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Konzert
29.10.2019

Musik mit Herz und Seele

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Vokalensemble Peu à Peu singt in Maria Birnbaum Marienlieder. Höhepunkte sind Kompositionen von Meinrad Schmitt aus Klingen

Dass die Akustik in Sielenbachs Wahrzeichen, der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum, etwas ganz Besonderes ist, ist weithin bekannt. Sonntagnachmittag wurde dies abermals bei einem Konzert der besonderen Art verdeutlicht. Dabei lud das Vokalensemble Peu à Peu zu Mariengesängen aus fünf Jahrhunderten in das Gotteshaus.

Die Huldigungen der Mutter Gottes wurden mehrstimmig teils a cappella gesungen, teils von Fagott und Klavier untermalt. Am Klavier gab sich Professor Meinrad Schmitt die Ehre. Der 83-Jährige, im Aichacher Stadtteil Klingen wohnende Komponist, hatte eigens für das Ensemble Peu à Peu den Liederzyklus „Stella Maris“ komponiert. Am Fagott war Wolfgang Zahn bravourös zu hören.

Die Stimmen von Barbara Mahler (Sopran) Ursula Maria Echl (Mezzosopran) und Ingeborg Purucker (Alt) vibrierten förmlich beim Singen der verschiedensten Lobgesänge. Zu Beginn begleitet von Wolfgang Zahn und Meinrad Schmitt bei Ignaz Reimanns „Ave Maria“, schwangen schon im nächsten Stück, John Dunstables „Ave Maris Stella“ aus dem 15. Jahrhundert, die klaren und authentischen Stimmen der drei Sängerinnen a cappella durch das Kirchenschiff.

Neben diesen lateinischen Texten, trug das Ensemble auch auf deutsch gesungene Werke vor. Fritz Neumeyers „Ave Maria zart“ beispielsweise. Ein kurzes dreistimmiges A-cappella-Werk von Meinrad Schmitt mit dem Titel „Und unser lieben Fraue“ aus diesem Jahr verzauberte die Zuschauer.

Ein Höhepunkt war sicher die Komposition „Il sogno della vergine“, ein ebenfalls von Meinrad Schmitt komponiertes Stück aus dem vergangenen Jahr für Fagott und Tasteninstrument. Als rein instrumentales Werk fesselte es die Zuhörer in der voll besetzten Kirche durch vielfältige Geschwindigkeitswechsel und mutete dadurch als wahrer Ohrenschmaus an.

Zwischen den Liedern entführte Meinrad Schmitts Ehefrau Renate Schmitt das Publikum mit Lesungen aus Rainer Maria Rilkes Gedicht-zyklus „Marienleben“ in die Bildnisse der Gottesmutter. Auch mit Peu à Peu verbindet den mehrfach ausgezeichneten Komponisten mehr als Freundschaft: Barbara Mahler ist seine Nichte.

Bei „Santa Maria Strela do Dia“ zeigten die drei Frauen auch eine sehr beschwingte und ansteckende Seite ihres Könnens. Gefolgt von der Ballade „Ave Maria“ des Ungarn Zoltan Kodaly und dem gleichnamigen instrumentalen Stück von Jaques-Nicolas Lemmens aus Belgien für Fagott und Tasteninstrument. Der Kanon „Es flog ein Täublein weiße“ von Fritz Neumeyer zauberte ein Lächeln auf die Gesichter der Zuschauer. Der Höhepunkt des Abends kam zum Schluss: der Liederzyklus „Stella Maris“ in sieben Teilen. Geschrieben von Meinrad Schmitt extra für Peu à Peu, im Mai bei einem ähnlichen Konzert in der Klosterkirche Dillingen uraufgeführt. Die sieben Teile könnten unterschiedlicher nicht sein, die Texte scheinen gesungene Gebete und reißen den Zuhörer mit. Schmitt wirkte beim Spielen an seinem Klavier alterslos und ließ das Instrument mit vollem Körpereinsatz erklingen. Er erweckte durch sein Spiel seine Musik zum Leben, verlieh ihr Seele.

Das Herz wiederum war der Gesang der drei geschulten Stimmen von Peu à Peu. Die Teile variierten zwischen ruhigen balladenähnlichen Passagen über imposante und triumphale bis hin zu bedrohlichen Akkorden, die kraftvollen Stimmen gingen unter die Haut und zogen die Zuhörer in ihren Bann. Beim feierlichen „Ora pro nobis“ im letzten Teil war Gänsehaut garantiert.

Als Zugabe sangen noch mal alle Beteiligten gemeinsam Meinrad Schmitts „Und unser lieben Fraue“, diesmal begleitet von Fagott und Klavier.

Auch Renate Schmitt zeigte ihr gesangliches Talent. Bei der Auswahl der Texte, welche Meinrad Schmitt vertont, kommt es ihm nicht auf die Epoche oder den Autor an, sondern es müsse sich beim Lesen „der dramaturgische Bogen ergeben“, sagte er. So sind beispielsweise die Texte der sieben Teile von „Stella Maris“ aus ganz unterschiedlichen Quellen, eine davon ist Joseph von Eichendorff. „Der Text suggeriert die Melodie“, sagte Schmitt.

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