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Gesundheit

17.01.2017

Kliniken an der Paar sagen Gefäßerkrankungen den Kampf an

Die Zahl der Dialysepatienten steigt. Sie benötigen eine spezielle Betreuung, die dank der neuen Abteilung für Gefäßmedizin an den Kliniken an der Paar jetzt möglich ist.
Bild: dpa

Die Krankenhäuser erhöhen Zahl ihrer Behandlungen. Neue Fachabteilung agiert in Aichach und Friedberg. Was die Kooperation mit dem Klinikum Augsburg bringt.

Die Gefahr von Gefäßerkrankungen wächst mit dem Alter. Angesichts der steigenden Lebenserwartung werden sie in Deutschland und anderen Industriestaaten ein zunehmendes Problem. Die Kliniken an der Paar haben sich darauf eingestellt und im April 2016 eine eigene Abteilung für Gefäßmedizin ins Leben gerufen. Die Zahl der Eingriffe nimmt stark zu, wie der Ärztliche Leiter Dr. Giesbert Leissner berichtet.

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Die Gefäßmedizin beschäftigt sich mit Erkrankungen von Arterien und Venen, Durchblutungsstörungen, Aneurysmen und der Betreuung von Dialysepatienten (Shunt-Pflege). Zunehmend sei unter anderem die Zahl der Patienten mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Problem: Sie haben häufig auch Beschwerden zum Beispiel in Hals- oder Bauchschlagader.

Aufgrund der alternden Gesellschaft und der zunehmenden Zahl von Diabetikern ist aber auch die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), im Volksmund „Schaufensterkrankheit“ genannt, auf dem Vormarsch – eine Durchblutungsstörung vor allem der Beine. Auch versuche man bei Diabetikern, Amputationen aufgrund von Durchblutungsstörungen zu vermeiden. „Das gefäßmedizinische Arbeitspensum wird bis 2020 um mehr als 40 Prozent steigen“, prognostiziert Leissner. Seit 2014 wächst die Zahl der Eingriffe in den Kliniken an der Paar stetig und neben Leissner bekam das Team Verstärkung mit Dr. Jürgen Neu und Dr. Fotois Tsounis. Im Jahr 2016 waren es rund 400 Interventionen und Operationen, die vorgenommen wurden. Minimal-invasiven Techniken wird dabei, wenn möglich, der Vorzug vor einer Operation gegeben.

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Die neugegründete Fachabteilung für interventionelle und operative Gefäßmedizin agiert in beiden Häusern der Kliniken an der Paar. Der Hauptstandort für minimal-invasive und auch operative Eingriffe ist das Krankenhaus Aichach, da dort mit der bereits bestehenden Herzkatheteranlage und den vorhandenen OP-Kapazitäten die logistischen Voraussetzungen genutzt werden können. Zusätzlich besteht an beiden Standorten die Möglichkeit zur Untersuchung mit Ultraschall, Doppler und Computertomografie, heißt es dazu im Jahresbericht des Landratsamtes.

Im Sommer machten die Kliniken an der Paar einen weiteren Schritt, um die Versorgung der Patienten im Wittelsbacher Land zu verbessern. So kooperieren sie mit dem Klinikum Augsburg, an dem Leissner Oberarzt in der Klinik für Gefäßchirurgie ist.

Die Kooperation bedeutet für die Patienten: Begleiterkrankungen wie Diabetes können in den Kliniken an der Paar vorbereitend behandelt werden. Auch kleinere Eingriffe werden vor Ort vorgenommen. Der Patient muss nur, wenn ein größerer Eingriff notwendig ist, ins Klinikum Augsburg verlegt werden. Danach kehrt er wieder zurück ins Krankenhaus in Aichach oder Friedberg. Die Teams der Krankenhäuser tauschen Daten aus, diskutieren die Fälle und arbeiten eng abgestimmt zusammen.

Leissner erläutert: „Der große Bruder Klinikum ist sehr wichtig. Denn die Patienten sind oft sehr krank – das können die Regelversorger nicht leisten.“ Dieses Angebot wollen die Kliniken nun weiter bekannt machen, sowohl in der Bevölkerung, als auch bei Hausärzten oder Dialysepraxen.

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