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Energieversorgung

21.04.2011

Kreis nimmt Gemeinden in die Pflicht – und umgekehrt

Biogasanlagen zur Energiegewinnung werden immer beliebter. Doch nicht alle werden effektiv betrieben. Hier könnten die Kommunen nachhelfen.
Bild: Archivfoto: asj

Unabhängige stellen Tätigkeitsfelder für den Landkreis vor. Emotionale Debatte im Kreistag endet mit einem Patt

Aichach-Friedberg Über die Energieversorgung der Zukunft wurde im Kreistag gestern Nachmittag lange und engagiert diskutiert. Die Fraktion der „Unabhängigen“ hatte den Antrag gestellt, das nach der Reaktorkatastrophe in Japan hochaktuelle Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Am Ende gab es jedoch auch enttäuschte Gesichter. Die Debatte habe nichts neues gebracht; es mangle im Landkreis nicht an Ideen, sondern an der Umsetzung, monierte insbesondere Katrin Müllegger-Steiger (Grüne).

Andere Kreisräte wie etwa Peter Tomaschko (CSU) sehen den Landkreis auf einem guten Weg. Dem stimmte grundsätzlich auch Sepp Bichler (Unabhängige) zu. Jedoch verwies er darauf, dass der Umbau der Energieversorgung nach Fukushima in rasantem Tempo voranschreite. Der Landkreis müsse sich daher sputen, sich an diesem Prozess zu beteiligen. Bichler stellte für seine Fraktion sechs Beispiele vor (siehe Info-Kasten), wo der Landkreis schnell tätig werden könnte.

Thomas Nieborowsky, der im Landratsamt unter anderem für den Klimaschutz zuständig ist, war von den Vorschlägen begeistert. „Sie sprechen uns praktisch aus der Seele“, betonte er. Der Energiefachmann stellte eine Reihe von Aktionen vor, die im Landkreis zu diesen Themen laufen. Das wichtigste ist das Regionale Klimaschutzkonzept in der Region Augsburg. Für dieses wurde zunächst eine Reihe von Daten gesammelt, Ergebnisse daraus sind laut Nieborowsky aber noch heuer zu erwarten. Am Ende soll ein Masterplan stehen, der Potenziale für erneuerbare Energien, Energieeinsparung und Energieeffizienz aufdeckt. Auch der Ausbau des Energienetzwerkes werde nach Nieborowskys Angaben thematisiert.

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Michael Bettinger (ÖDP), der den Unabhängigen für ihren Antrag dankte, geht das nicht weit genug. Er habe das Gefühl, dass der Landkreis stetig am Daten sammeln sei, aber keine konkreten Projekte anpacke. „Im Endeffekt kann man mit dieser Arbeit nicht ganz zufrieden sein“, monierte er. Das wiederum packte Landrat Christian Knauer bei der Ehre. Er bescheinigte Nieborowsky und Charlotte Martin-Stadler von der 2009 eingerichteten Fachstelle für Klimaschutz hervorragende Arbeit. „Wenn sie meinen, dass das alles schneller gehen müsste, dann genehmigen sie mir doch zwei oder drei neue Stellen“, schimpfte er in Richtung Bettinger. Unverständnis äußerte Knauer auch für den Vorschlag der Unabhängigen, der Landkreis solle ein Gutachten zur Windkraft in Auftrag geben. Die Bürgermeister wüssten genau, dass der regionale Planungsverband dies bereits mache.

Der Landrat und Nieborowsky verwiesen darauf, dass nicht nur der Landkreis, sondern auch die einzelne Kommune in der Pflicht stehe. Die meisten Biogasanlagen müssten von den Gemeinden genehmigt werden. Warum also sollte diese mit dem Antragsteller nicht gleich ein Energiekonzept erarbeiten?

Die Kreisräte beendeten die Sitzung mit der Erkenntnis, dass noch viele Ideen und Engagement nötig seien, dass „viele kleine Dinge aber auch was Großes geben“, so Hansjörg Krazeisen (SPD).

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