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Benefizkonzert

15.11.2017

Kontaminierte Lebensmittel sind heute die Hauptgefahr

Tschernobyl-Kinderhilfe Pöttmes-Schrobenhausen gibt Konzert zugunsten der betroffenen Kinder in Gomel in Pöttmeser Kirche

Mit einem Benefizkonzert macht die Tschernobyl-Kinderhilfe Pöttmes-Schrobenhausen am Sonntag, 10. Dezember, auf die Situation im weißrussischen Gomel aufmerksam. Scheinbar hat sich die Lebenssituation verbessert. Die Krankheitsstatistik spricht jedoch eine deutliche Sprache. Der Erlös des Konzertes, das um 15 Uhr in der Pöttmeser Pfarrkirche St. Peter und Paul beginnt, kommt in diesem Jahr den von der Atomkatastrophe im Jahr 1986 am schwersten betroffenen Kindern in Gomel zugute.

April 2017: Das weißrussische Gomel präsentiert sich mit ansprechenden Wohnblocks und gut ausgestatteten Spielplätzen am Stadtrand. Mit modernen öffentlichen Verkehrsmitteln, breit sortierten Einkaufszentren und einer neuen Kinderpoliklinik. Evi Schmidt-Deeg, Organisatorin der Tschernobyl-Kinderhilfe Pöttmes-Schrobenhausen, und ihr Mann Manfred besuchen nach acht Jahren wieder die Hauptstadt des 1986 am stärksten verstrahlten Bezirks.

Sie sind beeindruckt. Hoffnung auf eine verbesserte Lebenssituation der Menschen keimt auf. Die erste Begegnung mit Kinderärztin Alla Ivanovskaja, der langjährigen Vertrauten der Initiative, mit dem ehemaligen Chefarzt der Kinderpoliklinik und mit den durch die Kinderhilfe unterstützten Familien sei jedoch ernüchternd, so Evi Schmidt-Deeg. Denn: Die Krankheitsstatistiken würden eine eindeutige Sprache sprechen. Schwere Augenerkrankungen, kindliche Diabetes, Schilddrüsenkarzinome und Krebserkrankungen der inneren Organe bei Kindern seien längst keine Ausnahme mehr. Das Erbgut der dritten Generation nach Tschernobyl sei geschädigt – und es werde sich von Generation zu Generation weiter verändern. Nur das Wie sei offen, so die Kinderhilfe in einer Mitteilung.

Das Hauptgefahrenpotenzial seien heute kontaminierte Lebensmittel. Die auf Strahlenbelastung kontrollierten teuren Produkte der offiziellen Geschäfte könnten sich viele nicht leisten. Grundnahrungsmittel kosten oft fast halb so viel wie in Deutschland, Medikamente seien teuer. Das Monatseinkommen vieler Menschen liege bei 150 bis 200 Euro.

Beim Benefizkonzert werden die Bläser des Posaunenchores der Apostelkirche Neuburg unter Leitung von Bernd Kordetzky mit einer Choralfantasie auf den Advent einstimmen. Organist Tom Stotko wird aus dem Füllhorn der Bach-Kompositionen schöpfen. Das Querflötenensemble der Städtischen Musikschule Schrobenhausen mit Michaela Brucklacher, Cathrin Gauss, Maria Heinrich und Natascha Kohl bewegt sich unter Leitung von Friedrich Halbleib vom Barock über die Klassik in die Gegenwart. Name ist Programm beim Boarischen Saitenklang: Zither und Hackbrett, Gitarre und Bass versprechen Saitenklangvielfalt. Den vokalen Kontrapunkt setzt Gabriele Huber mit ihrem Sopran, von Tom Stotko an der Orgel begleitet. Hermann Plöckls aktuell formulierte Texte sollen zu selbstkritischer Reflexion bewegen.

Der Eintritt ist frei, Spenden werden für Patenschaften mit monatlich 15 bis 20 Euro verwendet. Betreut werden die Patenschaften von Kinderärztin Alla Ivanovskaja. Nach dem Konzert ist im Pfarrheim bei Tee, Punsch und Gebäck Gelegenheit für Gespräche. (AN)

Auf das Konto der Tschernobyl-Kinderhilfe Pöttmes-Schrobenhausen: Schrobenhausener Bank, IBAN DE38 7216 9218 0101 87 41 87

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