Sache. Die Eltern wüssten, dass ihren Kindern bis 16 Uhr ein sinnvolles Programm geboten wird. „Die Kinder können gemeinsam spielen und lernen und ihre Hausaufgaben machen.“ Durch die festen Zeiten gehe etwas Flexibilität verloren. „Das sehen manche Eltern auch durchaus als Nachteil“, sagt Grün. Der Schulbus entlaste sie wiederum.

Bei den schriftlichen Hausaufgaben sei es ein Vorteil, in der Schule zu sein. Vergessene Aufgaben, Bücher oder Hefte gibt es dann nicht. Das bestätigt der Aichacher Schulleiter Negele: „Das Problem, dass die Hausaufgabe nicht gemacht wird, wird etwas reduziert.“ Grün fügt hinzu: „Dass man zu Hause gar nichts mehr tun muss, ist illusorisch.“ Wie Negele berichtet, bedeutet der Offene Ganztag für die Schule mehr Aufwand. „Aber es geht darum, dass es gut für die Schüler ist.“ Für ihn spielt neben dem schulischen auch der soziale Aspekt eine Rolle. Beim Gebundenen Ganztag noch mehr als beim Offenen würden Rücksichtnahme und Teamgeist gefördert.

Die Grundschule Affing hat sich diesmal noch nicht für den Offenen Ganztag beworben. Rektor Karsten Weigl sagt, zum einen sei der Bedarf noch nicht da. Den Eltern reiche derzeit die Mittagsbetreuung. Diese ist bei der Schule in Containern sowie an den Kindertagesstätten in Bergen und Haunswies untergebracht. Zum anderen fehlten noch die Gebäude. Kürzlich hat der Gemeinderat, wie berichtet, einen Neubau für die Mittagsbetreuung beschlossen. Ob in diesem dann Mittagsbetreuung oder Offener Ganztag stattfindet, ist für Weigl zweitrangig. Die Bewerbung habe man deshalb nur verschoben.

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