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Kühbach
30.08.2021

Lüftungsgeräte für Kühbacher Schule: Zwei sind dafür, einer dagegen

Der Kühbacher Schulverband schafft weitere Lüftungsgeräte für die Schule an. Sie sind vom gleichen Typ, von dem bereits drei Geräte in der Schule stehen. Unser Archivbild nach dem Kauf der ersten Geräte zeigt Kühbachs Bürgermeister Karl-Heinz Kerscher (links), Schulleiter Johannes Klier (Mitte) und Norbert Mayr (rechts).
Foto: Helene Monzer

Der Schulverband Kühbach diskutierte zwei Stunden das Für und Wider von Lüftungsgeräten. Warum einer aus dem dreiköpfigen Gremium die Geräte ablehnt.

Lüftungsgeräte kaufen oder nicht? Und wenn ja, welchen Gerätetyp? Das waren Fragen, über die der Schulverband Kühbach, dem auch die Gemeinde Schiltberg angehört, rund zwei Stunden lang diskutierte. Das Gremium besteht aus Kühbachs Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzendem Karl-Heinz Kerscher, Schiltbergs Bürgermeister Fabian Streit und Gemeinderätin Astrid Sagstetter. Einer aus der Runde stimmte am Ende aus mehreren Gründen gegen den Kauf von Lüftungsgeräten.

Drei Lüftungsgeräte stehen bereits in der Grund- und Mittelschule in Kühbach. Eines kaufte der Schulverband im Herbst 2020, als zum ersten Mal Fördermittel dafür beantragt werden konnten. Zwei weitere folgten heuer im April mit einem weiteren Förderantrag. "Damit waren wir schon gut aufgestellt", sagte Schulverbandsvorsitzender Kerscher auf telefonische Nachfrage unserer Redaktion.

Debatte im Schulverband Kühbach: Lüftungsgeräte für alle 13 Klassenzimmer?

Sollen nun alle 13 Klassenzimmer der Schule Lüftungsgeräte erhalten? Darüber debattierten die drei Mitglieder des Schulverbandes ausführlich. Am schnellsten war die Frage geklärt, welcher Gerätetyp es werden könnte: Die sogenannte UV-C-Technologie kam für das Gremium wegen einer möglichen Strahlenbelastung nicht infrage. Die Plasmatechnologie sei eine Glaubensfrage, sagte Kerscher. Hier stand die Frage im Raum, ob die Geräte wirklich so funktionieren, wie es immer beschrieben wird. Außerdem wären wegen der Größe der Klassenzimmer jeweils zwei Geräte zu je 2000 Euro nötig, sagte Kerscher. Bei zehn Klassenzimmern, die damit noch ausgestattet werden müssen, würde das eine Investition von rund 40.000 Euro bedeuten.

Das Gremium entschied sich gegen die Plasmatechnologie und für ein Luftreinigungsgerät mit Filter. Also den gleichen Gerätetyp, von dem bereits drei in der Schule stehen. Rund 35.000 Euro würden die zehn Geräte kosten, schätzte der Schulverbandsvorsitzende. Dazu kommen alle zwei Jahre Wartungskosten von rund 550 Euro pro Gerät.

Schulverbandsvorsitzender: Sorge vor Ungleichstellung der Schulkinder

Kerscher stimmte als Einziger gegen den Kauf von Lüftungsgeräten. Seine Begründung: "Ich mag keine Ungleichstellung in der Schule." Das ist seiner Meinung nach bei der Arbeitsweise der Geräte gegeben. Kerscher erklärt: "Wenn ich es im Rücken der Kinder an der Wand montiere, dann werden Kinder und Lehrer in der ersten Reihe vom Luftfiltervolumen nicht so profitieren wie die in den hinteren Reihen." Umgekehrt würden die von den Lüftungsgeräten angesaugten Aerosole an den Kindern in den hinteren Reihen vorbeigezogen, und damit wäre dort die Gefahr einer Infizierung mit dem Virus höher.

Ein weiterer Grund, weshalb Kerscher gegen den Kauf der Geräte stimmte: "Auch ein Lüftungsgerät ersetzt keine Fensterlüftung. Es wälzt nur um." Dazu kommen die täglichen Corona-Schnelltests der Schüler, die sicherstellen, dass keines der Kinder positiv ist. Kerscher fasste seine Argumente so zusammen: "Wir kaufen für negative Kinder ein Lüftungsgerät, damit sie gefilterte Luft bekommen, und das noch zu ungleichen Teilen."

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