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Aichach-Friedberg

23.01.2014

Manche erstehen nur Bahnhof

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Das Bahnhofsgebäude in Aichach gehört mittlerweile der Stadt. Ein Wartebereich für die Reisenden steht jedoch weiterhin zur Verfügung.
Bild: Christian Kirstges (Archiv)

Die Gebäude an der Bahnlinie gehören im Wittelsbacher Land mittlerweile oft Gemeinden oder Privatleuten. Wo früher Fahrgäste warteten, grasen heute mal Mini-Schweine.

Dasing hat keinen Nutzen für den örtlichen Bahnhof. Der Gemeinderat beschloss in der vergangenen Woche, das sanierungsbedürftige Gebäude einer Immobilienfirma zu überlassen. Dass Bahnhöfe zum Verkauf stehen, kommt mittlerweile oft vor. Im Landkreis sind die meistens an der Paartalstrecke bereits im Besitz von Gemeinden, Unternehmen oder Privatpersonen.

Obergriesbach Die Paartalgemeinde ist in dieser Hinsicht ein Gegenbeispiel zu Dasing. Hier wollte die Gemeinde den Bahnhof gerne kaufen – konnte es aber nicht. „Wir hatten geplant, ihn für den Bauhof zu nutzen“, sagt Bürgermeister Josef Schwegler. Doch letztendlich überbot Anton Rast die Gemeinde im Jahr 2005 als Privatperson. „Es war eine Ruine, die wir erst einmal zu einem Rohbau zurückbauen mussten“, sagt Rast. Er habe vorher noch nie ein anderes Gebäude gekauft oder restauriert. „Aber dieses Haus mit seinen hohen, hellen Räumen hatte für mich einen besonderen Reiz“, sagt er. Heute wohnt er dort und lässt draußen seine Mini-Schweine grasen.

Schmiechen Auch in Schmiechen ist das Gebäude in privater Hand. Der Besitzer Herbert König erlebte, wie die Deutsche Bahn fast vier Jahrzehnte Verspätung hatte: Erst 2010 änderte sie auf den Schildern am Bahnhof den Ortszusatz von Oberbayern in Schwaben. „Das hatte sie bei der Gebietsreform 1972 übersehen“, sagt Bürgermeister Ludwig Hainzinger schmunzelnd.

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Friedberg In Friedberg ist das Gebäude im Besitz des Königsbrunner Geschäftsmanns Christian Gumpp. Der hat dort im vergangenen Jahr übergangsweise einen Kiosk aufgebaut. Als langfristige Nutzung für die Räume waren eine Gastronomie und eine Tierarztpraxis im Gespräch. Doch Interessenten sind wieder abgesprungen. „Daher steht neben den Gesprächen mit der Stadt nun erst einmal die Suche nach Mietern an“, sagt Christian Fußner vom planenden Architektenbüro.

Aichach Die Stadt Aichach hat den örtlichen Bahnhof selbst erstanden. „Da wir ihn als ein Aushängeschild sehen, haben wir jahrelang mit der Bahn verhandelt“, sagt der Liegenschaftsverwalter Wolfgang Ostermair. Letztendlich klappte der Kauf Ende 2010 für 150000 Euro. Von Frühjahr bis Herbst 2014 will die Stadt das Gebäude für rund 900000 Euro sanieren. Unten erhält sie einen Wartebereich für Fahrgäste, andere Räume überlässt sie Unternehmen. Der erste Stock dient künftig als Wohnung.

Kühbach-Radersdorf Im Gegensatz zu Aichach hatte die Marktgemeinde Kühbach kein Interesse, als ihr vor einem Jahr das Bahnhofsgebäude in Radersdorf zum Kauf angeboten wurde. Der Gemeinderat lehnte die Offerte ab. Inzwischen ist das Haus nach Auskunft von Bürgermeister Hans Lotterschmid an einen Privatmann aus Kühbach verkauft worden. Die Bahn ist sein Mieter, weil sie auch in Zukunft dort ihr Stellwerk betreiben will. Auch kann ein Bahnbediensteter in dem Gebäude wohnen bleiben.

Kissing Hier hatte die Gemeinde den Bahnhof erst einmal erworben, ihn dann aber an eine Firma weiterverkauft. „Es ging uns nur um das Grundstück, das wir für den Straßenbau benötigen“, sagt Bürgermeister Manfred Wolf. Damit möchte man den Lückenschluss zum neuen Haltepunkt in Kissing ermöglichen.

Mering Der Markt ist eine Ausnahme im Kreis: Hier gehört der Bahnhof immer noch der Bahn. Für die Marktgemeinde ist ein Erwerb des Gebäudes auch kein Thema. Bürgermeister Hans Dieter Kandler sagt: „Da die Bahn es noch als Stellwerk nutzt, wird sie es auf absehbare Zeit nicht verkaufen.“ (mit jca)

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