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Obergriesbach

18.04.2019

Kontroverse Diskussion um Schlossberg-Pläne im Gemeinderat

Das alte Brauereigebäude (rechts im Hintergrund) in Obergriesbach soll einer neuen Bebauung weichen. Der Gemeinderat fasste jetzt den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan.
Bild: Katharina Wachinger

Fünf Obergriesbacher Räte wollen erst Ideen sammeln und Anregungen der Bürger einholen. Doch eine Mehrheit im Gemeinderat lehnt das ab. Das hat Gründe.

Am liebsten hätte Gemeinderat Stefan Asam den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Schlossberg“ komplett vertagt, doch dieser Antrag wurde im Obergriesbacher Gemeinderat am Dienstagabend mit 10:5 Stimmen abgelehnt. Final stimmten neben Asam selbst noch Hans Willer, Lorenz Mahl, Berthold Schmitt und Peter Liebl gegen den Aufstellungsbeschluss. Warum, zeigte die Diskussion im Vorfeld.

Asam betonte, ihm gehe es ums Miteinander. Er wolle zunächst die Anregungen der Bürger einsammeln, dann im Gremium besprechen, was auf dem Schlossberg passieren soll, und dann einen Aufstellungsbeschluss fällen. Auch Willer meinte, dieser Ablauf, bei dem am Ende konkrete Ideen an den Planer weitergegeben werden könnten, sei effizienter für alle Beteiligten.

Sorge um die Kosten - beispielsweise bei Straßenverlegung

Auch Mahl wollte das Thema zunächst noch einmal im Gemeinderat besprechen – aus Sorge um die Kosten, die beispielsweise bei der Straßenverlegung entstehen werden. Liebl fragte in die Runde, was der Rat denn verliere, wenn er binnen drei bis fünf Wochen die Meinung der Bürger zu den Plänen am Schlossberg einholt. Das Argument, dass Zeit verstreiche, wollte er nicht gelten lassen.

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Letztendlich waren diejenigen in der Überzahl, die sich für den Aufstellungsbeschluss aussprachen. Obergriesbachs Bürgermeister Josef Schwegler betonte, es gehe in diesem Schritt vor allem darum, zu signalisieren, dass die Gemeinde grundsätzlich für eine Bebauung ist. Die Planungshoheit bleibe auch mit dem Aufstellungsbeschluss bei der Gemeinde. Doch dieser sei der erste Schritt, der nötig ist, um die Ideen des Rats und der Bürger aufzugreifen, um diese mit dem Eigentümer und dem Planer zu besprechen. Auch Daniel Schulz unterstrich die Bedeutung des Aufstellungsbeschlusses: „Es ist eine Absichtserklärung unsererseits.“ Eine Einmischung könne in seinen Augen ohnehin nur in Maßen passieren, schließlich handelt es sich um die Pläne einer Privatperson.

Ideen von Planer und Eigentümer wurden Bürgern bereits präsentiert

Die Ideen von Planer und Eigentümer, Marian Freiherr von Gravenreuth, wurden den interessierten Bürgern bereits im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Gemeinschaftshaus erläutert. Damals veranschaulichten zwei Modelle die Überlegungen von Planer und Eigentümer: Die Schlossstraße könnte die Achse bilden, die zur Bebauung führt und in der optischen Weiterführung den Blick über einen öffentlichen Platz hinweg bis zur Kirche im Ort freigibt. Die neuen Bauten könnten an den Gebäudekomplex der ehemaligen Brauerei, an das Ökonomiegebäude und an den Stall erinnern. Im vorderen Bereich sind niedrigere Einfamilienhäuser denkbar.

Schwegler betonte, dass es ein absolutes Novum sei, dass ein Eigentümer mit seinem Planer bereits Entwürfe vorlegt, bevor er eine grundsätzliche Zustimmung der Gemeinde in Form eines Aufstellungsbeschlusses in Händen hält. Hans Greppmeier erklärte, dass damit die Pläne von Eigentümer und Planer bereits bekannt seien. Gerhard Kinzel sprach sich für den Aufstellungsbeschluss aus. Dann können die Ideen des Gemeinderats und der Bürger besprochen werden.

Sehen Sie dazu auch unsere Bildergalerie:

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34 Bilder
So sieht die Ruine am Schlossberg in Obergriesbach aus
Bild: Christoph Lotter
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