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Kühbach

07.07.2010

"Kläranlage der Zukunft" für Kühbach?

Die Paarer Kläranlage ist überlastet und veraltet. Eine neue Alternative muss her. Eine davon könnte die "Kläranlage der Zukunft" sein. Was das sein soll? Von Carmen Jung

Die Paarer Kläranlage ist überlastet und veraltet. Seit fünf Jahren ist obendrein das Wasserrecht zur Einleitung des geklärten Abwassers in die Paar abgelaufen. Der Markt Kühbach muss handeln. Das machte Bürgermeister Hans Lotterschmid am Dienstag im Gemeinderat deutlich. Trotzdem fällte das Gremium keinen Beschluss. Erst will man sich auf Anraten von Stefan Schneider über Alternativen kundig machen. Schneider hatte auf die "Kläranlage der Zukunft" verwiesen, die als Prototyp in Altomünster (Landkreis Dachau) läuft.

Eigentlich sollte das Gremium einen Fahrplan für einen Neubau festlegen. Für diesen Fall hat das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Donauwörth trotz aller Defizite eine Genehmigung der Paarer Anlage bis 2017 in Aussicht gestellt, wie der Gemeindechef informierte. Denn bis 2017 läuft auch die Genehmigung für die Kühbacher Anlage, die bis dahin an die 40 Jahre auf dem Buckel hat. Dann könne eine gemeinsame Anlage gebaut werden, so Lotterschmid. Er dachte dabei auch an den Nachbarn Inchenhofen, mit dem man bereits vor zehn Jahren gemeinsame Sache machen wollte. Weil damals Förderungen wegfielen, verzichteten beide Kommunen zunächst auf einen Neubau. Als vorteilhaft bezeichnete Lotterschmid die lange Vorlaufzeit. Die Bürger könnten sich schon jetzt darauf einstellen, dass Kosten auf sie zukommen. Bereits im Herbst könne man die Summen überschlagsmäßig präsentieren - für den Fall, dass die Kosten über die Grundstücks- und Geschossflächen und nicht über Beitragszahlungen abgerechnet würden, was Lotterschmid für die gerechtere Variante hielt. Nicht möglich ist es übrigens, die Abwassergebühren bereits jetzt moderat anzuheben, wie Hans Hörmann vorschlug. Das ist nicht erlaubt, wie Friedrich Schäffler von der Verwaltung deutlich machte.

Mit geringem Aufwand Trinkwasser produzieren

"Kläranlage der Zukunft" für Kühbach?

Bevor die Diskussion über die Aufteilung der Kosten vertieft wurde, verwies Stefan Schneider auf das Altomünsterer Pilotprojekt. Er sprach von der "Kläranlage der Zukunft", die mit relativ geringen Mitteln so ertüchtigt werde, "dass Trinkwasser rauskommt". Josef Hofberger zeigte sich skeptisch, ob das Modell auch auf so alte Anlagen wie der Paarer anwendbar ist. Dort stellt vor allem die Entsorgung des Klärschlamms aus den Teichen ein Problem dar. Das schlägt sich auch finanziell nieder. Um den Schlamm herauszuholen, ist ein Schwimmboot nötig, dessen Miete laut Lotterschmid allein schon mit 15 000 Euro zu Buche schlägt, ganz zu schweigen von den Entsorgungskosten. Aber auch wenn man durch die Technik eine Anlage kleiner bauen könnte, "wär das sicher eine gute Sache", so Hofberger.

Wie der Bürgermeister betonte, ist ein Umbau der Paarer Anlage laut Ingenieurbüro unrentabel. Aber man müsse auch die andere Seite anhören, zeigte er sich offen. Von Carmen Jung

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