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Gemeinderat II

01.02.2019

Kleine Straße sorgt für eine große Debatte

Schnellmannskreuther uneins über Ausbau eines Weges

Soll ein nicht asphaltiertes Teilstück der Pfarrer-Kapfhamer-Straße in Schnellmannskreuth ausgebaut werden? Diese Frage ist in dem Pöttmeser Ortsteil umstritten.

Seit Jahren fordern einige Anlieger der Pfarrer-Kapfhamer-Straße und der Dorfstraße, die restlichen 120 Meter bis zur Schulstraße zu asphaltieren. Sie verweisen darauf, dass am Ziegelfeld vor acht Jahren Bauplätze ausgewiesen wurden, und sprechen sich dafür aus, auch den letzten Teil der öffentlichen Straße dem restlichen Straßenbild anzugleichen. Durch die einseitige Anbindung hätten sie alleine die Schmutz- und Lärmbelastung durch den Verkehr zu tragen.

Allerdings hatte der Bauausschuss im Jahr 2012 nach Abwägung aller Argumente beschlossen, das Baugebiet Ziegelfeld südlich über die Pfarrer-Kapfhamer-Straße zu erschließen sowie das Teilstück bis zur Schulstraße nicht auszubauen und aus dem Geltungsbereich des Bebauungsplans herauszunehmen.

Würde der Schotterweg ausgebaut, gälte das als Ersterschließung und hätte zur Folge, dass drei Eigentümer angrenzender Grundstücke dafür zur Kasse gebeten würden. Und zwar mit 90 Prozent der Ausbaukosten. Das Ingenieurbüro Mayr erarbeitete eine Kostenschätzung für den Ausbau und kam auf 93000 Euro Gesamtkosten für die drei Anwohner.

Zwei betroffene Familien sprachen sich auch aus diesem Grund bereits im Zuge der Ausweisung des Baugebiets gegen den Ausbau der Straße aus. Sie bekräftigten ihre Haltung Ende vergangenen Jahres erneut in Briefen an die Gemeinde. Darin heißt es unter anderem, alle Anlieger kämen über den asphaltierten Teil der Straße auf ihre Grundstücke. Ein Ausbau des letzten Teilstücks sei nicht erforderlich.

Wilfried Schimmel, Ortssprecher von Schnellmannskreuth, hatte Ende 2018 erneut einen Antrag auf Ausbau der Straße gestellt. Er verlas einen Brief der Ausbau-Befürworter, in dem es hieß, diese könnten nicht nachvollziehen, warum die Gemeinde das Problem nicht endlich löse. Schimmel zweifelte die Kostenschätzung des Ingenieurbüros an. Bauamtsleiter Stefan Wolf hatte zuvor hingegen deutlich gemacht, dass er die Summe nicht für ausreichend halte. In der Schätzung sei noch keine Beleuchtung enthalten. Außerdem befinde sich unter dem Feldweg eine nicht ordnungsgemäß verfüllte Klärgrube. Schimmel sagte, in seinen Augen genüge es, wenn man „den Unterbau ein bissel austauscht und asphaltiert“.

Die Mehrheit im Gemeinderat wollte jedoch nicht gegen den Willen der unmittelbaren Anwohner eine Straße ausbauen lassen, die nicht zur Erschließung nötig ist und für die die Betroffenen viel Geld bezahlen müssten. Der Antrag von Xaver Tyroller (CWG), den Ausbau abzulehnen, erhielt 15:2 Stimmen. Die zwei Gegenstimmen kamen von Sissi Veit-Wiedemann und Claus Kopold (beide CSU).

Über den ebenfalls von Schimmel beantragten Ausbau der Dorfstraße und der Unterbernbacher Straße in Schnellmannskreuth wird der Finanzausschuss beraten. Das Ingenieurbüro Mayr hatte 2017 eine Kostenschätzung von insgesamt rund einer Million Euro für den Kanal- und Straßenbau vorgelegt. (nsi)

Die Diskussion ist geschlossen.

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