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03.09.2019

Kinder „leben“ im Wald und in der Post

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Im großen Lagerraum des ehemaligen Postgebäudes in Pöttmes herrschte am Dienstagvormittag reger Spielbetrieb. Die KInderkrippe nahm ihren Betrieb auf und im Besein ihrer Eltern verbrachten die Kleinen ihren ersten Tag.

Betreuung Anfang der Woche sind in Handzell und Pöttmes zwei neue Einrichtungen in Betrieb gegangen. Im Waldkindergarten im Ortsteil toben mehr Jungs, in der Kinderkrippe in der früheren Post sind mehr Mädchen

Pöttmes/Handzell Not macht erfinderisch. So wird die Gemeinde Pöttmes nun dem seit Jahren andauernden Ansturm auf Kindergarten- und Kinderkrippenplätze Herr. Zwei Ideen konnten kurzfristig dank engagierter Zusammenarbeit realisiert werden: Bei Handzell ging der Waldkindergarten am Montag in Betrieb. Einen Tag später zogen die Krippenkinder in das Erdgeschoss der ehemaligen Pöttmeser Post an der Augsburger Straße ein.

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Vorerst zehn Kinder zwischen drei und sechs Jahre beleben den Waldkinderkindergarten, umgeben von drei Vollzeitbetreuerinnen und einer Halbtagskraft. Gruppenleiterin Meike Humbauer und ihre Kolleginnen waren zuvor im Kinderhaus Wurzelkinder tätig und verfügen dank Zusatzausbildungen über reichlich Erfahrung. Die Eingewöhnungszeit erfolgt in Kleingruppen im Beisein der Eltern, erklärt Humbauer. Ohne Geschrei und Weinen sei der erste Tag verlaufen, versichert sie. Kein Wunder, bei dem großen Angebot. Ein Vater hat eine tolle Freiluft-Holzküche gebaut, an der am Dienstag ein Sandkuchen gebacken wurde. „Das Tipi an der kleinen Anhöhe haben wir am Montag mit der ersten Gruppe gebaut“, sagt die Leiterin. Hinter einem Paravent am Waldrand ist die „Pippibox“, ein Freiluftklo, das die Kinder auf Anhieb sehr spannend gefunden hätten, so Humbauer.

Angefangen von der Küchenausstattung über die Aufbewahrungsboxen am Container bis hin zu den Hochbeeten aus Kartoffelkisten und den Holzbohlen im Schuppen stammt der Großteil der Bestände von Eltern oder Bekannten. Der Bauhof hat Obstbäume gepflanzt, das Betreuungsteam den Weidezaun angelegt. „Wir legen großen Wert auf Nachhaltigkeit“, betont die Leiterin. Die selbst gemachte Walduhr zeigt die Zeit an, ein Waldxylophon wartet auf Kundschaft, der Waldboden und die große Wiese wollen erforscht werden. Der Container dient nur bei extrem schlechtem Wetter als Unterschlupf. „Wir können bis zu maximal 19 Kindern aufstocken“, sagt Humbauer und fügt hinzu: „Bisher sind die Jungs in der Überzahl. Es dürften gerne noch ein paar Mädchen kommen.“ Interessenten können sich im Kinderhaus Wurzelkinder informieren.

In der Kinderkrippe an der Augsburger Straße in Pöttmes sind es vor allem kleine Mädchen, die ab 8 Uhr mit ihren Eltern einlaufen. Leiterin Diana Neumann und ihr siebenköpfiges Team kümmern sich derzeit um zwölf Kleinkinder zwischen einem und drei Jahren. Die Betreuungszeit reicht von 7 bis 17 Uhr. Die jetzige Kleingruppe ist im Erdgeschoss der ehemaligen Post untergebracht. Vom Eingangsbereich geht es in den geräumigen, mit Spielen, einer Rutsche und einer Kuschelecke ausgestatteten Aufenthaltsraum. Es ist Platz für die Sanitäranlagen und einen Ruheraum fürs Mittagsschläfchen. Das Frühstück richten die Betreuerinnen in der Küche her – später mit den Kindern. Neumanns Konzept bezieht die Sprachförderung und -entwicklung genauso mit ein wie die musikalische Betreuung. Die unterschiedlichen pädagogischen Ansätze seien dank der schwerpunktmäßigen Begabungen ihrer Teamkolleginnen perfekt abgedeckt, betont Neumann. Im noch nicht ganz fertig gestellten Außenbereich werden Spielgeräte installiert und eine Bobbycar-Rennstrecke angelegt. Dass die Krippe sozusagen auf den letzten Drücker in Betrieb gehen konnte, ist das Verdienst einer engagierten Gemeinschaft Betroffener. Das Betreuungsteam hat bis zuletzt geputzt und geschrubbt, die Mitarbeiter im Rathaus und die Handwerker waren zugange. Dritter Bürgermeister Thomas Huber hatte zigmal im Landratsamt und bei den Behörden vorgesprochen. „Es war eine hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten“, betonen Huber und Neumann. Sobald die Brandschutzauflagen für den ersten Stock erfüllt sind, wird hier eine zweite Krippen-Gruppe einziehen. In spätestens zwei bis drei Jahren soll die Krippe in einen Anbau am Kindergarten Spatzennest wechseln. „Die zuständigen Ämter sind mit den Planungen beauftragt“, so Huber.

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