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Trinkwasser

20.01.2018

Magnusgruppe investiert in Neubau

Fertig gestellt ist nicht nur der Düker in Oberschneitbach, sondern auch in Ingstetten (unser Bild). Von den nicht einfachen Tiefbauarbeiten überzeugten sich Magnusgruppen-Vorsitzender Rupert Reitberger (im Vordergrund) und Wassermeister Hubert Haberl, rechts im Bild.
Bild: Foto: Stefan Demharter

Wasserversorger bereitet Planung für eine neues Wasserwerk in Oberbernbach vor.

Zwei schon länger geplante Baumaßnahmen hat die Magnusgruppe fertiggestellt, wie der Wasserversorger in einer Pressemitteilung schreibt. Sie sollen zur Verbesserung der Wasserversorgung dienen. Aufwändig und nicht ganz einfach gestaltete sich laut Magnusgruppe die Erneuerung eines Dükers in Oberschneitbach (Stadt Aichach) und eines weiteren in Ingstetten (Markt Inchenhofen. Insbesondere schwierige Bodenverhältnisse (Schwemmsande) und Wassereinbrüche erschwerten die Tiefbauarbeiten. Der erfolgreiche Abschluss der Arbeiten stimmte die Verantwortlichen optimistisch, dass die Herausforderung, die in die Jahre gekommene Wasserversorgungsanlage fit für die Zukunft zu machen, bewältigt wird.

Nicht nur die Wasserversorgungsanlagen, sondern auch die Klär- und Abwasseranlagen der meisten Ver- und Entsorgungseinrichtungen stammen aus den 60er, 70er oder 80er Jahren. Sowohl vom Zustand der technischen Anlagen, als auch vom Alter der Rohrleitungen her ist laut Magnusgruppe davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren ein Erneuerungsprozess stattfinden muss. Dabei sei die Frage „Sanierung oder Erneuerung“ sehr individuell zu beantworten.

Da in aller Regel eine Sanierung eine kostenträchtige Lösung auf Zeit darstellt, hat sich die Magnusgruppe für den Weg der Erneuerung entschieden. Derzeit werden die Planungen für den Neubau des Wasserwerkes in Oberbernbach vorbereitet. Im ersten Schritt soll die alte Aufbereitungsanlage einem Neubau weichen. Zielsetzung ist unter Verwendung modernster Steuerungstechnik und Optimierung der Betriebsabläufe ein energieeffizientes Wasserwerk mit höchstem Hygienestandard zu verwirklichen. Grundlage hierfür sind die Ergebnisse der Projektvergabe „Klimaschutz Teilkonzept“, die in die Planungen eingehen.

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Vor dem Hintergrund von Klimawandel und zunehmenden Umweltbelastungen gilt es, für die Versorgungssicherheit über den Tellerrand hinaus zu schauen, so das Credo von Wassermeister Hubert Haberl und Verbandsvorsitzendem Rupert Reitberger. Der Schutz des Trinkwassers beginne im Einzugsgebiet der Wasserfassungen.

Rein vorsorglich werden in der Planung der Magnusgruppe auch Überlegungen angestellt, wie und wo im Notfall Anlagen zum Entfernen von Schadstoffen im Mikro- und Nanobereich – etwa Stoffe aus Kosmetika, Medikamenten, Pflanzenschutzmitteln und Haushalts- und Industriechemikalien – installiert werden könnten. Neben solchen diffusen Einträgen gehen auch Stoffe, die in den Kläranlagen nicht oder nicht vollständig abgebaut werden können, in den Wasserkreislauf zurück.

Im schlechtesten Fall werden sie mit zeitlicher Verzögerung zu einem Problem bei den Trinkwasserversorgern. Aktuell ist die Situation im Landkreis Aicha

ch-Friedberg bei diesen unerwünschten Stoffen oder Schadstoffen unbedenklich, so die Magnusgruppe. Alle öffentlichen Versorger im Wittelsbacher Land lägen zum Beispiel bei Nitratbelastungen weit unter den Grenzwerten.

Der Schutz des Trinkwassers beginne im Einzugsgebiet der Wasserfassungen, deshalb kenne die Magnusgruppe ihr Wassereinzugsgebiet ziemlich genau, heißt es in der Pressemitteilung. Die Schutzgebiete werden derzeit neu ausgewiesen, so dass die notwendigen Vorsorgemaßnahmen noch einmal gesteigert würden.

Nach einer Mitteilung des Bayerischen Umweltministeriums vom Oktober 2017 müssen in Bayern jedoch bereits 50 Wasserversorger das Grundwasser technisch aufbereiten, um Pestizide heraus zu filtern. „Noch haben wir in dieser Hinsicht keine Sorgen“, so der Magnusvorsitzende Rupert Reitberger in einer Pressemitteilung, „aber wir wissen nicht was morgen ist“.

Trinkwasser sei das wichtigste Lebensmittel und durch nichts zu ersetzen. Für dessen Sicherheit müsse entsprechende Vorsorge betrieben werden, die Investitionen erfordern. Das sage auch Juliane Thimet, Fachjuristin beim Bayerischen Gemeindetag, so Reitberger. Die Abwasser- und Trinkwassergebühren müssten moderat und schrittweise dieser Entwicklung Rechnung tragen. (AN)

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