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Stellenplan

06.02.2015

Landratsamt wird wieder „jünger“

Das Landratsamt in Aichach wird jünger - zumindest die Belegschaft. 
Bild: Archivfoto: Christian Lichtenstern

Altersdurchschnitt der Mitarbeiter des Landkreises ist seit Jahren kontinuierlich gestiegen. Jetzt sinkt er wieder – und gleich um zwei Jahre. Auch die Fehltage gehen zurück

Wir werden alle jeden Tag älter – das gilt natürlich auch für die Mitarbeiter im Landratsamt. Doch im Schnitt sind die Beschäftigten des Landkreises heuer gleich um über zwei Jahre jünger geworden gegenüber dem Jahr 2014. Eine Trendumkehr – seit Jahren ist der Altersdurchschnitt der Belegschaft im Blauen Palais kontinuierlich gestiegen. Jetzt berichtete Personalchef Georg Großhauser bei der Vorstellung des Stellenplans im Kreisausschuss, dass sich die intensive Ausbildung und die Übernahme von jungen Kollegen statistisch auswirkt. Laut Großhauser ist das unbedingt notwendig, denn in einigen Jahren steht die Behörde vor einem Generationswechsel.

Der Personalmarkt sei leer gefegt und der Öffentliche Dienst stehe in starker Konkurrenz zur freien Wirtschaft. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Ruhestand gehen, droht ein Personalengpass. Großhauser schlägt deshalb vor, über den eigenen aktuellen Bedarf auszubilden, um für kommende „Rentnerwellen“ gewappnet zu sein. Die Frauen am Landratsamt sind nicht nur deutlich in der Überzahl, sondern im Durchschnitt jünger (42,7 Jahre) als ihre männlichen Kollegen (45,6 Jahre). Nur am Rande bemerkt: Die Frauen sind auch schon 2014 (im Schnitt) jünger geworden, die Männer am Landratsamt dagegen wurden 2014 noch älter (+ 0,5 Jahre im Schnitt gegenüber 2011).

Beschäftigungsstruktur Für den Landkreis Aichach-Friedberg arbeiten (ohne Krankenhäuser) derzeit rund 420 Angestellte, Beamte und Arbeiter (Voll- und Teilzeit). Die Beschäftigungsstruktur am Landratsamt ist dabei nicht unbedingt typisch: 269 Frauen zählt Personalchef Großhauser. Das entspricht nahezu einer Zwei-Drittel-Quote. Davon arbeiten 166 in Teilzeit. Über 70 verschiedene Modelle, die Stunden aufzuteilen, gibt es im Landratsamt. Das kommt besonders Müttern mit kleinen Kindern entgegen, aber auch Mitarbeitern, die Angehörige pflegen.

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Krankheitstage Vor allem Wirbelsäulenprobleme, Krebs und immer öfter auch psychische Erkrankungen sorgen für Fehltage in der Arbeitswelt. In der freien Wirtschaft, aber auch in einer Behörde steigt der Arbeitsdruck. Bei ihren Versicherten kommt die Krankenkasse AOK Bayern im Jahr 2012 auf 15,5 Tage. Im Landratsamt, Bauhof und den anderen Außenstellen ist die Zahl der Krankheitstage mittlerweile wieder rückläufig. Im Durchschnitt fehlte im Jahr 2013 jeder Mitarbeiter rund elf Tage. Das ist mehr als 2008 (knapp acht Tage) aber auch wieder deutlich weniger als 2011. Damals lag die Zahl der Fehltag im Schnitt bei 15,6. Das lag damals an außergewöhnlich vielen Langzeiterkrankungen (Krebs) und psychischen Erkrankungen, erklärte Großhauser in der Sitzung. Inzwischen seien die meisten der betroffenen Mitarbeiter aber wieder genesen oder mittlerweile im Ruhestand. Es seien aber auch mehrere Kollegen verstorben.

Schwerbehinderte Der Kreis hat 16 Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten besetzt und muss deshalb keine Abgabe bezahlen.

Staatspersonal Im Landratsamt arbeiten 77 Beamte und Beschäftigte (insgesamt 62 Stellen), die vom Staat bezahlt werden. Dabei handelt es sich um hoheitliche Aufgaben, beispielsweise die Rechtsaufsicht, das Staatliche Bauamt, Gesundheitsamt oder Lebensmittelüberwachung.

Ausbildung Zum September wurden im Landratsamt fünf Auszubildende (als Verwaltungsfachangestellte) sowie fünf Beamtenanwärter (in allen drei Qualifikationsebenen) neu eingestellt. Teilweise werden im Amt bis zu 30 junge Menschen in den verschiedensten Bereichen ausgebildet. Laut Großhauser sollen auch in Zukunft jedes Jahr zehn Plätze angeboten werden.

Arbeitgeber Der öffentliche Dienst insgesamt ist der mit Abstand größte Arbeitgeber im Wittelsbacher Land. Neben den rund 580 Angestellten in den Kliniken (240 in Aichach und 365 Friedberg) gehören dazu das Landratsamt (420) und die Justizvollzugsanstalt (270 Mitarbeiter), aber auch Amtsgericht, Vermessungsamt, Gemeindeverwaltungen, Schulen et cetera. Unterm Strich hat der Kreis seit den 90er-Jahren Personal abgebaut. Durch Umwandlung von Voll- in Teilzeitstellen und Auslagerung von Aufgaben (Reinigung in den Kliniken) in eine Service-Gesellschaft.

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