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Jubiläum

18.10.2015

Krieg: Jemenhilfe sagt Feier ab

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Die Jemenhilfe Aichach hat in den vergangenen Jahren viele Projekte unterstützt, wie hier einen Brunnenbau in Al Mihlaf.
Bild: Aenne Rappel

Seit 15 Jahren besteht der Aichacher Förderverein, der Menschen und vor allem Kindern im Jemen hilft. Jetzt hat die Vorsitzende bekannt gegeben, dass es kein Fest geben wird.

Der Förderverein Aktion Jemenhilfe hat alles abgesagt. Zum 15-jährigen Bestehen des Aichacher Vereins war in diesem Herbst ursprünglich eine Jubiläumsfeier geplant. Doch daraus wird nichts. Die Vereinsvorsitzende Aenne Rappel erklärt: „So lange im Jemen Menschen sterben, können wir hier nicht feiern.“

Der Verein hätte gute Gründe, stolz auf das bisher Geleistete zu sein. Die Jemenhilfe hat dafür gesorgt, dass in Al Mihlaf im Jemen ein Krankenhaus errichtet werden konnte. Außerdem haben etwa 20 jemenitische Kinder dank der Jemenhilfe ein Dach über dem Kopf und Verpflegung. Sie konnten bislang auch zur Schule gehen oder studieren.

Doch an die Schule denken in diesen Tagen im Jemen nur noch wenige Kinder. Seit etwa eine halben Jahr tobt hier ein Krieg, der immer unübersichtlicher wird. Die Kinder, die von der Jemenhilfe betreut werden, sitzen in der Stadt Taizz fest. Das hat Aenne Rappel in Telefonaten erfahren. „Wir sind hier eingekesselt“, hieß es da. Zuletzt hörte Aenne Rappel, dass fast alle Kinder krank gewesen seien. Gestank, Schmutz und Fliegen überziehen die Stadt. Leichen unter den Trümmern tun das Übrige. Es gibt kein Gas mehr in der Stadt. Die Kinder haben sich aus Trümmern einen Ofen im Hof des Hauses gebaut. Der wird mit selbst gesammeltem Holz befeuert, damit gekocht werden kann. Sobald das Stromnetz eine Weile funktioniert, versuchen alle, ihre Handys und Laptops aufzuladen.

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Lebensmittel gibt es so gut wie gar nicht mehr in Taizz. Einige Männer schlagen sich offenbar durch und besorgen Kartoffeln und Gemüse aus einem kleinen Dorf. Das lassen sie sich freilich teuer bezahlen. Aenne Rappel vermutet, das Al-Qaida und IS die Schulen und Universitäten zerstören und alles andere, das im Jemen einst mit ausländischer Hilfe entstanden war.

Aenne Rappels Wohnung in Taizz ist bei Bombenangriffen zerstört worden

Im Krankenhaus in Al Mihlaf läuft der Betrieb aber weiterhin reibungslos. Wie Aenne Rappel erzählt, sind Ärzte und ein Laborant vor Ort. Die Medikamente könnten allerdings bald aber knapp werden. Den Angestellten müsse nun etwas mehr Lohn gezahlt werden.

Aenne Rappels Wohnung in der Stadt Taizz ist bei Bombenangriffen zerstört worden. Es ist nicht daran zu denken, in den Jemen zu reisen und die Kinder können im Moment die Stadt nicht verlassen. Nur einer, der Medizinstudent Arafat, hat sich offenbar durchgeschlagen und nimmt gemeinsam mit einigen Kommilitonen Privatunterricht bei einem Professor. Er will einen Abschluss schaffen, selbst wenn die Universitäten geschlossen sind.

Aenne Rappel hat Angst um die Kinder. „Ich hoffe, dass sie überleben.“ Zusammen mit anderen Fördervereinen hat sie jetzt eine Petition verfasst. Darin fordert sie das Auswärtige Amt und das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf, sich für einen dauerhaften Waffenstillstand im Jemen einzusetzen, eine politische Lösung für das Land zu finden und die Infrastruktur unter der Leitung der Vereinten Nationen wieder aufzubauen. Die Online-Petition ist im Internet unter www.jemenhilfe-deutschland.de zu finden.

Außerdem sammelt der Verein weiter fleißig Spenden. „Wir brauchen Geld“, sagt Aenne Rappel angesichts der steigenden Preise im Kriegsgebiet. Auch in diesem Jahr verkauft der Verein deshalb am 7. und 8. November wieder Adventliches auf dem Kunst-Antikmarkt beim Sisi-Schloss in Aichach-Unterwittelsbach. Am zweiten und dritten Advent sind die Vereinsmitglieder dann auf dem Markt in Aindling vertreten. Das Adventskalender-Gewinnspiel beginnt auch in Kürze.

Spendenkonto: Aktion Jemenhilfe, Volksbank Raiffeisenbank Aichach, Bankleitzahl BLZ 720 900 00, Kontonummer 5582105.

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