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Projekt

18.02.2015

Lieber keine Gasleitung

Für die Landwirte wäre Kreisobmann Herb froh, wenn die Pipeline „MonacoII“ nicht kommt. So sieht man das auch in Rehling

Vor zwei Jahren stand sie dick in der Diskussion: Die Gashochdruckleitung Finsing-Amerdingen, die quer durch den Landkreis führen soll. Das Projekt von Bayernets, einer Bayerngas-Tochter, war nicht populär. In den betroffenen Gemeinden, aber vor allem bei den Landwirten hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Jetzt ist fraglich, ob die Pipeline überhaupt kommt. "Seite Region 29

Betroffen wären viele von „MonacoII“ – je nach Trasse die Gemeinden Sielenbach, Aichach, Hollenbach, Aindling, Todtenweis, Affing und Rehling. In allen Kommunalparlamenten wurden die Pläne 2013 diskutiert. Ein Thema waren sie aber vor allen Dingen für die Landwirte, durch deren Boden die unterirdischen, 1,2 Meter dicken Rohre führen sollten. Reinhard Herb, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), zeigte sich bei Bekanntwerden der Pläne im Sommer 2012 skeptisch. Eine solche Baumaßnahme störe das Gefüge des Bodens, argumentierte er damals. Vor allem aber pochte er auf eine entsprechende Entschädigung seiner Berufskollegen.

Seit die Regierung von Schwaben das Raumordnungsverfahren Ende 2013 auf Betreiben von Bayernets gestoppt hat, hat Herb nichts mehr von den Plänen gehört. Von unserer Zeitung erfuhr er gestern, dass inzwischen ein dickes Fragezeichen dahinter steht. Darauf reagierte er erfreut. „Wir hätten’s zwar nicht blockiert, aber es ist nur gut, wenn’s nicht kommt“, sagte er. Für den Bau einer derartigen Gashochdruckleitung wäre ein 32 Meter breiter Arbeitsstreifen nötig gewesen. Die 1,2 Meter dicken Rohre hätten 1,2 Meter Erde bedecken müssen. Herb ist es im Namen seiner Kollegen viel lieber, wenn der Boden nicht auf diese Weise beansprucht werden muss. Die entsprechende Erfahrung haben die Bauern im Wittelsbacher Land schon vor rund 20 Jahren gemacht, als die Gasleitung Amerdingen-Schnaitsee über Anwalting (Gemeinde Affing) quer durch den Landkreis gebaut wurde. Landwirten zufolge ist die Trasse bei bestimmten Witterungsverhältnissen noch heute erkennbar. Andererseits gibt Herb mit Blick auf die 380-kV-Leitung unweit seines Wohnortes Sielenbach zu: „Eine Gasleitung wäre schon noch besser als eine Überlandleitung.“

Rehling gehört im Wittelsbacher Land zu den Gemeinden, die die Gasleitung lieber nicht haben. Dort wurde vor allem die Durchquerung des Lechfelds kritisch gesehen, wie Bürgermeister Alfred Rappel erinnert. Wenig begeistert war man auch, dass die Trasse am Fuße von Scherneck vorbeiführen sollte. „Wenn die Leitung nicht kommt, machen wir keinen Trauermarsch“, fasste Rappel gestern die Rehlinger Sichtweise zusammen.

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