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Aichach-Friedberg

10.09.2014

Maler will an Autohaus die perfekte Täuschung erschaffen

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2 Bilder
Visuelle Illusionen gestaltet Künstler Steffen Jünemann aus Münster. Im Affinger Ortsteil Mühlhausen hat er das Kunstwerk "Generationen" auf  der Fassade von Automobile Lopp geschaffen. Die "Zeitreise" beginnt mit einem VW Käfer aus dem Jahr 1950 und endet mit dem aktuellen Modell des VW Beetles, der hinter einer großen Steinscheibe (links) steht.
Bild: Steffen Jünemann

Steffen Jünemann hat in Mühlhausen die Fassade eines Autohauses bemalt. Auf den ersten Blick ist das aber kaum zu erkennen.

Steffen Jünemann hat bei seiner Arbeit ein ganz großes Ziel: Der Betrachter soll seine Kunstwerke für echt halten. Er soll zur Wand gehen und sie anfassen (müssen), um zu glauben, dass das Aufgemalte nicht echt, sondern Illusion ist. Erst dann ist der 41-Jährige zufrieden.

Seit Kurzem sorgt Jünemann auch im Gewerbegebiet in Mühlhausen (Gemeinde Affing) für einen derartigen Aha-Effekt. Auf zwei Fassadenteilen einer Ausstellungshalle von Automobile Lopp hat er eine „Zeitreise“ aufgebracht. Diese beginnt bei einem VW Käfer aus dem Jahr 1950, der gerade aus dem Gebäude herauszufahren scheint, und endet mit dem aktuellen Modell des VW Beetles, der hinter einer großen Steinscheibe zu erkennen ist.

Firmeninhaber Robert Lopp ist von der Jünemannschen Arbeit mehr als begeistert. „Es hat meine Vorstellungen deutlich übertroffen“, sagt er. Der freie Autohändler hat sich bewusst für eine künstlerische Auflockerung seines neuen Firmengeländes im Rechten Kreuthweg und gegen teure Leuchtschriften entschieden. Auf den Künstler aus Münster (Nordrhein-Westfalen) ist Lopp übers Internet gekommen. Mit großem Respekt hat Lopp dessen hingebungsvolle Arbeit in Mühlhausen verfolgt. „Es war faszinierend zu beobachten, mit welcher Muse er sieben Tage die Woche von früh bis abends 21 Uhr an der Hauswand stand.“

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Dabei hat Jünemann nur einen Teil der Arbeiten vor Ort ausgeführt. Einen Großteil hat er in seinem Atelier vorbereitet. Dort hat er zunächst eine klassische Skizze erstellt – mit Bleistift auf weißem Papier. Dann hat er diese in ein 3D-Zeichenprogramm übertragen. „Dort baue ich mir die Welt auf“, berichtet er. Im Anschluss bastelte er sich ein Model zum Anfassen im Maßstab 1:10 zusammen. An diesem studierte er unter anderem Licht und Schatten.

Danach malte Jünemann das Motiv auf ein Vliesmaterial auf, das speziell behandelt wird. Als nächsten Schritt teilte er die Fläche in Streifen, rollte diese auf und verpackte sie für den Transport. In Mühlhausen tapezierte er die Streifen an die Fassade und vervollständigte sein Werk. Eine besondere Herausforderung hätten dabei die real existierenden Fenster dargestellt, erzählt Jünemann.

Vorbereitungen nehmen zwei Monate in Anspruch

Etwa zwei Wochen lang arbeitete er vor Ort an der Fassade. Die Vorbereitungen von der Skizze über das Modell bis hin zur Wandtapete haben nach Auskunft des Künstlers etwa zwei Monate in Anspruch genommen. Was das Kunstwerk gekostet hat, will Lopp zwar nicht verraten, die Investition sei aber jeden Cent wert. Zumal der Aufwand, den der Künstler betrieben habe, riesig gewesen sei, so Lopp.

Jünemann ist seit 2007 Illusionsmaler und viel in den USA unterwegs. Davor war der gelernte Werkzeugmacher viele Jahre bei einer Werbeagentur tätig, die Liebe zur Malerei, insbesondere zu den Wandgemälden Michelangelos, ließ ihn aber nie los.

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