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Integration

30.05.2015

Mehr als nur Sprachunterricht

Dreimal pro Woche verwandelt sich das Gemeinschaftshaus in der Wohnanlage der Baugenossenschaft in der Reichenberger Straße in ein Klassenzimmer. Eirene Christopulu (links) unterrichtet dann zwölf Schüler mit Migrationshintergrund in Deutsch.
Bild: Gerlinde Drexler

Teilnehmer eines neuen Orientierungskurses lernen viel über das Leben in Deutschland und alles Nötige für den Alltag. Baugenossenschaft stellt Raum zur Verfügung

An drei Abenden in der Woche verwandelt sich das Gemeinschaftshaus der Wohnanlage der Baugenossenschaft Aichach an der Reichenberger Straße in ein Klassenzimmer. Dann besuchen zwölf Schüler mit Migrationshintergrund den Integrationskurs. Pro Abend sind es vier Schulstunden, insgesamt dauert der Kurs 100 Stunden.

Die Schüler drücken freiwillig dreimal pro Woche die Schulbank. Zumindest die, die aus einem europäischen Land kommen. „EU-Bürger können freiwillig daran teilnehmen. Wer nicht aus der EU kommt, ist verpflichtet, diesen Integrationskurs zu besuchen“, erläutert Eirene Christopulu, die Leiterin des Sprachinstituts Alterlingua aus Augsburg. Sie leitet den Kurs und ihre Schüler kommen unter anderem aus Rumänien, Brasilien oder Russland. Drei der Schüler sind minderjährig. Sie sind unbegleitete Flüchtlinge.

Gemeinsam haben sie alle, dass sie noch kein Deutsch können. Sie sind im Anfängerkurs, dem sogenannten Basiskurs. Auf ihn folgen die Aufbaukurse. Insgesamt läuft der allgemeine Integrationskurs über drei Jahre und besteht aus einem Sprachkurs mit 600 Unterrichtsstunden und einem Orientierungskurs mit 60 Stunden.

Mehr als nur Sprachunterricht

Der Orientierungskurs informiert die Teilnehmer über das Leben in Deutschland und vermittelt ihnen Wissen über die Rechtsordnung, die Kultur und die jüngere Geschichte des Landes. Im Sprachkurs lernen die Schüler den Wortschatz, den sie zum Sprechen und Schreiben im Alltag brauchen. Dazu gehören Kontakte zu Behörden, Gespräche mit Nachbarn und Arbeitskollegen, das Schreiben von Briefen und das Ausfüllen von Formularen.

Gefördert wird der Kurs durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Jeder Teilnehmer muss für 100 Schulstunden einen Beitrag von 120 Euro beisteuern. Die Integrationskurse bieten den Teilnehmern mehr als nur Sprachunterricht. „Sie bekommen sehr viel Landeskunde mit, wir machen Bewerbungstraining und helfen bei der Arbeitssuche, so die Kursleiterin.

Aber zurück zum Gemeinschaftshaus, das zeitweise zum Klassenzimmer umfunktioniert wird. Die Baugenossenschaft hat es dem Sprachinstitut zur Verfügung gestellt. „Mit 13 verschiedenen Nationalitäten in der Wohnanlage sind wir gerade prädestiniert, um hier zu unterstützen“, sagt Max Rössle, Geschäftsführender Vorstand der Baugenossenschaft. Deshalb sagte er auch sofort zu, als das Institut auf der Suche nach Räumen bei ihm vorsprach.

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