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04.06.2009

Massive Wände für ein Haus mit "Charakter"

Aindling Gut Ding will Weile haben. Diese schöne Weisheit trifft zweifellos auch auf das Aindlinger Rathaus zu. Die Gemeinderäte wollen bei der Planung nichts dem Zufall überlassen und diskutierten so bei der jüngsten Ratssitzung drei Stunden lang über Details etwa bei den Fensterrahmen oder Bodenbelägen. Maria Mörtl (Parteilose Wähler) waren die Kosten am wichtigsten. Sie findet: Das Rathaus muss billiger werden.

Planer Wolfgang Obel hatte den Räten eine - wie er sagte, seriös kalkulierte - Kostenberechnung vorgelegt. Diese offenbarte: Die Kosten liegen bei etwa 2,8 Millionen Euro, ohne Außenanlagen und Grunderwerb. "Wir müssen uns ein bisschen einbremsen und auch bei kleinen Dingen aufs Geld schauen, sonst stürzen wir uns ins Unglück", betonte Mörtl. Sie forderte, die Baukosten auf zwei Millionen Euro zu senken.

Obel bezeichnete dies als schlichtweg unmöglich: "Da müssten wir ein ganzes Geschoss runternehmen." Gemeinderat Manfred Büchele (Bürgerwille '76) wollte die Kostenberechnung nicht überbewerten, da viele Positionen großzügig gerechnet seien. Bürgermeister Tomas Zinnecker stimmte Mörtl zu, dass geringere Kosten wünschenswert wären, aber es gäbe keine Alternative. So sah es auch die Mehrheit der Gremiumsmitglieder und gab der vorliegenden Kostenberechnung das Okay.

Billiger käme das Gebäude bereits, wenn keine Spundwände für den Keller benötigt werden. Das Bodengutachten hat jedoch ergeben, dass auf dem Baugrundstück gespannte Grundwasserverhältnisse herrschen und besser nicht zu tief ins Erdreich eingedrungen werden sollte. Dies hat einige bauliche Änderungen zur Folge. So wird das geplante WC im Keller gestrichen, da dafür eine Fäkalienhebeanlage nötig gewesen wäre. Gesucht wird jetzt auch nach einem Aufzug ohne Unterfahrt. Parallel dazu werden die Wasserstände gemessen. Wenn nötig, müsse man laut Obel noch weiter aus dem Boden rausgehen.

Massive Wände für ein Haus mit "Charakter"

Der Baubeginn ist für Mitte Oktober geplant, die Vergabe soll Mitte September über die Bühne gehen. Zunächst war die Vergabe vor den Sommerferien angesetzt, aber Büchele warnte eindringlich davor, auszuschreiben bevor die Statik geprüft sei. Schließlich setzte er sich mit dieser Forderung auch durch.

Holzboden für Bürgermeister und den Sitzungssaal

Damit die Planungen fortschreiten können, mussten die Gemeinderäte noch eine Reihe weiterer Entscheidungen treffen. Da die Meinungen bei Geschmacksfragen oft weit auseinander gehen, fielen die wenigsten Entscheidungen einstimmig aus. In Sachen Fensterrahmen sprach sich eine sehr knappe Mehrheit für doppelglasige Aluminiumfenster aus. Für den Boden wurden drei Beläge ausgewählt: Für den Sitzungssaal und das Bürgermeisterzimmer Massivholz - vermutlich Parkett -, für die Büros Teppichböden und für alle offenen Bereiche, etwa das Foyer, ein Steinbelag. Das Mauerwerk soll - sehr zur Freude des Planers - 49 Zentimeter dick sein. "So ein massives Ziegelmauerwerk hat einfach einen Charakter", sagte Obel. Auf einen Blitzableiter wird übrigens verzichtet.

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