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Kultur-Café in Aichach

30.03.2015

Lieder von Flöhen und Löwen

Der Liederchor Aichach unter Leitung von Josef Putz sang beim Kulturcafé im Café Koch.
Bild: Gerlinde Drexler

Bei der zweiten Veranstaltung des Kultur-Café präsentiert sich der Liederchor Aichach mit 29 Sängern vor rund 100 Zuhörern.

An die 100 Besucher waren am Sonntag zum zweiten Aichacher Kultur-Café gekommen. Es ist ein Forum, in dem sich Aichacher Vereine präsentieren können. Den erfolgreichen Auftakt der Veranstaltungsreihe der Aichacher Kulturszene hatten vor vier Wochen die Aichach-Dasinger Volkstanz’ler gemacht. Gestern sang der Liederchor Aichach im Café Koch. Die 29 Sänger trugen einen bunten Querschnitt aus ihrem Repertoire vor.

Lieder, die schon 400 bis 500 Jahre alt sind, präsentierte der Chor im ersten Teil. Zum Schmunzeln brachte die Zuhörer dabei das Lied vom Floh, „der beißt und sticht, der zwickt und pickt, der kreucht und fleucht, der kitzelt und bitzelt“. Volksmusik und moderne Unterhaltungsmusik dominierten im zweiten Teil. Darunter auch „The lion sleeps tonight“. Ein Lied, das mit Sicherheit die meisten kennen würden, vermutete Dirigent Josef Putz. „Wer mitsingen möchte, muss am Dienstag in den Chor kommen“, riet er den Zuhörern.

Seit 2004 leitet Putz den Chor, der 35 aktive Sänger hat. 29 von ihnen waren zur Matinee ins Café Koch gekommen. Obwohl der Liederchor wohl selten unter so beengten Verhältnissen auftritt, waren die Sänger mit viel Freude dabei. Die größte Herausforderung sei gewesen, sich so zu stellen, dass sie den Chorleiter noch sehen, meinte ein Sänger schmunzelnd.

Der Liederchor hat nicht nur ein breites musikalisches Repertoire, zu dem romantische Chormusik und Musik der Renaissance genauso gehören wie Spirituals, Musicals, Pop oder internationale Lieder aus allen Erdteilen. Auch von der Altersstruktur her ist er breit aufgestellt. Mit 19 Jahren ist Luisa Schilberth die jüngste Sängerin. Sie gehört seit einigen Wochen erst dem Chor an. Die Oma habe sie mal mitgenommen und es habe ihr Spaß gemacht, erzählt sie. Also blieb sie dabei. Die ältesten Sänger sind bereits über 80 Jahre alt. „Im Herzen sind wir alle jung“, sagte Sänger Josef Eckl. Stimme, Zeit und ein bisschen Talent sei zum Singen nötig.

Insgesamt hat der Verein, den es inzwischen seit 95 Jahren gibt, rund 90 Mitglieder. Marianne Schmid, die früher aktiv mitgesungen hatte, gehört dem Verein schon seit Jahrzehnten an. Für den Besuch im Kultur-Café habe sie eine persönliche Einladung bekommen, erzählte die Aichacherin.

Für Marianne Faltus war das Kultur-Café eine gute Gelegenheit, den Chor singen zu hören. Bei Auftritten habe sie sonst meistens keine Zeit, sagte sie. Außerdem hatte ihr eine Bekannte von der Auftaktveranstaltung vorgeschwärmt und sie damit neugierig gemacht. Womit Faltus nicht gerechnet hatte: Sie traf im Café viele Bekannte.

Volker Mohs aus Aichach kennt einige Mitglieder des Chors. Das war für ihn einer der Gründe, warum er ins Kultur-Café kam. Auch er war neugierig gewesen, was darunter zu verstehen sei. „Ich habe es mir etwa so vorgestellt“, sagt Mohs. Je nachdem, welche Gruppen dort auftreten, kann er sich durchaus vorstellen, wieder zu kommen. Auch die Uhrzeit, am späten Vormittag, findet er gut. „Für einen Langschläfer wie mich ist das eine gute Uhrzeit.“

Der Chor habe eindrucksvoll gezeigt, dass die Kulturszene lebe, sagte Zweiter Bürgermeister Helmut Beck. In vier Wochen stellt sich das Quartett der Philharmonie Aichach im Kultur-Café vor. „Lassen Sie sich überraschen, was wir in acht Wochen geplant haben“, sagte Kulturreferent Stefan Stocker.

Kultur-Café: Am nächsten Termin – Sonntag, 26. April, – tritt von 10.30 bis 12 Uhr das Quartett der Philharmonie Aichach auf.

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