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Aichach-Friedberg

03.07.2020

Mangel an Pflegekräften: So reagieren die Kliniken an der Paar

An den Kliniken an der Paar wird künftig mehr ausgebildet.
Bild: Erich Echter

Plus 2019 haben viele Pflegekräfte die Kliniken in Aichach und Friedberg verlassen. Eine Personaloffensive sollte helfen - das ist ihr Ergebnis.

Der neue Geschäftsführer der Kliniken an der Paar ist voll des Lobes über das Pflegepersonal an den Häusern in Aichach und Friedberg. Dr. Hubert Mayer sprach jüngst im Werkausschuss von einer „vorbildlichen und hervorragenden Leistung“ der Mitarbeiter in der Corona-Krise. Gute und ausreichend viele Pflegekräfte zu haben, ist keine Selbstverständlichkeit. Das wissen die Verantwortlichen an den Kliniken besonders gut.

So hat die Personaloffensive der Kliniken an der Paar gewirkt

Denn zuletzt hatte es einen Aderlass beim Personal gegeben. Im vergangenen Jahr waren mehr Mitarbeiter gegangen als gekommen, erinnerte Peter Schiele, der die Geschäftsleitung der Kliniken unterstützt. Nach der Trennung von Krzysztof Kazmirczak vor etwa einem Jahr starteten die kommissarischen Geschäftsführer Schiele und Georg Großhauser eine Personaloffensive im Bereich der Pflege. Schiele bilanzierte: „Das hat recht gut funktioniert.“ Inzwischen verfügen die Krankenhäuser in Aichach und Friedberg über 15 zusätzliche Vollzeitkräfte in der Pflege. Das seien mindestens 25 Köpfe, so Schiele.

Corona: So engagiert war das Personal auf der Intensivstation

Während der Hochzeit der Corona-Pandemie waren die Mitarbeiter nicht auf allen Stationen ausgelastet. Bekanntlich mussten planbare Operationen und Untersuchungen verschoben werden. Kurzarbeit war trotzdem nicht nötig. Mitarbeiter in weniger gefragten Bereichen bauten Überstunden und alten Urlaub ab, informierte Mayer. Außerdem unterstützten sie die Pflegekräfte der Intensivstation. Denen bescheinigte Mayer „hohes Engagement“. Zum Teil hätten die Mitarbeiter in Zwölf-Stunden-Schichten gearbeitet. Das sei extrem anstrengend, weshalb man bald wieder versucht habe, davon abzukommen.

Aichach-Friedberg: So sorgen die Kliniken an der Paar für mehr Nachwuchs

Um ausreichend Personal sind die Kliniken auch weiterhin bemüht. Deshalb verstärken sie ihr Engagement in der Ausbildung und bedienen sich dabei des Berufsbildungszentrums (BBZ) Augsburg. Der Werkausschuss stimmte einem Kooperationsvertrag über die Ausbildung von Pflegefachfrauen und -männern zu. Damit können die Kliniken im Herbst eine sogenannte generalistische Pflegeausbildung starten mit 30 zusätzlichen Plätzen. „Wir verdoppeln“, stellte Mayer fest.

In der generalistischen Ausbildung werden die bisherigen Pflegeberufe Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammengeführt. Wer diese absolviert, ist für die Pflege aller Altersgruppen ausgebildet und flexibel einsetzbar. Also nicht nur an den Krankenhäusern, sondern zum Beispiel auch in Seniorenheimen. Denn auch hier ist Pflegenachwuchs stark gefragt. Landrat Klaus Metzger sprach von 114 stationären Plätzen, die im Landkreis fehlten. Dafür braucht es, so sie geschaffen sind, auch das entsprechende Personal.

Kinderpflege bleibt trotz „Generalistik“ offenbar vorerst außen vor. Die Voraussetzungen für diese Ausbildung seien nicht zwingend vorzuhalten, informierte der Geschäftsführer Stefan Lindauer (Grüne), der wissen wollte, wo die Praxisausbildung in der Kinderpflege stattfinden soll.

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