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Stadtbergen

08.03.2015

Landwirtschaftsamt soll umziehen - Abgeordneter tobt

Der Abgeordnete Johann Häusler wettert, vom Landwirtschaftsministerium belogen worden zu sein.
Bild: Freie Wähler

Johann Häusler (FW) und Herbert Woerlein (SPD) kritisieren den geplanten Umzug des Landwirtschaftsamtes von Stadtbergen nach Schwabmünchen – und schießen scharf gegen die CSU.

Der mögliche Umzug des Landwirtschaftsamtes von Stadtbergen nach Schwabmünchen erhitzt die Gemüter. Nachdem wir gestern über die Pläne berichtet hatten, regt sich in der Politik heftiger Widerstand. Im Wittelsbacher Land kritisieren die Landwirte und der CSU-Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko die Pläne. Er hat schon an Landwirtschaftsminister Helmut Brunner geschrieben. Im Nachbarkreis schießen die Abgeordneten Johann Häußler (FW) und Herbert Woerlein (SPD) scharf gegen das Projekt. Häusler wettert sogar, vom Landwirtschaftsministerium belogen worden zu sein.

"Ich lasse mich nicht von einem Ministerium belügen"

Als der Abgeordnete Anfang der Woche gerüchteweise von den Umzugsplänen hörte, wandte er sich an das Landwirtschaftsministerium. Dort teilte man Häusler eigenen Angaben zufolge mit, dass über derartige Überlegungen keinerlei Informationen vorliegen würden. Dass die Landtagsabgeordnete Carolina Trautner (CSU) in unserer Ausgabe von Freitag von Gesprächen über einen möglichen Umzug des Amtes berichtete, bringt Häusler geradezu auf die Palme: "Als gewählter Abgeordneter des Bayerischen Landtags lasse ich mich nicht von einem Ministerium belügen. Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang, den ich schon deshalb nicht hinnehmen werde, weil die damit verbundene Entscheidung ein beispielloser Murks ist."

Durch den Umzug entstünden erhebliche Umwege

Für viele Landwirte aus der ganzen Region Augsburg entstünde durch die Verlagerung des Amtes nach Schwabmünchen ein erheblicher Umweg. Dort wird nach einer Verwendung für das kürzlich sanierte Amtsgerichtsgebäude gesucht. Unterstützung bekommt Häusler von Herbert Woerlein. Der Stadtberger, der Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ist, lässt kein gutes Haar an den Plänen des Ministeriums: Die derzeitige Lage des Amtes an der B17 und der A8 sowie an der Straßenbahnlinie 3 sei optimal. Zudem teilt Woerlein die Ansicht des Bauernverbands, wonach von dem Umzug auch die Landwirtschaftsschule betroffen wäre.

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Woerlein enttäuscht von CSU

Enttäuscht zeigt sich Woerlein von der CSU: Von Bürgermeister Paul Metz erhofft er sich deutlichere Impulse für den Erhalt des Landwirtschaftsamtes. "Vom Bürgermeister einer Stadt erwarte ich, dass er sich mit vollem Einsatz für sie einsetzt. Verhaltenheit und Halbherzigkeit sind da fehl am Platz."

Für die Haltung von Trautner zeigt Woerlein kein Verständnis. Sie hatte betont, zum Wohl des Stimmkreises handeln zu müssen: "Ich darf daran erinnern, dass auch Stadtbergen zum Stimmkreis Augsburg-Land-Süd gehört, für den Kollegin Trautner und ich gewählt sind!" Woerlein und Häusler kündigten an, den Umzug verhindern zu wollen. Während Häusler noch gestern einen "Brandbrief an Landtagspräsidentin Barbara Stamm" verfasste, kündigte Woerlein an, mit einer Petition oder einem Dringlichkeitsantrag nachziehen zu wollen. Der Augsburger Landrat Martin Sailer äußerte sich verhalten: "Wir müssen die Entscheidung des Justiz- und des Umweltministeriums abwarten. Dann wird es gegebenenfalls ein Thema für den Landkreis."

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