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Kommunalpolitik

15.04.2015

Landrat bekommt keinen neuen Stellvertreter

Klaus Metzger

Für Rudi Fuchs wird kein Nachfolger gewählt. Die Grünen scheitern mit ihrem Vorschlag, ebenso wie die Freien Wähler mit einer neuen Idee.

Von Peter Stöbich

Zwei Stellvertreter für Landrat Klaus Metzger sind ausreichend. Davon war gestern Nachmittag die Mehrheit im Kreistag Aichach-Friedberg überzeugt. Für Rudi Fuchs, der im vergangenen Jahr als Landrats-Stellvertreter zurückgetreten ist, wird kein Nachfolger gewählt. Vor der Abstimmung ging es in der Diskussion unter anderem um die Notwendigkeit von „Alibi-Frauen“ und „Grüß-Gott-Onkeln“.

In seiner Stellungnahme machte Landrat Klaus Metzger deutlich, dass er neben Manfred Losinger ( CSU) und Peter Feile ( SPD) in der laufenden Amtsperiode keinen weiteren Vertreter für notwendig halte. „Wir haben im Kreistag ein gutes Arbeitsklima und sollten nicht nochmals in eine Debatte einsteigen, bei der es nicht nur Gewinner geben wird“, warnte er. Er selbst wolle weiterhin so viele Termine wie möglich wahrnehmen und habe im ersten Jahr seiner Amtszeit die Erfahrung gemacht, dass zwei Stellvertreter ausreichend seien: „Wir sind ein gutes Team.“

Katrin Müllegger-Steiger, Fraktionsvorsitzende der Grünen, sah das anders und forderte: „Bekennen Sie Farbe und billigen den Posten einer kleinen Gruppierung zu.“ Sie schlug die Friedbergerin Claudia Eser-Schuberth vor, die über jahrelange kommunalpolitische Erfahrung verfüge. Eine Frau würde außerdem einen wesentlichen Teil der Wähler und Landkreisbürger repräsentieren. Und: Wenn man in der jetzigen Amtsperiode keinen dritten Vertreter mehr brauche, so Müllegger-Steiger, dann habe sich der Landkreis jahrelang überflüssigen Luxus gegönnt.

Von einer „Alibifrau“, wie sie die Grünen-Sprecherin ironisch bezeichnet hatte, wollte der Landrat nichts wissen. „Das ist eine reine Sachentscheidung und der Einzige, der wissen kann, ob es funktioniert, bin ich“, sagte er.

Kissings Bürgermeister Manfred Wolf, der in seiner Gemeinde von zwei Frauen vertreten wird, bestätigte zwar, dass Metzger in der Öffentlichkeit wesentlich öfter präsent sei als sein Vorgänger. Es müsse aber nicht bei jedem Vereinsfest und jedem Jubiläum ein „Grüß-Gott-Onkel“ des Landkreises mit dabei sein. Metzger hielt dem entgegen, die Anwesenheit eines offiziellen Landkreis-Vertreters bedeute eine wichtige Wertschätzung für die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Helfer in Hilfsorganisationen und Vereinen.

Einen ganz neuen Vorschlag brachte Helmut Lenz (Freie Wähler) ein: Ein rollierendes System, bei dem alle Gruppierungen im jährlichen Wechsel einen der Stellvertreter stellen könnten. Das wäre laut Landkreisordnung zwar möglich. Metzger hatte aber Zweifel, ob das tatsächlich praktikabel sei. „Sollte jemand für längere Zeit ausfallen, kann der Kreistag immer noch reagieren. Wir können nicht Notfallpläne für sämtliche denkbaren Möglichkeiten entwerfen“, sagte er.

Die Fraktionschefs von CSU und SPD, Peter Tomaschko und Roland Fuchs, unterstützten den Vorschlag der Verwaltung, auf einen dritten Vertreter zu verzichten. „Es geht hier nicht um Mann oder Frau, Nord oder Süd“, sagte Tomaschko. „Der Bedarf ist einfach nicht gegeben.“ Die Unabhängigen sahen das ebenso.

Schließlich stellte Hans-Dieter Kandler (SPD) einen Geschäftsordnungs-Antrag auf Ende der Debatte. Mit 34:13 Stimmen (Grüne und FW sowie drei weitere Räte) wurde beschlossen, keinen Nachfolger für Rudi Fuchs zu bestimmen. Damit waren Abstimmungen über die Vorschläge von Lenz und Müllegger-Steiger hinfällig.

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