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Krankenhaus

06.06.2015

Mehr Durchblick beim Durchleuchten

Skelett Fritzchen dient dazu, Patienten die Knochen zu erklären.
Bild: Andreas Schmidt

Eine neue Röntgenanlage in der Friedberger Klinik hat gleichermaßen Vorteile für Patienten und Mitarbeiter. Auch in Aichach wird investiert.

Das Skelett namens „Fritzchen“ stand zur Begrüßung von Landrat Klaus Metzger und dem Kreis-Werkausschuss bei der neuen Röntgenanlage im Friedberger Krankenhaus. Das passte, weil das Röntgen Durchblick verschafft bis auf die Knochen. Doch diese digitale Durchleuchtungsanlage dient nicht – wie Laien vermuten würden – dazu, Knochenbrüche zu begutachten. Vielmehr begutachten hier Fachärzte aufgrund von bewegten Bildern eher Weichteile. Es geht beispielsweise darum, Gallengänge zu untersuchen und gegebenenfalls gleich Gallensteine zu entfernen. Wo sich dabei der Endoskopschlauch gerade befindet, ist mit der neuen Anlage viel besser sichtbar als bisher.

So gut, dass Chefarzt Dr. Albert Bauer (Innere Medizin) scherzte, dass er eine neue bessere Brille braucht. Dass der Landkreis gut 200000 Euro in die neue Röntgenanlage gesteckt hat, bringt sowohl Patienten als auch Mitarbeitern etwas. Die Neuanschaffung ersetzt einen Vorgänger, der laut Bauer 17 Jahre brav seinen Dienst getan hat. Doch Ersatzteile waren nur noch schwer zu bekommen, teilweise nur über Umwege aus Afrika. Nun brachte die zentrale Röhre nicht mehr genügend Leistung.

Die Auflösung ist dreimal so gut wie beim Vorgängermodell

Dem Werkausschuss erläuterte Bauer die Vorteile der neuen digitalen Durchleuchtungsanlage. Die optische Auflösung ist dreimal besser als bei der Vorgängeranlage. Selbst feinste Strukturen werden dadurch sichtbar. Der Internist zeigte dies mit der Aufnahme eines winzigen Nädelchens. Die Strahlendosis beim Röntgen ist bis zu zehnfach niedriger, weil die neue Anlage beim Durchleuchten zwischendrin immer wieder aussetzt. Eine Erleichterung sowohl für Patienten als auch für Pfleger bedeutet es auch, dass die Sitz- oder Liegefläche bis auf Sitzhöhe heruntergefahren werden kann. Auch stark übergewichtige Patienten können jetzt dort untersucht werden. Bisher war ab 130 Kilogramm Schluss.

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Nun schafft die Anlage sogar Leute mit über 300 Kilogramm. Seit April ist die neue Röntgenanlage im Friedberger Krankenhaus im Einsatz. Die Untersuchungen und Behandlungen können dort ein bis zwei Stunden dauern. Darum ist das Gerät täglich durchschnittlich zweimal im Einsatz.

Ein baugleiches Modell war in der Aichacher Schwesterklinik schon im Vorjahr installiert worden. Zusammengerechnet hat der Landkreis dafür etwa eine halbe Million Euro investiert. Dass die Friedberger Klinik medizintechnisch gut gerüstet ist für Notfälle, davon überzeugte sich der Werkausschuss gleich nebenan in einem weiteren Behandlungsraum.

Der leitende Oberarzt Dr. Giesbert Leissner (Radiologie) erklärte dort den modernen Computertomografen (CT). Lebensgefährliche Blutungen etwa können dort schnell diagnostiziert werden. So lebenswichtig dies im Ernstfall sein kann, wünschte der Oberarzt dennoch, dass den Besuchern diese Situation erspart bleibt.

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