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Gemeinderat

25.05.2018

Kläranlage bremst Gewerbegebiet-Pläne in Todtenweis

Im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzugn von Todtenweis stand dieKapazität der Kläranlage im Todtenweiser Ortsteil Sand.

Die Gemeinde könne Lechfeldwiesen II kaum voranbringen, solange die regelmäßige Überlastung der Anlage der Kabisbachgruppe nicht geregelt ist.

Es hätte eine kurze Sitzung des Todtenweiser Gemeinderates werden können, wäre da nicht der Tagesordnungspunkt vier gewesen: Bebauungsplan Nr. 16A, Gewerbegebiet Lechfeldwiesen Teil II, Süd. Die zentrale Kläranlage der Kabisbachgruppe ist „regelmäßig und oft überlastet“, stellt das Wasserwirtschaftsamt in seiner Stellungnahme zur Ausweitung des Todtenweiser Gewerbegebiets fest. Ursache dafür sind die saisonalen Einleitungen aus der Firma Durach, welche die auf 18500 Einwohnergleichwerte ausgerichtete Anlage überfordern. Diese Überbelastung behindert nicht allein die Planungen für das neue Gewerbegebiet, das auf dieser Grundlage niemals ans Kanalsystem angeschlossen werden darf, es blockiert auch das neue Baugebiet in Aindling. „Das ist die Brisanz in dieser Sache, dass Aindling auch betroffen ist, obwohl die Marktgemeinde noch Kontingente frei hätte“, machte der Todtenweiser Bürgermeister Konrad Carl den Ratskollegen die Lage klar.

Aindlings Bürgermeister Tomas Zinnecker musste gleich zwei Mal Stellung nehmen zu diesem Gewerbegebiet. Ein Mal als Chef seiner Gemeinde und ein Mal als Stellvertreter von Konrad Carl in dessen Funktion als Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes Kabisbach. „Das heißt, keine der Mitgliedsgemeinden hätte bei Duldung dieser Überschreitungen Entwicklungsmöglichkeiten im Gemeindegebiet“, warnte der Aindlinger Bürgermeister. Und dies, obwohl seine Marktgemeinde die Kläranlage lediglich mit 3600 der vertraglich zugesicherten 6600 Einwohnergleichwerte belastet.

Als Stellvertreter Carls beim Abwasserzweckverband nennt Zinnecker Zahlen. Bei der Produktion von Roter Bete bei Durach beispielsweise habe die Anlage bei niedrigen Wintertemperaturen 33000 Einwohnergleichwerte (Zulassung: 18500) bewältigen müssen. Für die Gemeinderäte im Todtenweiser Kommunalparlament stellt sich die Frage, was sie tun können. Michael Hofberger: „Das Problem ist, dass die Firma Durach nicht kleiner wird, sondern eher wächst.“ Hofberger forderte von Bürgermeister Carl einen Zeitplan. „Deadline ist Juni. Wenn bis dahin nichts passiert, müssen andere Maßnahmen her.“ Auch Peter Wolf wollte wissen, wann das beauftragte Ingenieurbüro König endlich die Ergebnisse seiner Studie vorstelle. Franz Färber wetterte in Richtung Durach, die Firma habe dem Gemeinderat vor zwei Jahren schon etliches in Sachen Abwasser vorgestellt und versprochen.

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Konrad Carl berichtete: „Es ist schon was geschehen.“ Seit Februar 2018 sei bei Durach die Neutralisationsanlage in Betrieb. Der pH-Wert sei jetzt konstant. Carl will auf jeden Fall Durach in der Pflicht halten: „Die Hauptsache ist, dass unsere Handlungsweise gegenüber dem Unternehmen rechtssicher ist.“

Trotz all der Hemmnisse nahmen die Gemeinderäte alle Kritik aus den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange einstimmig zur Kenntnis – und verfolgten weiter das Ziel, ihr Gewerbegebiet voranzubringen. Der Plan wird erneut für zwei Wochen öffentlich ausgelegt werden. Konrad Carl hatte eigene Berechnungen angestellt und fasste das Ergebnis so zusammen: „Unser bisheriges Gewerbegebiet produziert 0,2 Prozent des Abwasservolumens aller Einleiter. Unser Gewerbegebiet ist definitiv nicht abwasserrelevant.“ Für den Todtenweiser Bürgermeister gibt es zwei Möglichkeiten, das Dilemma zu beenden: „Entweder wir reduzieren die Werte aus Durach, um die geforderten Klärwerte einhalten zu können, oder wir machen unsere Kläranlage fit.“

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