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Aichach-Friedberg

24.03.2020

Kreistag: Wo die 60 Kreisräte privat herkommen

Der Sitzungssaal im Aichacher Landratsamt: Hier nehmen die 60 neu gewählten Kreisräte Platz. 25 davon sind erstmals gewählt worden, beziehungsweise drei kommen wieder zurück.
Bild: Erich Echter (Archiv)

Plus Von insgesamt 24 Städten, Märkten und Gemeinden im Wittelsbacher Land sind ein Drittel nicht im Kreistag vertreten. Andere sind sogar überproportional besetzt.

Der neue Kreistag steht seit einer Woche auch namentlich fest. 14 Frauen und 46 Männer entscheiden in den kommenden sechs Jahren zum Beispiel über Bau und Ausstattung von Schulen im Wittelsbacher Land, die Höhe der Müllgebühren und die Zukunft der Kliniken an der Paar – das sind nur einige der Aufgaben und Zuständigkeiten des Kreisparlaments. Der aktuelle Gesamthaushalt hat die Rekordgröße von über 150 Millionen Euro für die laufenden Ausgaben und die Investitionen. Wir beleuchten die Besetzung des Kreistags nach regionalen und weiteren Gesichtspunkten.

Wie stark die einzelnen Orte im neuen Kreistag vertreten sind, haben wir in nebenstehender Karte abgebildet. Dabei fällt auf: Von den 24 Städten, Märkten und Gemeinden sind acht, also ein Drittel, gar nicht direkt vertreten. Rein rechnerisch kommt nach den aktuellen Einwohnerzahlen auf etwa 2200 Bürger des Kreises ein Kreisrat. In der Realität sind die Sitze in der Wahlperiode bis 2026 aber anders verteilt. In Adelzhausen, Baar, Eurasburg, Kühbach, Obergriesbach, Petersdorf, Rehling und Steindorf wohnt kein Kreisrat.

Diese Gemeinden sind nicht im Kreistag vertreten

Während die Kommunen Adelzhausen, Eurasburg und Steindorf schon seit mehreren Wahlperioden nicht mehr im Kommunalparlament von Aichach-Friedberg vertreten sind, erwischt es Baar, Obergriesbach und Petersdorf ab Mai nach vielen Jahren. Das liegt unter anderem daran, dass mit den aktuellen oder früheren Bürgermeistern Leonhard Kandler, Josef Schwegler und Johann Settele drei langjährige CSU-Kreisräte den Sprung nicht mehr geschafft haben, beziehungsweise der Obergriesbacher Schwegler nicht mehr für dieses Amt kandidierte. Neue Kandidaten brauchen meist eine Anlaufzeit und generell haben Bewerber aus kleineren Orten und in einer Randlage ohne zusätzliche Wähler aus dem Hinterland eine schwierigere Ausgangsposition. Der Gegenbeweis ist Leonhard Kandler, der seit mehreren Perioden Baar, die zweitkleinste Kommune im nordwestlichsten Zipfel des Wittelsbacher Landes vertritt. Baar ist nach seinem Freiheitskampf zudem erst seit 1994 Teil des Landkreises.

In diesen sechs Kommunen wohnt aktuell kein Kreisrat: Adelzhausen, Eurasburg, Kühbach, Schmiechen, Steindorf und Todtenweis. Die meisten Kreisräte (13) stellt im noch bis Ende April amtierenden Kreistag die Stadt Friedberg. Dort leben auch rund 30.000 Menschen. Die Stadt Aichach liegt mit zwölf Kreisräten im Vergleich zur Einwohnerzahl über dem Schnitt. Ein Grund dafür ist, dass Ursula Schindler (SPD) im Herbst den Platz von Roland Fuchs übernommen hat. Der Friedberger, fast 30 Jahre lang SPD-Fraktionsvorsitzender, hat nach dem Streit mit seinen Friedberger Parteigenossen auch sein Kreistagsmandat zurückgegeben.

Warum manche Kommunen keine Kreisräte im Kreistag haben

In sieben Kommunen wohnte in der Wahlperiode 2008 bis 2014 kein Kreisrat: Adelzhausen, Eurasburg, Rehling, Schmiechen, Steindorf, Todtenweis. Und der einzige Kühbacher, Walter Böhm (CSU), gab damals kurz nach der Wahl sein Mandat ab. Er wurde Ordnungsreferent in Augsburg. In der Periode zuvor (2002 – 2008) waren es ebenfalls sieben kreisratlose Gemeinden.

Mit Kühbach hat eine Marktgemeinde (4300 Einwohner) nun schon in der dritten Wahlperiode in Folge keinen Vertreter. Auch die Kissinger als viertgrößte Kreiskommune mit etwa 11.600 Bürgern haben mit insgesamt vier Kreisräten nicht besonders „lokal“ gewählt. In der Regel „unterbesetzt“ ist Affing. Meist stellte die Kommune (5500 Einwohner) nur einen Kreisrat. Das hat durchaus was mit den politischen Querelen vor Ort zu tun. Diesmal sind es wieder zwei Kreisräte – die zur These passen. Neben dem aktuellen Bürgermeister Markus Winklhofer (CSU), der am Sonntag in der Stichwahl um sein Amt kämpft, ist das sein Amtsvorgänger Rudi Fuchs. Der verließ 2019 die CSU-Fraktion im Kreistag. Unter anderem, weil er mit seinem Listenplatz nicht einverstanden war. Fuchs wechselte zu den Freien Wählern und ist mit den drittmeisten Stimmen auf der FW-Liste wieder gewählt worden.

Im Vergleich zu ihrer Einwohnerzahl sind Inchenhofen, Schiltberg und Sielenbach mit jeweils zwei Kreisräten sehr gut vertreten. Dabei hat sich die Ecknachtalgemeinde „verschlechtert“. Bis Mitte 2019 waren es mit Sepp Bichler (Unabhängige) drei Kreisräte: Das sorgte für ein Verhältnis von rund 550 Einwohnern pro Mandatsträger.

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