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Versammlung

21.11.2018

Kinderbetreuung brennt Bürgern auf den Nägeln

Zuhörer in Axtbrunn geben Rathauschef Binder viele Hausaufgaben mit auf den Weg, darunter ihre Gemeindetafel

Mit den Worten „jetzt weiß ich wieder, was ich zu tun habe“, schloss Petersdorfs Bürgermeister Dietrich Binder seine zweite Bürgerversammlung, die am Montag im Vereinsheim der Almenrauschschützen stattfand. Knapp 60 Bürger und Gemeinderäte lauschten seiner Präsentation. Danach trugen mehrere Zuhörer ihre Anliegen vor.

Wie schon bei der Bürgerversammlung in Petersdorf am Donnerstag (wir berichteten) kam in Axtbrunn das Thema Kindergarten und Krippe auf den Tisch. Eine Bürgerin, die sich als Neu-Zugezogene und Mitglied des Elternbeirats bezeichnete, wünschte sich mehr Schlafplätze für die kleinen Kinder. Binder berichtete, welche Möglichkeiten bereits angedacht wurden: Eventuell könne der Hort zur Schule ziehen. Die Idee eines Anbaus könnte kippen, weil für die Pfarrjugend ursprünglich Platz im Keller reserviert wurde. Deswegen spielte Binder mit der Idee aufzustocken.

Auch eine Gruppe nach Aindling auszulagern, wenn dort ein Neubau entstünde, sei denkbar. Zudem habe er sich bereits mit der Option auseinandergesetzt, einen Waldkindergarten zu eröffnen, der mit viel weniger Auflagen verbunden wäre. Zumindest bei einem Zuhörer, der ebendiesen Vorschlag einbrachte, stieß er damit auf offene Ohren.

Woran es hakt, erklärte Binder deutlich: „Unsere Taschen sind – milde ausgedrückt – nicht sehr gefüllt.“ Er verwies auf anstehende Mammutprojekte wie Schulsanierung, Wasserversorgung und den schlechten Zustand der Straßen im Gemeindegebiet. Zudem sorge er sich, weil die Gemeinde viel Geld in die Erweiterung des Kinderhauses stecke, obwohl die Kinderzahlen rückläufig seien. Die Mutter hielt mit dem Verweis auf die jungen Familien im Baugebiet Am Weiglberg sowie mit der Tendenz, dass weitere Familien bauen würden, dagegen.

Eine weitere Zuhörerin merkte an, dass sich nicht nur die Altersstruktur im Kindergarten ändere, sondern auch die Buchungszeiten: Mehr Kinder, die über die Mittagszeit betreut werden, bedeuten auch einen Mehrbedarf im Bereich Essen und Schlafen. Deutlich sprach sie sich gegen die Idee aus, ihr Kind in eine Gruppe nach Aindling zu bringen. Im Kindergarten bauten die Jüngsten Beziehungen auf, die sie in der Schule weiter pflegen möchten.

Ganz anderer Meinung war ein weiterer Zuhörer. Er forderte ein Umdenken bei der Kinderbetreuung: „Wie soll ich meinem Kind beibringen, dass es für mich später da sein soll, wenn ich mich nicht kümmere?“ Der Ideengeber für den Waldkindergarten regte an, diesen Ansatz in einem anderen Rahmen weiter zu diskutieren. Beendet wurde das Thema dennoch positiv. Denn die Zuhörerin, die das Thema ins Gespräch gebracht hatte, sagte: „Ich habe Vertrauen.“ Binder stimmte ein: „Ich auch.“

des Bachwegs Ein Zuhörer wollte wissen, warum die Verlängerung des Bachwegs im Ortsteil Axtbrunn nicht asphaltiert werden könne. Zweimal habe er bereits einen entsprechenden Antrag gestellt. Der Gemeinderat habe den Antrag zweimal abgelehnt, erinnerte sich Stephan End an den Fall, der vor Binders Amtszeit Thema war. „Wir hätten die Straße umwidmen und ausbauen müssen. Das wollten wir keinem zumuten“, erklärte der Zweite Bürgermeister. Dass es ein Fehler der Vergangenheit gewesen sei, an der Verlängerung des Bachwegs zu sparen, gab auch Ex-Gemeinderatsmitglied Georg Jakob zu.

Der Axtbrunner jedoch pochte darauf: Der frühere Bürgermeister Richard Brandner habe bei einem Vor-Ort-Termin bestätigt, dass der Weg saniert werden müsse. Dieser sei nicht nutzbar. Im Gegensatz dazu erklärte eine Bürgerin, der Weg sei sehr wohl als Geh- und Radweg nutzbar. Würde er asphaltiert, würde der Schwerlastverkehr ihn im Nu kaputtmachen. Gemeinderat Robert Weichselbaumer erinnerte sich so an die Diskussion: Ex-Bürgermeister Brandner habe mit allen gesprochen. Doch keiner sei bereit gewesen, etwas für den Ausbau zu bezahlen. Weichselbaumer sagte: „Die Gemeinde kann sich den Ausbau einfach nicht leisten.“

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