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Zweckverband II

24.10.2018

Mangan, Eisen und Uran müssen raus

Deshalb braucht die Hardhofgruppe eine Wasseraufbereitungsanlage. Das kommt teuer

Die Verbandsräte vom Zweckverband zur Wasserversorgung der Hardhofgruppe Rehling wussten seit Längerem, was auf sie zukommt: eine sehr aufwendige und teure Aufbereitungsanlage. Am Montag erfuhren sie Details.

Klaus Held vom Ingenieurbüro shp (Sixt, Heiß und Partner) stellte die Maschinenbautechnik vor. Ebenfalls vor Ort war Architekt Anton Haberl. Laut Schätzung wird das Gebäude mit allen Nebenkosten wohl an die 500000 Euro verschlingen. Die Maschinenbautechnik samt der dazugehörigen Steuerung liegt nach Aussage von Klaus Held bei rund 550000 Euro. Demnach wird mit einer Gesamtsumme von rund 1,1 Millionen Euro gerechnet. Die Investition ist nötig, um das Trinkwasser, das aus den zwei verhältnismäßig neuen Brunnen gefördert wird, für den Verbraucher in optimaler Qualität bereitzustellen. Denn das Tiefenwasser ist mit Eisen und Mangan angereichert. Während der Neubau des Brunnens vier rund 340000 Euro gekostet hat, ist nun das Dreifache für die Aufbereitung notwendig. Das müssen die Verbraucher über die Gebühren bezahlen.

Das Tiefenwasser im Verhältnis von 50 zu 50 mit Wasser aus dem Flachbrunnen drei gemischt. Das allerdings weist seit jeher erhöhte Uranwerte auf. Diese liegen einiges unter dem zulässigen Grenzwert. Doch, um die Bedenken insbesondere junger Familien auszuräumen, entschied der Zweckverband schon vor Monaten, eine Uran-Filteranlage zu installieren. Der Grenzwert liegt bei 0,01 Milligramm pro Liter (mg/l). Der aktuelle Wert des Rehlinger Mischwassers beträgt 0,0076 mg/l. Der Uranwert des Wassers aus dem Flachbrunnen liegt stets in etwa um den Grenzwert.

Das Gebäude für die Aufbereitung entsteht nordöstlich vom Hochbehälter am Hardhof. Fachmann Klaus Held erläuterte den Verbandsmitgliedern ausführlich die Technik. Im zufolge kann die vorhandene Verrohrung verwendet werden. Das Wasser, das aus der Pumpstation in Sägmühl zum Hochbehälter gefördert wird, muss durch entsprechende Leitungsumlegungen in das neue Gebäude zu den Aufbereitungsanlagen gefördert werden. Nachdem es die Filter und Abscheider durchlaufen hat, fließt es weiter in den Hochbehälter. Für die Eisen- und Manganausscheidung wird ein unterirdischer Schlammfangbehälter erforderlich. Dieser Dünnschlamm wird je nach Anfall zur Rehlinger Kläranlage gefahren. Das Uran wird durch Regenerierung des kompletten Filtereinsatzes beseitigt, in dem die Schwermetalle abgeschieden werden. Es sind zwar Standzeiten von mehr als zehn Jahren genannt, doch ein regenerierter Uranfilter liegt immerhin bei rund 20000 Euro, so Held. Bei Eisen und Mangan werden die Filter durch Rückspülung gereinigt. Der Betrieb erfordert somit über Jahrzehnte hinaus keine weiteren Kosten.

Anton Haberl erläuterte, dass das neue Maschinenhaus in einem hügeligen Gelände halb unter der Erde eingebaut wird. Die nötige Entwässerung schlägt sich in den Kosten nieder. Die Verbandsversammlung segnete die vorgelegten Planungen ab. Möglichst bis zur Gemeinderatssitzung Mitte November sollen die Fachleute die Eingabeplanung vorbereiten. (at)

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