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Bürgerversammlung

09.11.2018

Kühbach muss tiefer in die Taschen greifen

Die alte Kühbacher Kläranlage. (Archivbild)
Bild: Gerlinde Drexler

Zwei Großprojekte in der Marktgemeinde werden teurer als erwartet. In einem Fall sieht Bürgermeister Lotterschmid einen konkreten Grund, warum das so ist.

Der Bau der neuen Kinderkrippe in Kühbach hat bereits begonnen. Diese Woche startet außerdem der Bau des Retentionsraums, der für den Neubau der Kläranlage notwendig ist. Im neuen Baugebiet an der Schildbreite sind schon alle Grundstücke verkauft und ein weiteres Baugebiet ist vorgesehen. Grundsätzlich zog Bürgermeister Johann Lotterschmid auf der Bürgerversammlung gestern Abend ein positives Fazit. „Die nächsten Jahre können voller Zuversicht angegangen werden“, sagte er. Nur ein Punkt ärgerte ihn.

Für Lotterschmid war es die 73. Bürgerversammlung, sie er seit seinem Amtsantritt im Jahr 1996 abhielt. Neben Zahlen aus dem aktuellen Haushalt des Marktes ging er auch auf die Entwicklung der Gewerbesteuer ein. Rund 2,2 Millionen Euro werden es zum Jahresende sein, schätzte er. Eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (1,6 Millionen Euro) und auch deutlich höher als die von Kämmerer Stefan Mayr im Mai in der Haushaltssitzung vorsichtig geschätzten 1,5 Millionen Euro. „Es kann durchaus sein, dass es mehr wird“, sagte Mayr damals schon.

Bei einem der Großprojekte der Gemeinde, dem Neubau der Kinderkrippe, ist der Rohbau fast fertig. Etwa 15 bis 20 Prozent höher seien die Kosten als erwartet, so der Bürgermeister. Kalkuliert hatte der Markt mit 2,76 Millionen Euro, jetzt liegt die Summe schon bei rund drei Millionen Euro. Und das ist noch nicht das Ende. „Eine Reihe von Auftragsvergaben steht noch aus“, sagte Lotterschmid.

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Teurer als gedacht wird auch der Neubau der Kläranlage, die Kühbach gemeinsam mit Inchenhofen betreiben wird. Nachdem 95 Prozent aller Aufträge vergeben sind, ist abzusehen, dass der Neubau, einschließlich Planungs- und Guthabenkosten, rund sieben Millionen Euro kosten wird. Ausgegangen war die Gemeinde von 6,3 Millionen Euro. 55 Prozent der Kosten entfallen auf Kühbach und 45 Prozent auf Inchenhofen. Was den Bürgermeister ärgert: Wegen der beiden von Werner Böhm initiierten Bürgerbegehren, die der Gemeinderat jeweils abgelehnt hatte, verzögerte sich der Baubeginn um ein knappes Jahr. Unterm Strich verteuerte sich das Projekt damit auch. Lotterschmid zu den Zuhörern: „Meines Erachtens hätte die Ausschreibung vor einem Jahr ein besseres Ergebnis gebracht.“ Das laufende Jahr sei dafür ein sehr ungünstiger Zeitpunkt gewesen. Vor einem Jahr, im Dezember 2017 lag die Kostenberechnung um 500000 Euro niedriger.

Aktuell liegt gegen den Baubescheid für die Kläranlage und die wasserrechtliche Genehmigung eine Klage von Böhm beim Verwaltungsgericht (VG) vor. Wie berichtet, hatte das VG die gleichzeitig beantragte aufschiebende Wirkung bereits abgelehnt. Dem Rest sieht Lotterschmid gelassen entgegen: „Die Aussicht auf den Erfolg der Klage sehe ich bei Null.“

2019 plant der Markt den DSL-Ausbau in den Ortsteilen Rettenbach und Mangelsdorf. Der Großteil der Kosten (172000 Euro) wird über Zuschüsse finanziert. Die Gemeinde muss 43000 Euro tragen. Bis Mitte 2019 muss der Auftrag von der Telekom abgewickelt sein.

Im Baugebiet Schildbreite sind alle Grundstücke verkauft. Die Flächen für ein weiteres, rund zwei Hektar großes Baugebiet an der Falterbreite hat die Gemeinde bereits. Etwa 25 Bauplätze können dort laut Lotterschmid entstehen. Bevor der Markt das Baugebiet ausweisen kann, muss die Kanalerneuerung in der Schrobenhausener Straße abgeschlossen sein. Die ist für 2020 geplant. Der Bürgermeister geht davon aus, dass das Baugebiet frühestens 2021 in Angriff genommen wird.

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