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Natur

15.12.2015

Klimawandel: Pariser Abkommen soll auch den Landkreis beflügeln

Die Aktionsgruppe des Bund Naturschutz Bayern bei der Weltklimakonferenz in Paris: von links Benno Frey, Martin Hänsel (stellvertretender Geschäftsführer der BN-Geschäftsstelle München), Ferdinand Frey, Ernst Haile (Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Aichach-Friedberg), Thomas Frey (BN-Regionalreferent Schwaben) und Rudi Nützel (Geschäftsführer der BN-Geschäftsstelle München).
Bild: Martin Geilhufe

Umweltschützer sehen den Klimapakt als richtiges Signal. Ernst Haile setzt ein Zeichen unter dem Eifelturm. Ein Windkraftgegner aus Dasing fürchtet die Umsetzung.

Fast überall auf der Welt wird das Klimaabkommen von Paris als riesiger Erfolg gefeiert. Bernd Huhnt aus dem Dasinger Ortsteil Laimering sieht das ganz anders. Er bedauert, dass sich die Politik in die Senkung des CO2-Ausstoßes „verrannt“ habe. Er fügt hinzu: „Es ist ein Schmarrn, dass die Welt glaubt, sie muss mit Windrädern die Natur retten.“ Bei anderen Umweltexperten im Wittelsbacher Land kommen die Pariser Ergebnisse besser an.

Ernst Haile war als Umweltaktivist sogar in Paris mit dabei und bildete mit Mitstreitern eine Menschenkette unter dem Eifelturn – als Zeichen, dass jeder Mensch den Klimawandel stoppen kann. Generell ist der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz (BN) aus Pöttmes sehr erfreut über das „unerwartete Ergebnis“ des Gipfels. Den Klimapakt bezeichnet er als „Welt-Erneuerbare-Energien-Vertrag“. Einziges Manko in Hailes Augen: Keine Sanktionen, wenn jemand gegen den Vertrag verstößt. Auf Basis der Pariser Ergebnisse will der BN laut Haile in naher Zukunft zu einem Landkreisenergiegipfel aufrufen. Dabei sollen Kommunen, Verbände und Wissenschaftler ihre Interessen diskutieren.

Als oberstes Ziel von Paris gilt es, die Erderwärmung auf klar unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu reduzieren. Wenn möglich, soll sie bei 1,5 Grad gestoppt werden. Dazu muss der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) um bis zu 70 Prozent sinken. Um das zu erreichen, sollen fossile Energieträger wie Kohle und Öl durch erneuerbare Energien wie Wind, Wasser und Sonne ersetzt werden.

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Der Laimeringer Huhnt findet erneuerbare Energien zwar gut, ist aber ein entschiedener Windkraftgegner. Als Sprecher der Interessengemeinschaft „Bürger für Transparenz & Gesundheit Laimering-Rieden-Gallenbach“ (BTG Bayern) kämpft er gegen den Windpark im Blumenthaler Forst. Der 68-Jährige ist davon überzeugt, dass Windkraft krank macht. Huhnt plädiert stattdessen für eine stärkere Nutzung der Solarenergie. Auf jedes Haus, das neu gebaut werde, sollte seiner Ansicht nach eine Solaranlage. Die Wasserkraft bezeichnet er zwar als absolut beste Energie, „aber auch hier müssen wir unser Hirn einsetzen, um unsere Flüsse nicht zu zerstören“, betont der Rentner.

Dominik Pfeifer ist Fachkraft für Klimaschutz am Landratsamt. Er glaubt, dass der Klimagipfel erst dann ein Erfolg ist, wenn die einzelnen Staaten und Bürger ihn umsetzen. Bei der Strom- und Wärmeerzeugung über erneuerbare Energien sieht er den Landkreis als Vorreiter. Der gemeinsame Klimaschutzmanager mit der Stadt und dem Landkreis Augsburg soll ab 2016 weitere Ziele vorantreiben, so Pfeifer.

Christina Haubrich aus Merching ist Kreisvorsitzende der Grünen. Sie nennt das Pariser Abkommen ein Signal in die richtige Richtung. Sie würde sich aber wünschen, dass die Umsetzung, die noch einige Jahre dauern soll, schneller voranginge – die Zeit dränge. Auch in Bayern sieht die 44-Jährige Verbesserungsbedarf bei den erneuerbaren Energien. Die 10H-Regelung habe die Windkraft unnötig ausgebremst. Dabei müssen Windräder das Zehnfache ihrer Höhe von der nächsten Siedlung entfernt sein. Bei 200 Meter hohen Windrädern sind das zwei Kilometer. Haubrich hofft auf ein baldiges Scheitern der Regel und darauf, dass die Gemeinden Wege finden, das Gesetz zu umgehen. In der Bevölkerung spürt die Grünen-Vorsitzende viel Unterstützung für die Windkraft.

Als Alltagstipps zum Umweltschutz setzt sie auf die Klassiker: weniger Autofahren, im Haushalt Strom sparen und kein Fleisch aus Massentierhaltung.

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