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Inchenhofen

03.11.2019

Kommunalwahl 2020: Wird Bürgermeister Karl Metzger jetzt ausgebremst?

Seit 1996 ist Karl Metzger Bürgermeister von Inchenhofen.
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Seit 1996 ist Karl Metzger Bürgermeister von Inchenhofen.
Bild: Gerlinde Drexler

Plus Die CSU/FW stellt Antrag für einen hauptamtlichen Bürgermeister für Inchenhofen. Geht der durch, kann Metzger aus Altersgründen nicht mehr antreten. Wie er sich wehren will.

Die Enttäuschung ist Inchenhofens Bürgermeister Karl Metzger am Telefon anzuhören. Grund ist der Antrag auf Hauptamtlichkeit des Bürgermeisters, den die Fraktion CSU/Freie Wähler gestellt hat und der in der Sitzung am Dienstag, 5. November, behandelt wird. Geht der Antrag durch, wovon man bei den Mehrheitsverhältnissen im Gemeinderat ausgehen kann, dann kann Metzger im März nicht mehr antreten. Der 70-jährige Metzger, der der Gruppierung Bürgerwillen ’84 angehört, hat die Altersgrenze überschritten und kann nur im Ehrenamt weiter Rathauschef bleiben. Der Bürgermeister vermutet hinter dem Antrag Taktik, um ihn auszubooten. Er will einen Bürgerentscheid initiieren.

CSU-Fraktionschef Heinrich Schoder widerspricht Metzger. Er nennt einen anderen Grund für den Antrag: Die Aufgaben in Inchenhofen seien nur noch von einem hauptamtlichen Bürgermeister zu bewältigen. Metzger ist dagegen vor allem verärgert und überrascht, dass der Antrag so spät kommt: „Seit Februar ist bekannt, dass ich wieder kandidiere und das Amt nach wie vor ehrenamtlich ausgeübt werden soll.“ Das sei im Vorfeld auch so besprochen worden, sagt der Bürgermeister auf Nachfrage der Aichacher Nachrichten. „Ich bin enttäuscht, dass der Antrag zu einem Zeitpunkt kommt, wo man die Bürger schwer einbinden kann in die Diskussion.“ Metzger ist nach wie vor der Meinung, dass ein hauptamtlicher Bürgermeister nicht dem Willen der Bevölkerung entspricht. Das schließt er vor allem aus den vielen positiven Rückmeldungen, die er bekam, nachdem er seine erneute Kandidatur öffentlich gemacht hatte. Es sei deshalb nicht richtig, den Antrag mit einer knappen Mehrheit zu inszenieren, die „mich aus dem Rennen werfen soll“. Der Bürgermeister spricht in dem Zusammenhang von Machtmissbrauch: „Mit einer Stimme Mehrheit zu entscheiden, halte ich für nicht richtig.“

Kommunalwahl Inchenhofen: Bürgermeister Karl Metzger will einen Bürgerentscheid

Zum Verständnis: Von den 15 Mitgliedern des Gemeinderates (inklusive Bürgermeister) gehören sechs dem Bürgerwillen ’84 und sieben der Faktion CSU/Freie Wähler an. Einer, Dritter Bürgermeister Robert Müller, gehört keiner Gruppierung an. Seiner Fraktion sei es wichtig gewesen, dass „Bewegung in die ganze Angelegenheit kommt“, sagt Schoder. „Aus der Bevölkerung haben wir immer wieder vernommen, dass ein neuer Wind reinkommen soll.“ Dem wolle man Rechnung tragen. Angesprochen auf den Zeitpunkt, sagt er: „Der Zeitpunkt für eine solche Entscheidung ist immer ungünstig.“ Bei dem Antrag ginge es nicht darum, Metzger aus dem Amt zu drängen, betont Schoder. „Es geht vor allem darum, den Aufgaben Rechnung zu tragen, die anstehen.“ Meinung der Fraktion: Das sei im Ehrenamt nicht mehr zu leisten. Beispiele: passender Standort für die Montessori-Schule oder Bau einer Mehrzweckhalle. Der Gasthof Voglbräu habe seinen Saal verkleinert. Jetzt sei die Halle dringender denn je, weil eine Möglichkeit für große Veranstaltungen fehle. Schoder kritisiert, dass der Bürgerwille ’84 die Diskussion nicht suche: „Das ging schon los beim Versuch, eine gemeinschaftliche Liste aufzustellen.“ Maria Posch von der ÖDP hätte dem zugestimmt, wenn der Bürgerwille mitgezogen hätte. Schoder sagt: „Wir müssen in Aktion treten und stehen dann immer als die Bösen da.“

Metzger will auf jeden Fall versuchen, einen Bürgerentscheid zu starten. Damit die Bürger zwischen Hauptamt und Ehrenamt entscheiden können. Er hofft, dass das trotz der knappen Zeit noch zu schaffen ist. 2001 hätten CSU/FW einen Bürgermeister im Hauptamt abgelehnt und jetzt beantrage sie ihn, sagt er: „Irgendwie hat das ganz schön einen Geschmack.“

Heinrich Schoder
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