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Bevölkerung

20.09.2016

Landkreis Aichach-Friedberg will teure Asylunterkünfte auflösen

Von manchen Asylunterkünften soll der Mietvertrag nicht verlängert werden.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Es ist genug Platz in den Unterkünften des Kreises. Deshalb sollen manche Mietverträge nicht verlängert werden. Das Integrationsgesetz bringt neue Aufgaben.

Die Zahl der Asylbewerber im Landkreis Aichach-Friedberg sinkt weiter. Waren es Ende August noch 1370, zählt das Landratsamt jetzt 1352. Dementsprechend beruhigt sich die Lage auch in den Asylunterkünften weiter. Wie das Landratsamt bekannt gab, stehen dort ausreichend freie Plätze zur Verfügung. Derzeit sollen keine weiteren Unterkünfte gemietet werden. Landrat Klaus Metzger möchte zudem „teure Mietverträge abschmelzen“. Das bedeutet, dass die Zahl der angemieteten Unterkünfte auf lange Sicht abnehmen soll. „Wir haben genügend Kapazitäten“, erklärt Metzger diesen Schritt.

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Noch leben in den Unterkünften 401 Fehlbeleger. Das sind anerkannte Flüchtlinge, die noch keine eigene Wohnung gefunden haben. Sie müssen sich auf dem freien Wohnungsmarkt nach einer Bleibe umschauen, scheitern jedoch häufig an zu hohen Mietpreisen oder an Vorurteilen von Vermietern. In ganz Schwaben hat laut Metzger niemand so viele Fehlbeleger wie der Landkreis Aichach-Friedberg.

Asylbewerber sollen sich integrieren

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Verringert hat sich dafür die Zahl der Asylbewerber, die dem Landkreis zugewiesen werden. Pro Woche kommen nur noch zwei bis zehn Personen. Noch vor einem Jahr sah die Lage ganz anders aus. Damals kamen wöchentlich bis zu 65 Asylbewerber. Simone Losinger, Leiterin der Ausländerbehörde des Landratsamts, sagt: „Vor einem Jahr haben wir uns gefragt: Wie kriegen wir die Leute unter? Jetzt ist die Arbeit eine ganz andere.“ Denn nun gehe es nicht mehr darum, die Asylbewerber unterzubringen, sondern die Entscheidungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) umzusetzen. So muss sich die Ausländerbehörde beispielsweise um die Integration von Bleibeberechtigten kümmern. Die Entscheidung, ob ein Asylbewerber bleiben darf oder nicht, liegt allerdings beim BAMF.

Diese Entscheidung hängt neuerdings auch davon ab, was Asylbewerber dafür tun, um sich zu integrieren. Seit dem 6. August gibt es das neue Integrationsgesetz. Demnach soll jeder Bewerber mit guten Aussichten auf Asyl Kurse belegen oder sich einen Ausbildungsplatz suchen. Tut er das nicht, drohen Leistungskürzungen. Auch die Aussicht auf Bleibeberechtigung ist dann in Gefahr. Ob ein Bewerber genug für die Integration tut, kontrolliert die Ausländerbehörde.

Ein Punkt ist für Goran Ekmescic vom Bildungsbüro des Landkreises bei der Integration entscheidend: „Die Sprache ist der Schlüssel.“ Deshalb gibt Sprachkurse für Asylbewerber. Doch nicht nur die Sprache ist wichtig. In den Integrationskursen geht es auch um das deutsche Recht oder darum, wie man sich in Deutschland verhält. Für Schüler gibt es 37 „Drittkräfte“, die ihnen beim Deutschlernen helfen. Außerdem helfen noch 30 ehrenamtliche Sprachpaten in Aichach und Friedberg beim Lernen. (gioe)

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