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Kreisumlage in Aichach-Friedberg: Die Zahlen täuschen

Kommentar Von Christian Lichtenstern
20.01.2019

Die Kommunen müssen zwar weniger an den Kreis abgeben, aber was sind schon 1,5 Millionen Euro.

Niedrigere Kreisumlage, das heißt, es bleibt mehr Geld für die zwei Städte, fünf Märkte und und 17 Gemeinden im Wittelsbacher Land. Was sich nach einer guten Nachricht anhört, die Landrat Klaus Metzger diese Woche als Angebot an die Kreisräte und Rathauschefs verkündete, relativiert sich schnell. Zum einen, weil eine Umlagensenkung um einen Prozentpunkt auf 48 natürlich besser ist als nichts, aber alles andere als ein Befreiungsschlag. Immer noch müssen die 24 Kommunen rund die Hälfte ihrer Steuereinnahmen und ihrer Schlüsselzuweisungen vom Freistaat für die Aufgaben des Kreises ans Blaue Palais abtreten. Die dort übernommenen Aufgaben und Investitionen, von der Abfallwirtschaft über die Zulassungsstelle bis zum Bau einer kreiseigenen Schule, kommen zwar auch allen Bürgern in Aichach-Friedberg zugute. Dennoch hätte jeder Bürgermeister und jeder Gemeinderat eine gute Idee für die Verwendung jedes einzelnen Euro, der nach Aichach überwiesen werden muss, vor Ort. Damit meinen wir übrigens nicht den fast schon legendären Corsa-Vergleich des früheren Kissinger Bürgermeisters Manfred Wolf (SPD). Der hat früher immer die Umlage seiner Gemeinde in eine dreistellige Zahl an Opel-Kleinwagen umgerechnet, die er jährlich in die Kreisstadt schickt.

Nur ein Prozent weniger heißt im Umkehrschluss auch, dass sich der finanzielle Spielraum des Landkreises deutlich verringert hat. Zu Beginn der Haushaltsberatungen des Kreistags im Herbst schaut es nach einer wesentlich größeren Entlastung der Gemeinden aus. Der Aichacher Bürgermeister Klaus Habermann stellte damals mit Blick auf die sprudelnden Steuerquellen Ansprüche und wird über einen Punkt weniger sicher nicht in Jubel ausbrechen. Gut für den Landrat, dass die Bürgermeister nicht die Kreisumlagen im benachbarten Baden-Württemberg vor Augen haben. Der Kreis Biberach zum Beispiel, gleich hinter der Freistaatgrenze im Allgäu gelegen, senkt in diesem Jahr seine Kreisumlage zwar mit 1,5 Punkten nur um etwas mehr als das Wittelsbacher Land – allerdings von 27 auf 25,5 Prozent . . .

Lesen Sie dazu den Artikel: 1,5 Millionen Euro: Landkreis entlastet die Gemeinden

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