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Gemeinderat

22.01.2015

Marktzentrum soll Richter überzeugen

An der grundsätzlichen Optik des geplanten Marktzentrums im Herzen Aindlings hat sich durch die Nachbesserungen im Bebauungsplan kaum etwas geändert. Neu ist jedoch die Fluchttreppe im Mittelteil des Gebäudes, die eingehaust und nach außen hin verspiegelt wird, wie diese Ansicht der Nordseite zeigt.
Bild: Ingenieure Schuster Engineering

Das Aindlinger Gremium bessert den Bebauungsplan für das Vorhaben nach, um im Streit vor dem Verwaltungsgerichtshof gegen die Nachbarn zu siegen. Einige Ratsmitglieder bemängeln die aktuelle Vorgehensweise

Wie stehen die Chancen, dass das geplante Marktzentrum am Aindlinger Marktplatz bald realisiert werden kann? Die Antwort ist ungewiss, der Marktgemeinderat tat am Dienstagabend jedenfalls alles dafür, dass der Bebauungsplan einer Prüfung vor Gericht standhält. Wie berichtet, haben die östlichen und nördlichen Nachbarn des Marktzentrums Anfang 2014 ein Normenkontrollverfahren beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gegen die Planung angestrengt.

Die Nachbarn haben vor allem Einwände zu den Abstandsflächen, zum Schallschutz und zur Verschattung durch den 13,65 Meter hohen Gebäudekomplex. Die Investoren Patrizia und Peter Fendt aus Kutzenhausen (Landkreis Augsburg) wollen östlich des Maibaums, auf den Grundstücken Greiner, Gabelsberger und Zurek, ein Wohn- und Geschäftshaus mit drei Geschossen und einer vierten zurückgesetzten Etage mit Penthouse-Wohnungen errichten. In das Gebäude sollen Geschäfte, Arztpraxen und ein Café einziehen. Im Zuge der Bauarbeiten soll die angrenzende Wagnerstraße einen neuen, ein Meter breiten Gehweg erhalten – dies bewerteten alle Gemeinderäte als Gewinn.

Bürgermeister Tomas Zinnecker stellte dem Gemeinderat eine Reihe, meist kleinerer Änderungsvorschläge für den Bebauungsplan vor, die die Erfolgsaussichten vor Gericht erhöhen sollen. So werden die Öffnungszeiten der Geschäfte auf 21.45 Uhr begrenzt, sodass nach 22 Uhr kein größerer Besucherverkehr mehr stattfinden soll.

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Wie Zinnecker berichtete, lägen mittlerweile auch die Ergebnisse eines neuen Schallschutzgutachtens vor. Als Folge daraus wurde beispielsweise ein oberirdischer Stellplatz um ein paar Meter verschoben und neue Lärmschutzwände eingeplant. So sollen nach Norden und Osten hin zwei Meter hohe Mauern entstehen.

Des Weiteren verweist der Plan auf Verschattungsstudien, die besagen, dass sich bei der Belichtung keine Verschlechterung für die Nachbarn ergibt. Die Firsthöhe der neuen Gebäude sei nur minimal höher als die der Bestandsgebäude. Durch eine Verspiegelung der gemauerten Treppeneinhausung in der Mitte des Gebäudes sollen Sicht und Belichtung für den nördlichen Nachbarn verbessert werden.

Am Ende der Diskussion stimmten alle vier Vertreter des Bürgerwillen ’76 gegen die Änderungen und die erneute Auslegung des Bebauungsplans für einen Monat. Manfred Büchele sagte: „Ich glaube, da ist von Anfang an etwas schiefgelaufen.“ Er störte sich vor allem daran, dass der Bebauungsplan zu viele Überschreitungen aufweise, nicht vorab im Bauausschuss beraten wurde und die Nachbarn zu spät in das Vorhaben miteinbezogen worden seien. Helmut Lindermeir bedauerte, dass es nicht gelungen sei, einen Kompromiss mit den Nachbarn zu finden. Schließlich seien alle für eine Belebung am Marktplatz, jetzt werde aber gestritten und das Projekt liege auf Eis. „Wenn es blöd läuft, dann haben wir am Ende nur Verlierer“, erklärte er.

Josef Settele (Parteilose Wähler) störte sich an den zwei Meter hohen Lärmschutzwänden und bat darum, zu klären, ob die Nachbarn dies überhaupt wollen.

Bürgermeister Zinnecker sieht durchaus gute Chancen, dass die neue Planung bei der juristischen Prüfung nicht durchfällt. Ein konkreter Gerichtstermin steht aber noch nicht fest.

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