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07.09.2018

Lebensmittelangebot in Baar schrumpft

In Baar wird der Edeka-Markt deutlich verkleinert. <b>Foto: dpa/Patrick Seeger</b>
Bild: dpa/Patrick Seeger

Im Edeka-Supermarkt werden die Verkaufsfläche und das Sortiment zum Jahresende deutlich reduziert. Geschäftsinhaber und Bürgermeister Leonhard Kandler erklärt, warum er sich zu diesem Schritt entschlossen hat

Baar Es ist das Gesprächsthema Nummer eins in Baar: Edeka Kandler, der einzige Supermarkt im Ort, soll angeblich schließen, wird gemunkelt. Was wirklich dahintersteckt, verrät Inhaber und Bürgermeister Leonhard Kandler auf Nachfrage. Fakt ist, dass der Supermarkt die Ladenfläche verkleinert und damit auch sein Sortiment deutlich zurückschraubt.

Aktuell gibt es im Laden im Postweg all das, was ein Edeka-Supermarkt auch regulär im Angebot hat. Ab dem kommenden Jahr soll sich das nun ändern. Brot, Backwaren, frische Wurstwaren, eine Kühltheke mit Milchprodukten und eine warme Theke, die die Brotzeit für die Arbeiter sichert, sollen das neue, deutliche reduzierte Sortiment werden. Die Geschäftsfläche soll von 500 Quadratmeter auf etwa 50 bis 60 Quadratmeter schrumpfen.

Kandler gesteht es mit Wehmut in der Stimme: „Es ist nicht einfach.“ Eröffnet hat er den Laden 1981 gemeinsam mit seiner Ehefrau. Damals hatte der Laden gerade einmal 29 Quadratmeter. Regelmäßig investierte das Paar, der größte Umbau fand 1992/1993 statt. Im Lebensmittelgeschäft lebte das Paar Teamarbeit, so Kandler: „Meine Frau war im Laden, ich in der Backstube.“ Und doch sei es mitunter schwer gewesen, mit den veränderten Konsumbedingungen zurechtzukommen. Denn eigentlich kaufte man bei Edeka Kandler in Baar nur das ein, was man unterwegs vergessen habe, verrät Kandler.

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Der Grund für die drastische Reduzierung des Angebots ist die „Gesundheitswatsch’n“, die Kandler und seine Frau kassieren mussten. Der 69-jährige Inhaber erlitt vor einigen Jahren einen Schlaganfall, erst in diesem Jahr war seine 71-jährige Frau erkrankt. Von den sechs Kindern möchte keiner den Betrieb weiterführen. „Die Jungen haben es richtig erkannt“, erklärt Kandler mit Blick auf den fehlenden Nachwuchs. Sie würden in ihren erlernten Berufen arbeiten und wissen, wie sie Geld verdienen können. „Vielleicht haben sie auch gesehen, dass ihre Eltern nie aus dem Arbeitsgewand rauskamen“, mutmaßt er.

Aktuell laufen die Planungen für den Umbau. Die Ladenfläche soll von 500 auf 50 bis 60 Quadratmeter schrumpfen. Das restliche Gelände soll an eine „branchenfremde Firma“ vermietet werden, verrät Kandler. Besprochen worden sei bereits alles, nur die Verträge sind noch nicht unterschrieben. Ob sich die abgespeckte Variante von Edeka Kandler rentieren wird und für das Ehepaar arbeitstechnisch zu bewältigen ist, wird sich zeigen. Ein Jahr soll das Geschäft mit reduziertem Angebot im Testlauf laufen – „für die Baarer“, wie Kandler ergänzt. Dann wird sich zeigen, wie das Angebot ankommt.

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