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Aindling

21.10.2009

Kindergarten: Anbau steht vor dem Aus

Soll der Kindergarten St. Martin in Aindling einen Anbau für eine zweite Krippengruppe bekommen oder nicht? Dieses Thema erhitzte zum wiederholten Mal die Gemüter im Marktgemeinderat. Von Evelin Ullmann

Aindling - Soll der Kindergarten St. Martin in Aindling einen Anbau für eine zweite Krippengruppe bekommen oder nicht? Dieses Thema erhitzte zum wiederholten Mal die Gemüter im Marktgemeinderat. Eigentlich stand das Thema gar nicht auf der Tagesordnung und auch im nicht-öffentlichen Teil sollte nur über den Defizitvertrag für den Kindergarten entschieden werden. Doch auf Antrag Maria Mörtls (Parteilose Wähler) wurde öffentlich gestritten.

Mörtl ärgerte sich vor allem darüber, dass die Marktgemeinde jetzt - im Vergleich zu früheren Angaben - von deutlich weniger Kindern ausgehe. Damit wären auf Dauer statt vier Kindergartengruppen nur noch drei Gruppen nötig. Zudem wäre im Kindergarten auch genügend Platz für die momentan 16 Krippenkinder. Dass die Hortkinder zukünftig in die sanierte Grundschule umziehen sollen, das hatte das Gremium in der selben Sitzung einstimmig beschlossen.

Bürgermeister Tomas Zinnecker verwehrte sich dagegen, in der Vergangenheit falsche Zahlen vorgelegt zu haben, wie von Mörtl unterstellt. Es handle sich um unterschiedliche Prognosen, die jetzigen aktuelleren Zahlen kämen vom Landratsamt. Die Daten bestätigten, dass es in Aindling in Zukunft weniger Kindergartenkinder gebe. So stellte sich den Räten einmal mehr die Frage, ob ein Anbau überhaupt nötig sei.

Kindergarten: Anbau steht vor dem Aus

Mörtl sagt ja, denn sie hält die Zahlen für schön gerechnet. So rechne Zinnecker aktuell mit einer Zahl von 78 Kindergartenkindern, ihren Informationen nach seien es aber ab 1. November 85 Kinder. Beide wollten ihre Informationen von Kindergartenleiterin Monika Bissinger haben. Diese erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, momentan würden 78 Aindlinger Kinder und fünf Kinder aus anderen Gemeinden betreut. Im November kämen zwei Aindlinger Kinder dazu. Im Gegenzug besuchen sechs Aindlinger Buben und Mädchen Kindergärten in Nachbargemeinden. Gemeinderat Isidor Held ( CSU/ Freie Wähler) forderte, Bissinger solle den Räten in der nächsten Sitzung Auskunft über die Belegungszahlen geben.

Eine Vorentscheidung über den Anbau scheint allerdings bereits gefallen zu sein. Wie berichtet, würde die Kirche als Träger des Kindergartens die Marktgemeinde nur erweitern lassen, wenn die Gemeinde im Gegenzug 95 Prozent des Defizits der Einrichtung übernehme - bisher waren es 83 Prozent. Dem wollten aber nur Mörtl und Josef Settele (beide Parteilose Wähler) zustimmen. Da die Planungen für den Anbau bereits laufen, stellte zweiter Bürgermeister Rudolf Kraus (CSU/Freie Wähler) den Antrag, diese zu stoppen und das Geld in die Renovierung des bestehenden Kindergartens zu stecken. Über diesen Antrag soll in der nächsten Sitzung entschieden werden.

Settele dagegen argumentierte, dass das Geld für die Krippe gut angelegt wäre, da ein großzügiges Betreuungsangebot auch neue Bürger nach Aindling locken würde. Peter Reich (Bürgerwille '76) appellierte insbesondere an Mörtl, nicht den gesamten Gemeinderat als Kindergarten-Gegner darzustellen - nur weil dieser versuche, angemessen zu kalkulieren.

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