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Bürgerversammlung

22.05.2019

Klagen über Lastwagen, Baumwurzeln, parkende Autos

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Die Ulrichstraße im Unterwittelsbacher Kraus-Gelände wird zum Ärger von Anwohnern von Lastwagenfahrern als Abkürzung genutzt.

Im Stadtteil Unterwittelsbach kann die Stadt Aichach jedoch nicht bei allen Anliegen helfen

Nicht einmal eine Stunde dauerte die Bürgerversammlung im Aichacher Stadtteil Unterwittelsbach am Montag. Hatte Bürgermeister Klaus Habermann anfangs angesichts des gut temperierten Bürgerhauses befürchtet, die Unterwittelsbacher könnten ihm „einheizen“ wollen, so sah er sich getäuscht: Die etwa 35 Anwesenden hatten nur wenige Anliegen.

Zuvor richtete Habermann seinen Blick auf die Europawahl und hoffte auf „vernünftige Ergebnisse“. Europa sei nicht nur Garant für Freiheit und Frieden, sondern sei für die Volkswirtschaft und somit auch für die Kommunen immens wichtig.

Aichach habe mittlerweile über 22000 Einwohner, so Habermann. Mitwachsen müsse auch die Infrastruktur. Für Kinderbetreuung entstehen derzeit drei neue Gruppen am Oberbernbacher Weg und in Ecknach, sechs bis sieben weitere sollen im ehemaligen Neusa-Gelände dazukommen. „Wir erhoffen uns da einen Befreiungsschlag“, so Habermann. Beim Thema Bauland sei die Stadt im Zwiespalt zwischen dem Bedarf und dem sparsamen Umgang mit Boden. Die Stadt habe deshalb die Eigentümer baureifer Grundstücke angeschrieben – 600 bis 700 – und nach ihren Absichten gefragt. Viel Geld verschlingt der Straßenbau, der meist mit Kanal- und Wasserleitungsarbeiten einhergeht. Habermann betonte, wie wichtig das Gemeinschaftsleben für die Identität der Ortsteile sei. Gerade die Feuerwehren müssten sich wohl noch stärker vernetzen, auch im Hinblick auf die Tagesalarmsicherheit. In das 35 Jahre alte Gemeinschaftshaus in Unterwittelsbach investiert die Stadt heuer 20000 Euro. Ein Jubiläum feiert das Sisi-Schloss, das bei der Landesausstellung 2020 eine große Rolle spielt: Vor 20 Jahren hat es die Stadt erworben. Seitdem sei es ein Anziehungspunkt, so Habermann. 2020 soll die Teildauerausstellung, die dort eingerichtet wird, in Betrieb gehen. Sehenswert sei die aktuelle Sonderausstellung, sagte er. Seinem Dank an Kastellanin Brigitte Neumaier schlossen sich die Anwesenden mit Applaus an.

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Franz Spitzenberger, der an der Ulrichstraße im Kraus-Gelände wohnt, monierte, dass Lastwagen regelmäßig durch das Wohngebiet fahren. Die Straßen seien aber von ihrer Breite her nicht dafür ausgelegt. „Uns ärgert das“, sagte Spitzenberger. Er schlug eine Tonnagebegrenzung vor. Bürgermeister Klaus Habermann sagte zu, das prüfen zu lassen. Er gab aber zu bedenken, dass dort auch Schulbusse fahren. Eine Lösung für dieses Problem sah Spitzenberger in der Beschilderung „Lieferverkehr frei“.

Spitzenberger sprach auch Probleme mit den Linden an der Ulrichstraße an: „Bei mir stehen Wurzeln an der Hauswand.“ Sie verursachten Schäden, auch für die Stadt. Josef Wörle vom Bauamt berichtete, man habe schon Verschiedenes ausprobiert. Nichts habe auf Dauer funktioniert. Man müsse auch die Standfestigkeit der Bäume gewährleisten. Habermann sagte zu, die Stadt werde sich das anschauen.

Erneut waren parkende Autos an der Ortsdurchfahrt vor dem Asylbewerberheim Thema. Ingrid Schnell sagte: „Das ist gefährlich.“ Immer wieder passiere es, dass ein Fahrzeug, das die parkenden Autos passiert, dem Gegenverkehr gegenübersteht. Von Aichach her kämen die Autos oft schnell angefahren. Da es sich bei der Ortsdurchfahrt um eine Kreisstraße handelt, sagte der Bürgermeister: „Ich fürchte, da werde ich nicht helfen können.“ Er verwies auf das letzte Schreiben des Landratsamtes zu diesem Thema. Die Behörde sah in den parkenden Autos keine Gefahr. Im Gegenteil: Erlasse man dort ein Halteverbot, werde der Verkehr dort eher schneller unterwegs sein.

Der Stadtteil hat mit 811 Einwohnern 87 mehr als Anfang 2010 (728). 435 sind Männer und 386 Frauen. (bac)

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