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Fest

22.09.2015

Kürbisse so weit das Auge reicht

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4 Bilder
Das Schorner Kürbisfest macht’s möglich: Luisa und Hannah am Stand der Mama, die alle ausgestellten Objekte selbst angefertigt hat.
Bild: Vicky Jeanty

Zwinkernde Kürbisse, Kürbisse mit Sonnenbrille, Zierkürbisse mit eigenwilligen Formen: Das fünfte Schorner Kürbisfest lockt viele Besucher auf das Schloss im Pöttmeser Ortsteil.

Kürbis pur im Schlossgarten der Familie von Herman im Pöttmeser Ortsteil Schorn. Hunderte der bunt bemalten orangenen Früchte lagerten am Sonntag vor allem im Eingangsbereich des herrschaftlichen Anwesens. Einige waren zu abenteuerlichen Gebilden aufgestapelt, andere zierten einen alten Holzwagen, wieder andere zwinkerten den Besuchern schelmisch zu oder grüßten mit leuchtender Sonnenbrille. Zierkürbisse mit eigenwillig verdrehten Formen fanden reißenden Absatz.

Wie gewohnt, nutzten etliche Hobbykünstler aus Pöttmes und Umgebung die Gelegenheit und boten ihre Waren an. Gerade die Kinder kamen auf ihre Kosten. Gleich nach einem Stopp am Süßigkeitenstand, vor allem bei der Zuckerwatte des Pöttmeser Schulfördervereins, konnten sie mit Pfeil und Bogen auf die Attrappe einer Wildsau oder eines Bären zielen. Die Mannen des Wittelsbacher Drachenschützenvereins leisteten wertvolle Schützenhilfe. Ganz besonders dicht umlagert war die Kürbisstation der Tausendfüßlergruppe aus Pöttmes. Hier wurden die dicken Dinger kurzerhand geköpft und ausgehöhlt, um rechtzeitig zu Halloween, dank brennender Kerze im Innern, gespenstisch im Dunkeln zu leuchten.

Die sechsjährige Amélie zeigte stolz auf „ihren“ Kürbis, den sie mithilfe ihrer Eltern besonders dekorativ gestaltet hatte. Der sei viel zu schön, um ihn draußen bei Regen und Kälte verwittern zu lassen. „Der kommt ins Haus“, sagte die Mama, deswegen habe man ihn auch nicht ausgehöhlt. Roja und Andrea von der Krabbelgruppe waren da ganz anders gefordert. „Mir tun die Hände vom vielen Aufschneiden und Aushöhlen weh, Roja hat sich geschnitten“, meinte Andrea. Auch die Väter entwickelten bei dieser Tätigkeit einen speziellen Ehrgeiz. Kaum einer der Sprösslinge, der nicht mit mindestens einem hohlen Exemplar nach Hause ging. Weiter ging es zum Kinderschminken, draußen lockte eine Runde im Pferdegespann.

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Verstreut über das gesamte Parkgelände hatten die vielen Hobbykünstler ihre Stände aufgebaut. Honig aus Schorn, geflochtene Körbe, Sternschnuppensteine, Gefilztes, Socken, Dekoratives für Haus und Garten, bemalte Holzbrettchen, Vogelhäuser, Steine, Holzschalen oder eine geschnitzte Tierwelt von Matthäus Baur aus Hiesling bei Griesbeckerzell (Stadt Aichach). Ein Ehepaar aus Eisingersdorf (Markt Aindling) hatte zwei aus Fichtenholz geschnitzte Hühner im Arm. Die sollen in den Garten, in Ermangelung lebender Exemplare. Im Birnbaum baumelt ein Affe, gleich über zwei lustigen Schweinchen. Baur war Zimmermann, jetzt ist er Rentner und Schnitzen ist sein Hobby. Auch Johann Daurer aus Ruppertszell bezeichnet die handgemachten Holzrechen als sein Hobby. An seinem Stand wird heftig gefachsimpelt, eine Reihe älterer Herrschaften kommentiert die einzelnen Handgriffe.

Natürlich war für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Viele Vereine sorgten dafür, dass sowohl Deftiges wie auch Süßes im Angebot war. Viel Vorarbeit war nötig gewesen, damit die zahlreichen Besucher zufrieden sein konnten. 750 Gäste hatten das Fest besucht, die Kinder nicht mitgerechnet. Andrea Schubert aus dem nahen Weiler Abenberg und ihre vielen Helfer und Helferinnen hatten sich primär um die prächtige Kürbisbestückung gekümmert. Die Vorarbeiten waren entsprechend aufwendig. Richard Baron Herman und seine Gattin Ludwiga stellen alle zwei Jahre ihren Park für das beliebte Fest zur Verfügung. Wie jedes Jahr geht der Erlös an die Stiftung „Zukunft für Jugend“, die die Baronin vor über zehn Jahren gegründet hat und deren Vorsitzende sie ist.

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