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Aichach

27.07.2020

Komiker Stephan Zinner macht selbst ein Pfeif-Solo zum Brüller

Der Funken sprang auch im Biergarten über: Der Eberhofer-Metzger Stefan Zinner begeisterte mit seinen kabarettistischen ?Raritäten?. Musikalisch begleitet wurde er von Peter Pichler, der ?Krake aus Bad Tölz?.
Bild: Manfred Zeiselmair

Plus Stephan Zinner ist bekannt aus den Eberhofer-Filmen. Mit Peter Pichler tritt er im Canada in Aichach-Obermauerbach auf - und lacht fast so viel wie sein Publikum.

Man kennt ihn bestens beim Canada. Die Leute mögen ihn einfach und er kommt wieder einmal sehr gut an. „Weil er so spontan und natürlich wirkt, als ob er sich mit seinen Spezln unterhalten würde“, sagt ein Besucher. Und seine Begleiterin ergänzt: „Weil man immer wieder Tränen lachen kann“. Stephan Zinner, Schauspieler und Kabarettist aus Trostberg, steht bereits zum fünften Mal auf der Canada-Bühne in Aichach-Obermauerbach. Im Biergarten allerdings ist es eine Premiere. Und weil seine Besucher coronabedingt so weit verstreut sitzen müssen, ist zunächst „Ausrichten“ angesagt. „Wer mich nicht sieht: I schau brutal guad aus“, behauptet er.

Nach zwei vorangegangenen Auftritten im Autokino fühlt er sich sichtlich wohl auf der kleinen Freiluftbühne. „Des brauch i net nochmal.“, sagt er. „Da wird net klatscht, sondern g’hupt wia auf’m Mittleren Ring und mit’m Scheibenwischer g’wackelt.“. Zinner brauche den direkten Kontakt zu seinen Fans: „Ihr seid’s ma vui liaber als VW oder Peugeot.“

"Peter, der Gaudibursch" als Begleiter in Aichach

Ebenso ergeht es seinem Begleiter Peter Pichler, den Zinner „die Krake aus Bad Tölz“ nennt und der ihn fortan, zwar wortlos und scheinbar desinteressiert, aber dennoch genial musikalisch unterstützt. „Peter, der Gaudibursch! Er hat’s im Kreuz“, behauptet Zinner. Das merkt man diesem aber nicht an, wenn er zur „Rock-Tuba“ oder zur Quetschn greift oder Schlagzeug, Zither und einmal sogar Block- und Bassflöte gleichzeitig erklingen lässt.

Stephan Zinner brachte am Ende seines Konzerts vor lauter Lachen keinen Ton heraus.
Bild: Manfred Zeiselmair

Wie schon bei seinem Gastspiel vor einem Jahr, sucht Zinner immer noch nach „Raritäten“ – und ist doch selber eine. Er kramt alte bayerische Begriffe hervor wie Loamsiada, Zipfeklatscha, Haubntaucha, Bummerl („I war a dickes Kind“) oder Goaßnmaß („Ein bayerischer Cocktail ohne Schirmchen“) – und freut sich, dass ihn in Obermauerbach jeder seiner Zuhörer versteht. Mit seiner unvergleichlichen Mimik imitiert er den asiatischen Taxifahrer, den Baristo-Kaffeekenner, die langsamste Biomarkt-Verkäuferin oder seine 80-jährige Vermieterin, die mit ihrem neuen „Leopard-Panzer“ zwar in die Garage reinfahren, aber nicht mehr aussteigen kann.

Zinner tritt in Aichach auch als Söder-Double auf

Zinner, der neben seinen Nockherberg-Auftritten als Söder-Double auch als Eberhofer-Metzger und Dauergast bei Hannes Ringlstetter bekannt ist, überzeugt nicht nur als schauspielender Kabarettist, sondern auch an der Gitarre. Insbesondere, wenn er stimmgewaltig aus einer kleinen dreisaitigen E-Gitarre Heavy-Metal-Klänge oder einen jaulenden Blues hervorzaubert. Neben seinen Klassikern wie „Psychisch labil“, „Was is normal“, dem erotischen Tanzlied „Gloria“ oder den „Alexa-(Abhör-)Song“ hat er bei seinem Auftritt in Obermauerbach auch einige neue Stücke im Gepäck.

Dabei wird das Pfeif-Solo im Country-Song „Manche Sacha muass ma einfach macha“ zum Brüller, denn Zinner bringt vor lauter Lachen keinen Ton heraus. Dass Zinner über sich selbst lachen kann, macht ihn für viele Besucher auch so sympathisch. Und mit seiner Aussage „Peter und ich sind Bienen-Typen, wir gehören einer aussterbenden Rasse an.“ macht er sich schließlich selbst zur „Rarität“.

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