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Aichach

29.12.2019

Mehr als 21 000 Euro für Menschen in Not

Das Aichacher Neujahrskonzert ist ein Highlight: Im vorigen Jahr sangen Iva Schell und Lars Redlich auch ein Lied aus der „West Side Story“.
Bild: Erich Echter

Kartei der Not hat heuer 23 Mal im nördlichen Landkreis geholfen. Möglich ist das auch Dank der Spender im Wittelsbacher Land. Beim Neujahrskonzert wird wieder gesammelt 

Unverschuldet in Not geraten – das kann schnell passieren und jeden treffen. Krankheit, Unfall oder der Verlust des Arbeitsplatzes sind einige Beispiele dafür. Die Kartei der Not steht seit 1965 den Menschen in der Region in ausweglosen Situationen zur Seite und leistet Hilfe – rasch, unbürokratisch und nachhaltig. Von den rund 2000 Bitten um Hilfe in diesem Jahr kamen allein aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitung, dem nördlichen Landkreis Aichach-Friedberg, 23 Hilfeanfragen. Insgesamt half die Kartei der Not dort mit genau 21 421,07 Euro.

Die Hilfeanfragen kamen in neun Fällen von Familien mit insgesamt 18 betroffenen Kindern. In zwölf Fällen war eine chronische Krankheit oder eine Behinderung zu bewältigen – manchmal auch beides gleichzeitig. So hat die Kartei der Not zum Beispiel den Einbau eines Aufzuges und den behindertengerechten Umbau von zwei Fahrzeugen bezuschusst und mit Beihilfen zum Beispiel den Kindern einen Ausflug oder die Mitgliedschaft in einem Verein ermöglicht. Großen Unterstützungsbedarf gibt es auch beim Wohnen. Sechsmal half die Kartei der Not bei den Energie- und Nebenkosten sowie Mietzahlungen, um zu verhindern, dass Menschen ihre Wohnung verlieren oder ohne Strom und Heizung sind. In zwei Fällen unterstützte sie akut beim Lebensunterhalt, also mit Lebensmitteln, Kleidung, Hygieneartikeln, Babybedarf und Ähnlichem.

Es gibt Einzelschicksale, bei denen man helfen muss

Arnd Hansen, Geschäftsführer der Kartei der Not und des Ellinor-Holland-Hauses, kennt viele solcher Fälle. „Es gibt auch in unserer Region so viele Einzelschicksale und Unglücke, die bewegen und bei denen man einfach helfen muss“, sagt er. „Wir freuen uns in der Kartei der Not deshalb sehr über jede Spende, weil unser Leserhilfswerk nur dank dieser Spenden wirklich die Not lindern kann.“

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Aus dem nördlichen Landkreis erhielt die Kartei der Not rund 27600 Euro von gut 210 Spendern. Darunter waren Unternehmen wie die Aindlinger Firma Lindermeir Bau GmbH mit einem größeren Betrag ebenso wie Privatleute. Anneliese Kaiser aus Petersdorf zum Beispiel wünschte sich zu ihrem 85. Geburtstag statt Geschenken Spenden für die Kartei der Not. Dabei kamen 400 Euro zusammen. So hatte sie es schon zu ihrem 80. Geburtstag gehalten und dem Hilfswerk einen stolzen Betrag zukommen lassen. Genau so machte es der Aindlinger Bürgermeister Tomas Zinnecker. Für sich selbst war sein einziger Wunsch zu seinem 60. Geburtstag Gesundheit. Etwa 250 Gäste feierten im Aindlinger Rathaus mit ihm und spendeten rund 2000 Euro. Er wolle, dass das Geld Menschen in Not in der Region zugutekommt, sagte Zinnecker damals. Er wisse, dass das bei der Kartei der Not der Fall sei.

Viele Spenden kommen aus dem Wittelsbacher Land

Die Singrunde Todtenweis stellt sich seit mehr als 30 Jahren mit ihrem Weihnachtskonzert in den Dienst der guten Sache. 600 Euro überreichte sie von ihrem Konzert 2018. Nicht nur mit einem Genuss für die Ohren, halfen Menschen aus dem Wittelsbacher Land, sondern auch für den Gaumen: Die Steaks, die sich die Besucher 2018 auf dem Hollenbacher Weihnachtsmarkt beim Fußball-Club Igenhausen (FCI) schmecken ließen, halfen der Kartei der Not. Sie durfte sich über den Erlös freuen: genau 279 Euro.

Beim Aichacher Stadtfest, bei dem die Aichacher Nachrichten zum Ritt auf dem elektrischen Bullen aufforderten, landeten 300 Euro in der Spendenbox. Von der Sparkasse Aichach-Schrobenhausen kam wie in den vergangenen Jahren eine Spende von 1500 Euro, weil das Geldinstitut auf Weihnachtsgeschenke verzichtet. 10500 Euro sind so schon zusammengekommen.

Bürgermeister Habermann: "Die 100 000 Euro machen wir auch noch voll."

Die Sparkasse unterstützt auch das Aichacher Neujahrskonzert, das Günter Schulzke heuer zum 15. Mal zugunsten der Kartei der Not organisiert hat. Mit den 4000 Euro erlös aus diesem Jahr sind insgesamt schon 52 000 Euro für Menschen in Not zusammengekommen. Bürgermeister Klaus Habermann sagte bei der Spendenübergabe augenzwinkernd zu Schulzke: „Die 100 000 Euro machen wir auch noch voll.“ Die Kartei der Not und die Empfänger der Spenden würde es freuen.

Das nächste Aichacher Neujahrskonzert findet am Freitag, 3. Januar, um 19 Uhr im Aichacher Pfarrzentrum statt. Bei der großen Gala der Tenöre erwartet die Besucher eine musikalische Reise durch „Bella Italia“ mit beliebten Opern- und Operettenmelodien sowie neapolitanischen Volksliedern.(AN)

Restkarten für das Neujahrskonzert am Freitag, 3. Januar, um 19 Uhr im Pfarrzentrum sind im Infobüro der Stadt Aichach am Stadtplatz 48, Telefon 08251/9020, erhältlich.

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