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04.11.2007

Manfred Paula ist wieder da

"Hallo, ich bin der Bobby." Mit diesen Worten stellte sich Helmut Riedl im Januar 2006 beim TSV Aindling vor. Am Samstag endete seine Trainertätigkeit beim Fußball-Bayernligisten. Die ausgesprochen magere Ausbeute von zehn Treffern in 16 Partien und damit verbunden die Abstiegsgefahr veranlassten die Verantwortlichen zum Handeln.

Sonntag, 10 Uhr: Am Eingang zum Sportheim in Aindling stand der Neue, im Grunde genommen ein alter Bekannter. Manfred Paula, der im Herbst 2004 Cheftrainer geworden war und im Dezember 2005 dieses Amt niederlegte, um Manager beim FC Ingolstadt zu werden, empfing Horst Geier, den Präsidenten. Dann begab sich das Duo in die Spielerkabine und informierte die Mannschaft über die Entscheidung und über die Erwartungen, die der Verein daran knüpft. Gut 20 Minuten später kamen die Fußballer raus zur ersten Trainingseinheit unter Paula, der zunächst einen Vertrag bis zum Ende der Saison erhält. Mit dabei war auch Michael Westermair, der aber nach seinem Muskelfaserriss nur zuschauen konnte.

Manfred Paula, der in Aindling wohnt, hatte vor einigen Wochen seine Arbeit für den FCI beendet. Wiederholt hatte er anklingen lassen, dass ihn eine Trainertätigkeit wieder reizen würde. Bis kurz vor Weihnachten besucht der ehemalige Landesliga-Kicker noch die Sporthochschule in Köln, um die Trainerlizenz zu machen. Damit dürfte er selbst die Nationalelf trainieren.

Währenddessen saß Helmut Riedl daheim und frühstückte mit der Familie. Sonderlich überrascht zeigte er sich von diesem Rausschmiss nicht: "Ich habe es mir schon so ausgerechnet, nachdem mir unter der Woche der Kigle gesagt hat, dass die Sponsoren nicht zufrieden sind." Damit war ihm klar: Wenn die Mannschaft in Memmingen keine Punkte holt - die Partie ging bekanntlich 0:1 verloren -, dann sind seine Tage am Schüsselhauser Kreuz gezählt.

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Riedl betont: "Ich bin überzeugt, dass wir den Klassenerhalt hätten schaffen können. Aber das ist nicht entscheidend für die Leute, die das vermeintliche Ziel Regionalliga sahen. Es ist nur die Frage, was man erwartet." Ob er künftig woanders als Trainer arbeiten wird, das ließ Riedl gestern noch offen. Zunächst müsse er in Aindling ade sagen: "Das ist vertraglich alles geklärt."

Helmut Leihe, sein Co-Trainer, hatte eigenem Bekunden zufolge keinem Hinweis darauf erhalten, dass der TSV einen neuen Chefcoach suchte. Leihe wird in den nächsten Wochen das Training am Dienstag leiten. Paula kehrt am Donnerstag aus Köln zurück, dann übernimmt er an diesem Abend und am Freitag das Kommando.

Zehn Tore sind zu wenig

"Ein bisschen überraschend war das schon für mich, als mich der Sepp (Kigle) in Köln angerufen hat", meinte Manfred Paula an der alten Wirkungsstätte. "Ich würde gerne helfen", hat er klar gemacht. Nun freut er sich, dass er das Wissen, dass ihm in Köln vermittelt wird, gleich in der Praxis umsetzen kann. Wo es den Hebel anzusetzen gilt, das steht außer Frage: "Zehn Tore - das ist zu wenig."

Josef Kigle, der Vorstand Spielbetrieb, hatte nach der Heimniederlage gegen Hof seine Verärgerung über die Fußballer zum Ausdruck gebracht, während Helmut Riedl einmal mehr betont hatte: "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen." Spätestens da wurde klar, dass der Trainerposten wackelt. "Das Hofer Spiel war der Knackpunkt, da musst du reagieren. Riedl hat bestimmt sehr gute Arbeit gemacht. Aber irgendwann geht es nicht mehr", erklärte Kigle gestern. Am Telefon hatte Horst Geier am Samstag Helmut Riedl von der Entscheidung informiert. Am Dienstag wird sich der Ex-Trainer verabschieden. Dem Vereinschef ist sehr daran gelegen, dass man in aller Freundschaft auseinander geht.

Sieben, acht Punkte aus den nächsten vier Spielen, die noch ausstehen in diesem Jahr, würden alle Freunde des TSV Aindling zufrieden stimmen. Druck von den Zuschauern und Sponsoren nennt der Präsident als Gründe für den Trainerwechsel. Warum hat man sich zu diesem Schritt nicht bereits nach dem unsäglichen Heimspiel gegen Großbardorf entschlossen, als es alle Betrachter erwartet hätten? Geier: "Wir waren noch nie ein Verein, der mit Schnellschüssen geantwortet hat."

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