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Gemeinderat I

09.10.2014

Leistet sich Affing den Luxus einer großen Turnhalle?

Variante mit Catering und Tribüne gefällt dem Rat zwar, eine Entscheidung wird aber verschoben

Diese Entscheidung konnte der Affinger Gemeinderat nicht aus dem Ärmel schütteln: Reicht eine reine Schulsporthalle an der Realschule in Bergen oder nimmt die Gemeinde um einiges mehr Geld in die Hand, um eine wettkampftaugliche Sporthalle zu bekommen? Festlegen konnte sich der Gemeinderat am Dienstag nicht. Zuvor müssen noch einige Punkte geklärt werden.

Gefallen hätte der Entwurf dem Gemeinderat schon, den Jürgen Dennerle von Schwinde Architekten aus München präsentierte (siehe auch erste Lokalseite). Tribüne, Catering-Küche, Kletterwand – all das würde seine Sporthalle bieten, die wettkampftaugliche Ausmaße hätte. Für den Schulsport hingegen genügt eine kleinere Doppelturnhalle. Die Diskussion im Gemeinderat entspann sich zwischen Wünschenswertem, finanziellen Zwängen und der Kostenaufteilung mit dem Landkreis. Bei der Schulturnhalle müsste Affing 1,9 Millionen Euro bezahlen, ohne Konditions- und Gymnastikraum sogar nur 1,4 Millionen Euro. Die Sporthalle mit allem Pipapo würde den Gemeindesäckel hingegen mit 3,6 Millionen Euro belasten.

Diesen großen Unterschied kritisierten zum Beispiel Manfred Klostermeir und Markus Jahnel. Letzterer sagte: „Diese wahnsinnige Steigerung erschließt sich mir nicht.“ Er forderte einen vergleichbaren Stand der Pläne, denn „so kommt mir das so hingerechnet vor“. Man vergleiche eine Minimalausstattung mit der Luxusvariante.

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Rainer Hurler, Sachgebietsleiter Hochbau im Landratsamt, erklärte im Gemeinderat, dass man in einem Vorgespräch mit Bürgermeister Rudi Fuchs festgelegt habe, welche Details berücksichtigt werden sollten. Den großen Kostenunterschied mache vor allem die Mitverwendung des Küchenbereichs aus. Bald zeichnete sich ab, dass Hurler keinen Beschluss des Gemeinderates mit ins Blaue Palais würde nehmen können. Deshalb zeigte er sich offen für eine dritte Möglichkeit. Bis zur Novembersitzung soll der Planer nun eine neue Variante kalkulieren: eine wettkampftaugliche Spielhalle zwar, aber ohne Tribüne und Catering. Übrig blieben nur Küche und Speisesaal für die Schüler. Diese Kosten müsste dann allein der Landkreis tragen. Allerdings könnte die Gemeinde die Verpflegungsräume dann auch nicht mitnutzen.

Bei vertretbaren Mehrkosten müsse man ernsthaft über die große Lösung nachdenken, fand Jahnel, der von einer Chance sprach, „die so schnell nicht wiederkommt“. Auch Albert Gutmann sprach von einer „Möglichkeit für Jahrzehnte“. Gerald Eberle hingegen fand: „Eine halbgare Sache bringt nichts.“ Die große Lösung „übersteigt die finanziellen Mittel“. Dreh- und Angelpunkt für Stefan Matzka war die Frage: „Was ist wirklich notwendig?“ Der Konditionsraum in der Mehrzweckhalle zum Beispiel werde kaum genutzt. Die sollte man ohnehin nicht vergessen, lautete der Hinweis von Joseph Engelschalk. Und Markus Winklhofer ergänzte, dass trotz Balken auf fünf Metern Höhe dort Vollyeball-Punktspiele ausgetragen würden. Josef Tränkl schlug Gespräche mit den Vorständen der drei Sportvereine vor. Vertreter des TSV Mühlhausen unter den Zuschauern bezeichneten es als wünschenswert, wenn das Angebot für Kinder und für Gymnastik ausgebaut werden könnte. Realschulleiterin Sigrid Kehlbach bat darum, die Extraräume in Betracht zu ziehen.

Am Ende war man sich einig: Entschieden wird erst im November. Bis dahin werden die Bedürfnisse der Vereine ausgelotet, der Planer muss eine neue Variante vorlegen und der Kämmerer wird gefragt: Was ist finanziell überhaupt drin? "Seite 1

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