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Aichach-Friedberg

24.01.2020

Kommunalwahl 2020: Das sollten Sie unbedingt wissen

Im Rathaus Burgau liegen die Unterstützungslisten aus, die für die Kommunalwahl 2020 benötigt werden. Wahl
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Plus Vier Kandidaten gibt es fürs Landratsamt und 34 Bürgermeisterbewerber für die Posten in 15 Rathäusern. Die Frauenquote ist viel besser als 2014.

Ein Altgedienter war der Erste und früh dran: Klaus Habermann hat schon Ende 2018 angekündigt, dass er es 2020 noch mal wissen will und für eine fünfte Amtszeit als Aichacher Bürgermeister kandidiert. Nominiert ist der 65-Jährige seit November. Alexander Richter ist sozusagen der Gegenentwurf. Der Rehlinger hat erst vor zwei Wochen einen Ortsverband der Freien Wähler mit aus der Taufe gehoben, dann hat der kommunalpolitische Neuling noch ein Wochenende lang über eine Bürgermeisterkandidatur nachgedacht und seit Dienstagabend dieser Woche ist er im Rennen.

Sozusagen kurz vor Torschluss, denn schon in gut sieben Wochen am Sonntag, 15. März, wird gewählt. Seit gestern Abend, 18 Uhr, steht fest, wer auf den Stimmzetteln der Kommunalwahl steht. Am 52. Tag vor dem Urnengang – so steht’s im Wahlkalender – mussten die Parteien und Wählergruppen ihre Wahlvorschläge einreichen. Im Blauen Palais sind vier Bewerbungen für den Chefposten im Landratsamt eingegangen. Amtsinhaber Klaus Metzger will dort bleiben und hat es mit drei Herausforderern zu tun. Beim Wahlgang um die Nachfolge seines Vorgängers Christian Knauer waren es sieben Bewerber und Metzger (CSU) setzte sich in einer Stichwahl knapp gegen Sepp Bichler (Unabhängige) durch.

34 Interessenten gibt es für 15 Rathäuser im Norden des Landkreises. Das sind deutlich mehr als beim Urnengang vor sechs Jahren. Damals traten insgesamt 28 Bürgermeisterkandidaten in 16 Kommunen an. Die Veränderung: In Petersdorf steht der Bürgermeister nicht zur Wahl. Dietrich Binder ist 2017 in einer vorgezogenen Abstimmung nach dem Rücktritt von Richard Brandner für sechs Jahre gewählt worden. In Sachen Geschlechterverteilung gibt es eine leichte Aufwärtsbewegung. Aber die Ausgangslage war ja sozusagen der Nullpunkt: Die komplette Kandidatenschar 2014 für die Bürgermeisterposten war männlich. Diesmal sind mit Gertrud Hitzler (Aindling), Maria Posch (Inchenhofen) und Mareike Hartung (Dasing) zumindest drei Frauen am Start.

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Kommunalwahl 2020: Generationswechsel steht an

Dass die zunehmenden Anfeindungen und Respektlosigkeiten gegen Kommunalpolitiker sich nicht auf die Zahl der Interessenten im Wittelsbacher Land durchgeschlagen haben, ist als Analyse zu kurz gesprungen. Denn der Zuwachs hat garantiert auch damit zu tun, dass ein Generationswechsel vollzogen wird. Das Wittelsbacher Land steht vor einem der größten kommunalpolitischen Umbrüche in den Rathäusern seit der Landkreisfusion 1972 – insbesondere im Norden: Dort stehen zehn von 15 Bürgermeistern nicht mehr zur Wahl. Im ganzen Landkreis sind es mit zwölf von 22 mehr als die Hälfte. Petersdorf und Kissing, wo bereits Anfang 2019 gewählt wurde, sind in dieser Aufzählung ausgenommen. Bürgermeister Manfred Wolf trat dort Ende 2018 nach 23 Jahren aus gesundheitlichen Gründen zurück. Zusammengerechnet und mit Wolf enden zum 30. April im Landkreis Aichach-Friedberg jedenfalls insgesamt rund 260 Bürgermeisterjahre.

Darunter sind Rathauschefs wie Josef Schwegler (Obergriesbach), Leonhard Kandler (Baar) sowie Hans Lotterschmid (Kühbach) und Karl Metzger (Inchenhofen), die dann 30, 26 oder jeweils 24 Jahre im Amt waren. Josef Schreier (Schiltberg) leitete seine Kommune 20 Jahre, Tomas Zinnecker (Aindling), Alfred Rappel (Rehling) und Martin Echter (Sielenbach) jeweils über drei Wahlperioden beziehungsweise 18 Jahre lang. Franz Schindele (Pöttmes) und Erich Nagl (Dasing) übernahmen für zwölf Jahre die Verantwortung.

Karten bei Bürgermeistern werden neu gemischt

Für die Nachfolge werden die Karten neu gemischt: Besonders spannend wird es in Kühbach mit vier Kandidaten und in Inchenhofen, Baar und Dasing wo jeweils drei Bewerber ihren Hut in den Ring geworfen haben. Fast schon traditionell brisant ist die Kommunalwahl in Affing. Der amtierende Bürgermeister Markus Winklhofer hat zwei Herausforderer. Der Wähler hat fast überall eine Auswahl. Nur in zwei der 15 Kommunen im nördlichen Teil des Wittelsbacher Landes gibt es nur einen Kandidaten für das Rathaus: Xaver Ziegler (Hollenbach) und Lorenz Braun (Adelzhausen) können dem Wahlabend deshalb vergleichsweise entspannt entgegensehen.

Die Wahlvorschläge sind jetzt zwar gesetzt, aber noch nicht endgültig fix. Denn jetzt werden sie im Landratsamt beziehungsweise von den Wahlleitern der jeweiligen Kommunen noch auf Herz und Nieren geprüft. Bei Formfehlern gibt es noch Möglichkeiten zur Nachbesserung. Einigen Listen und Bürgermeisterkandidaten fehlen derzeit die notwendigen Unterstützungsunterschriften. Dafür ist noch eine gute Woche Zeit, um sich einzutragen. Diese Frist läuft am Montag, 3. Februar, 12 Uhr, ab.

Lesen Sie dazu auch den Artikel:Kommunalwahl 2020: Das sind die Kandidaten und Listen im Landkreisnorden

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