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Aichach-Friedberg

04.10.2019

Landkreis geht neue Wege in der Kinderbetreuung

Im Helene-Seibert-Haus in Kissing soll eine Tagespflege für Kinder eingerichtet werden, in der Kinder betreut werden können, wenn Tagesmütter ausfallen. Im nördlichen Landkreis könnten solche Einrichtungen an den Familienstützpunkten angesiedelt werden.
Bild: Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpa

Plus In einem Haus in Kissing sollen Kinder betreut werden, solange ihre eigentliche Tagesmutter ausfällt. Das Pilotprojekt könnte ausgeweitet werden.

Tagesmütter stellen im Landkreis einen wichtigen Baustein in der Kindertagesbetreuung dar. Die Kinder werden dabei nicht in Einrichtungen betreut, sondern bei den Tagesmüttern zu Hause. 132 Kinder wurden laut Jugendamt zur Jahresmitte von Tagesmüttern betreut. Über 40 Tagesmütter und einen Tagesvater gibt es derzeit im Wittelsbacher Land. Fällt eine von ihnen aus, springt meist eine andere Tagesmutter ein. Doch weil eine Tagesmutter nur maximal fünf Kinder betreuen darf, stößt das Vertretungsmodell zunehmend an Grenzen.

Feste Einrichtung im Helene-Seibert-Haus in Kissing

Um die ersatzweise Betreuung sicherzustellen, soll nun eine feste Einrichtung in Kissing entstehen. Sie soll im Helene-Seibert-Haus angesiedelt werden, das der Landkreis von der 1982 verstorbenen Namensgeberin aus Mering geerbt hat. Sie hatte dem Wittelsbacher Land Geld und eine Doppelhaushälfte in Kissing hinterlassen. Nach Abzug der Ausgaben wurden die Erträge aus Mieteinnahmen und Zinsen seither einer Sonderrücklage zugeführt. Sie wird seit 2011 vom Jugendamt verwaltet. Jedes Jahr wurde Geld entnommen, um Familien aus dem Landkreis in Notsituationen zu helfen. Das berichtete Jugendamtsleiter Bernd Rickmann vor zwei Jahren im Jugendhilfeausschuss des Landkreises. Damals waren rund 145000 Euro auf dem Konto.

Umbauarbeiten werden noch heuer abgeschlossen

Nun war das Helene-Seibert-Haus erneut Thema im Ausschuss. Denn im vergangenen Jahr zogen die Mieter aus. Derzeit wird das Haus saniert. Dafür und für die Ausstattung wurde die Rücklage verwendet. Die Arbeiten würden im Laufe des Jahres abgeschlossen, berichtete Rickmann im Ausschuss. 2020 soll in dem Gebäude die neue Einrichtung ihre Arbeit aufnehmen.

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Mit der Katholischen Jugendfürsorge als Träger, die auch die Trägerschaft für den ebenfalls in Kissing angesiedelten Familienstützpunkt übernommen hat, sollen Tagesmütter angestellt werden. Diese übernehmen im Helene-Seibert-Haus die Ersatzbetreuung, wenn anderswo eine Tagesmutter ausfällt. Bis zu zehn Kinder dürften in der Einrichtung betreut werden.

Ähnliche Einrichtungen könnte es auch im Landkreisnorden geben

In dem Haus könnten auch Arbeitstreffen der Tagesmütter, Fortbildungen und Vorträge stattfinden. Die hier tätigen Tagesmütter sollen die Kontaktpflege zu den Tagesmüttern und den von ihnen betreuten Kindern im gesamten südlichen Teil des Landkreises übernehmen. So solle eine vertrauensvolle Basis für den Fall geschaffen werden, dass eine Tagesmutter auf die Ersatzbetreuung zurückgreifen muss, sagte Rickmann. Auch den Kindern sollen dann das Haus und die dortigen Tagesmütter vertraut sein. Der Jugendamtsleiter ist überzeugt: „Das Haus wird sehr gut genutzt sein.“ Allein im Raum Friedberg, Mering und Kissing gebe es zehn bis 15 Tagesmütter. Jede betreue durchschnittlich zweieinhalb Kinder.

Die Einrichtung ist als Pilotprojekt gedacht. Bewährt sie sich, könnte das Modell auf Friedberg, Aichach und Pöttmes ausgedehnt und weitere Standorte bei den dort geplanten Familienstützpunkten angesiedelt werden. Auf Nachfrage aus dem Ausschuss sagte Rickmann, bei den Tagesmüttern falle das „auf sehr fruchtbaren Boden“. (mit cli)

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