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Aichach

10.09.2018

Markttage-Unfall: Ein Verletzter ist noch in der Klinik

Die Mittelalterlichen Markttage in Aichach waren schon vorbei, da passierte beim Abbau ein schwerer Unfall. Vier Helfer wurden verletzt.
Bild: Nicole Simüller

Beim Abbau auf den Aichacher Markttagen bricht das Dach eines Vereinsstandes ein. Vier Personen werden verletzt. Wie es ihnen geht und wie es zu dem Unfall kam.

Drei der vier Helfer, die am Sonntagabend bei Abbauarbeiten nach den Mittelalterlichen Markttagen in Aichach verletzt und ins Krankenhaus gebracht wurden (wir berichteten), sind bereits wieder zu Hause. Den Vierten allerdings hat es schwerer getroffen. Er liegt nach wie vor im Klinikum Augsburg.

Der Unfall geschah gegen 19.30 Uhr am Stand der Königlich privilegierten Feuerschützen Aichach. Erster Schützenmeister Franz Marb sagte am Montag: „Der Schock ist sehr, sehr groß.“ Er selbst war wie weitere Vereinsmitglieder mit Abbauarbeiten nach dem Fest beschäftigt, als es plötzlich krachte. Mit eigenen Augen sah er den Unfall zwar nicht. Doch ihm war sofort klar, dass seine Vereinskameraden betroffen waren. „Ich bin gleich hingelaufen.“ Das Bayerische Rote Kreuz kam mit mehreren Fahrzeugen auf den Stadtplatz. Auch ein Rettungshubschrauber wurde nach Aichach beordert. Er kreiste über der Innenstadt und suchte einen Platz, um zu landen.

Kurz nach dem Unfall und unmittelbar vor Redaktionsschluss unserer Zeitung teilte die Polizei auf Nachfrage mit, zwei Personen seien schwer verletzt worden (wir berichteten). Anderthalb Stunden später lagen der Polizei nähere Erkenntnisse vor: Zu diesem Zeitpunkt stand fest, dass vier Helfer verletzt worden waren, einer davon schwer. Er wurde nach Angaben der Polizei wie die drei anderen mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Der Hubschrauber flog ohne einen der Verletzten wieder ab. 

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Einer der Dachbalken brach unter dem Gewicht zusammen

Marb zufolge hat der schwerer verletzte Helfer sich einen Unterarm und das Becken gebrochen. „Den Umständen entsprechend geht’s ihm gut.“ Er habe aus dem Krankenhaus bereits Grüße an seine Vereinskameraden ausrichten lassen. Marb sagte am Mittag, sie wollten ihn im Lauf des Tages im Klinikum besuchen. Der Mann verfügte dem Schützenmeister zufolge über Erfahrung mit dem Abbau nach den Mittelalterlichen Markttagen.

Trotz des Unfalls brachten die Feuerschützen ihre Aufräumarbeiten am Sonntag noch zu Ende. Um 23 Uhr waren sie fertig gewesen. Danach setzten sie sich im Schützenheim zusammen. Marb schildert, worum es dabei ging: „Was können wir machen, dass so etwas nicht mehr passiert? Was müssen wir an der Statik der Hütte ändern?“

Dem Schützenmeister zufolge waren die Helfer vor dem Unfall dabei, das Dach der Hütte abzudecken. Nur wenige Bretter waren noch übrig. Zwei Helfer seien auf dem Dach gesessen, obwohl der Verein ein Gerüst für die Abbauarbeiten dabei gehabt habe. „Bei einem Balken ist das Gewicht anscheinend zu schwer geworden“, so Marb. Das Dach mit den beiden Männern stürzte ein und traf zwei weitere Helfer, die in unmittelbarer Nähe darunter standen. „Das hätte nicht sein müssen“, sagt Marb. Doch jetzt sei vorrangig, dass die vier wieder auf die Beine kämen. (Kommentar zu den Markttagen)

Stadt Aichach reagiert nach dem Unfall betroffen

Für Unfälle dieser Art sind die Mitglieder der Feuerschützen über den Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) versichert. Die Versicherung greift laut Marb bei Veranstaltungen wie den Mittelalterlichen Markttagen und bei Wettbewerben, an denen der Verein teilnimmt. Dieser zahle dafür pro Mitglied einen festen Jahresbeitrag an den BSSB.

Auch die Stadt als Veranstalterin der Mittelalterlichen Markttage reagierte am Tag nach dem Unfall betroffen. Bürgermeister Klaus Habermann sagte: „Wir alle sind traurig.“ Er war noch im Lager vor dem Rathaus, als der Unfall geschah, und eilte wie sein Stellvertreter Helmut Beck sofort zu den Verletzten. „Wir wünschen den Verunfallten rasche und gute Genesung“, so der Bürgermeister. Martina Baur, erstmals als Marktmeisterin für das Fest verantwortlich, räumte nach dem Unfall einige Hindernisse aus dem Weg, damit der Rettungsdienst mit den Verletzten möglichst schnell durchkam. Sie hatte es selbst krachen gehört, als das Dach der Hütte einbrach. „Es ist schlimm, wenn so was passiert“, sagte sie am Montag.

Der Unfall beschäftigt auch die Aichacher Polizei. Deren Chef Erich Weberstetter kündigte an: „Wir werden den Fall der Staatsanwaltschaft vorlegen. Die prüft, ob sie gegen jemanden ermitteln wird.“ Das ist in solchen Fällen üblich. Allerdings habe sich die Sache vermutlich erledigt, wenn die Helfer, die unter dem einstürzenden Dach standen, keinen Strafantrag stellten, so Weberstetter.

Eine Bilanz zu den Mittelalterlichen Markttagen finden Sie hier

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