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Bilanz

25.04.2018

Kundeneinlagen der Aichacher Sparer überschreiten Milliardengrenze

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Bilanzsumme 1,4 Milliarden Euro: Das sind 2,8 Millionen 500-Euro-Scheine. Aufeinandergestapelt wäre so ein Scheinturm rund 340 Meter hoch.
Bild: k-experience/Fotolia

Sparkasse Aichach-Schrobenhausen legt ihre Zahlen für 2017 vor. Niedrig-Zins-Phase fordert das Geldinstitut auch weiterhin. Auch die Anleger der Bank befinden sich in der „Zinswüste“. Dagegen soll das „neue Sparen“ helfen

Aichach/Schrobenhausen „Durchgängig zufrieden“ ist Birgit Cischek, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Aichach-Schrobenhausen, mit den Zahlen für das Geschäftsjahr 2017. Sie spricht bei einer Pressekonferenz mit ihren Vorstandskollegen Rainer Wörz und Michael Appel von einer stabilen Geschäftsentwicklung. Die Bilanzsumme beläuft sich auf rund 1,4 Milliarden Euro und ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent gestiegen. Die Kredite an Kunden bewegen sich mit 763 Millionen Euro auf einem stabilen Niveau. Gut gewachsen sind laut Cischek die Kundeneinlagen. „Da haben wir erstmals die Milliardengrenze überschritten“, freut sich die Vorstandsvorsitzende. Mit 1,022 Milliarden Euro ist diese Summe um 4,5 Prozent gestiegen.

Im Kreditgeschäft, dem Hauptgeschäft des Geldinstituts, gab es einen Anstieg der Kreditzusagen um 13 Millionen Euro, das entspricht 38 Prozent. Allein die Kredite für den Wohnungsbau sind um 6,9 Prozent gestiegen, die für Privatpersonen um 3,9 Prozent, die für Unternehmen und Selbstständige um drei Prozent. Sehr positiv sei die Entwicklung auch im laufenden Jahr. Die Immobilienpreise seien aber immer noch sehr hoch, das Angebot werde weniger. „Dann wird es eng“, sagt Cischek. Da es auch wenig Zinsen gibt, zahlten viele lieber Darlehen zurück, auch Kommunen.

Für Anleger ist die Lage schwierig, so die Vorstandsvorsitzende. Sie spricht von einer „Zinswüste“. Die Ertragsentwicklung für die Kunden sei bei den kurzfristigen, sicheren Anlagen, die viele Kunden bevorzugen, negativ: „Minus 1,3 Prozent“. Dem stellt die Sparkasse das „neue Sparen“ entgegen, so die Vorstandsvorsitzende. Die Sparkasse will verstärkt beraten und den Kunden für sie geeigneten alternativen Anlageformen aufzeigen wie Immobilien, Versicherungen, Bausparen, Edelmetalle oder Wertpapiere. „Ein gesunder Anlagenmix macht für jeden Kunden Sinn“, sagt Cischek. Die Sparkasse mache mit ihren Partnern ein umfassendes Angebot, mit dem sie alle Bedürfnisse der Kunden abdecken könne.

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Mit den Provisionen aus diesem Verbundgeschäft gleicht die Sparkasse zum Teil die sinkenden Zinserträge aus dem Kreditgeschäft aus. Laut Rainer Wörz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, ist die Zinsspanne, also der Erlös aus dem Zinsabstand zwischen Ausleihungen und Einlagen, wegen der Niedrig-Zins-Politik um 1,9 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr. Er geht davon aus, dass sie in den nächsten zwei Jahren weiter sinken wird. Vorstandsmitglied Michael Appel ergänzt: „Die Strategie geht auf, mehr in die Beratung zu investieren.“ Das sehr beratungsintensive Wertpapiergeschäft habe sich verdreifacht bis vervierfacht. Auch beim Bausparen sei 2017 ein Top-Jahr gewesen. „Die Kunden wollen sich die niedrigen Zinsen sichern“, erläutert er. „Das passt ganz gut in die Zeit.“ Beim Verwaltungsaufwand, so Cischek, sei ein großer Spagat erforderlich. Zum einen müsse das Geldinstitut wegen der Digitalisierung und Regulierung mehr investieren, zum anderen müssten die Kosten reduziert werden. „Dieser Spagat ist uns gut gelungen“, sagt sie.

Etwa zwei Drittel der Kosten macht das Personal aus. Wie berichtet, baut die Sparkasse bis Ende 2020 35 Vollzeitstellen ab. Sie kommt dabei ohne betriebsbedingte Kündigungen aus. Gleichzeitig braucht die Sparkasse qualifiziertes Personal für Herausforderungen durch neue Techniken und Beratung. Die Sparkasse bildet deshalb weiter aus und bietet Fortbildungs- und Qualifizierungslehrgänge an. Seit einigen Jahren ist es auch möglich, neben dem Beruf zu studieren.

Die Sachkosten sind der zweite Kostenblock. Wie Michael Appel erläutert, hat die Sparkasse in die Gebäudetechnik investiert und damit den Energieverbrauch gesenkt. In Aichach und Schrobenhausen werden Flächen intensiver genutzt. So wurden in Schrobenhausen zwei Etagen im Boniberger-Haus geräumt. Eine Filiale wurde vom Kellerberg an einen mehr frequentierten Platz – eine Tankstelle -– verlegt. In Inchenhofen wurde ein ungenutztes Dachgeschoss zur Wohnung umgebaut, die bereits vermietet ist. Nicht rütteln will die Sparkasse derzeit an der Zahl der Filialen und Geldautomaten. Cischek: „Wir wollen den Kunden nah bleiben.“

Ihr Ausblick: „Die Zinspolitik wird sich auch in den nächsten drei Jahren niederschlagen, bevor es wieder nach oben geht.“ Ihr Rezept: „Unternehmerisch handeln, vorausschauend agieren.“

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