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Aichach

13.07.2019

Ministerin sieht in Sachen Digitales Luft nach oben

Judith Gerlach mit Peter Tomaschko (links) und Josef Dußmann.
Bild: Johann Eibl

Die Bayerische Ministerin für Digitales, Judith Gerlach, diskutiert in Untergriesbach über den Status Quo

Wer heute in einem Rathaus sein Anliegen vorbringen will, muss dort in der Regel ein Papierschnitzel ziehen. Auf dem ist verzeichnet, wann er in etwa aufgerufen wird. Dieses Prozedere schilderte Judith Gerlach, seit November 2018 Bayerische Staatsministerin für Digitales, bei einer Informationsveranstaltung in Aichach. Die CSU-Politikerin schloss daraus: „Wir bieten noch zu wenig Verwaltungsleistungen digital an. Da ist wirklich noch Luft nach oben.“

Die 33-jährige Würzburgerin, verheiratet und Mutter zweier Kinder, die seit Oktober 2013 dem Bayerischen Landtag angehört, betonte bei ihrem Vortrag im Gasthof Wagner in Untergriesbach am Donnerstagabend die Bedeutung ihres Ressorts. CSU-Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko hatte den Kontakt hergestellt. Dass man nun ein eigenes Ministerium für die Digitalisierung geschaffen hat, wertete er als Zeichen dafür, wie wichtig dieses Thema sei. Über 50 Interessenten folgten der Einladung des CSU-Ortsverbands Aichach. Nach den Ausführungen der Rechtsanwältin konnten sie Fragen stellen.

„Vielleicht haben wir Politik zu wenig erklärt in den letzten Jahren“, meinte die 33-Jährige und knüpfte daran die Forderung, Kanäle zu bilden, mit denen man die jungen Leute erreichen könne. „Vielleicht waren wir in der digitalen Welt nicht so unterwegs.“

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Ministerin spricht von enormen Herausforderungen

Wiederholt sprach sie von enormen Herausforderungen. Auf europäischer Ebene sollte man die Aufgaben lösen. Dann ging sie auf ihren Amtsbeginn ein, als sie an einem alten Holztisch drei Beamten gegenübersaß und die Frage stellte, wo denn der Rest bleibe. „Sie bauen das Ministerium auf“, hieß es zur Antwort. Mittlerweile ist sie die Chefin von rund 80 Mitarbeitern, wie Aichachs Altbürgermeister Heinrich Hutzler erfragt hatte; die Hälfte davon ist weiblich.

Dann streifte sie einige Eckpunkte der Digitalisierung, etwa die Virtual Reality: „Es ist wahnsinnig wichtig für den Wirtschaftsbereich geworden.“ Auf diese Weise könne man Auszubildende praxisnah an ihre späteren Aufgaben heranführen. „Ich möchte eine Bayern-App“, meinte Judith Gerlach mit Blick auf ihre Vorhaben. Verwaltungsleistungen müsste man per Handy erledigen können: „Da liegt die Zukunft.“

Derzeit laufe auf dem Gebiet in sieben Landkreisen ein Testverfahren. Grundsätzlich ist in Bayern noch einiges zu erledigen. Die Ministerin bezog sich dabei auf den Breitbandausbau und die Mobilfunkversorgung. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger lasse gerade ein Karte mit Funklöchern im Freistaat erstellen. Ein Homeoffice, aber kein Empfang – „das kann nicht sein“, betonte die Referentin und teilte dazu mit: „Wir geben 2,5 Milliarden Euro für den Breitbandausbau aus.“ Viele Kinder könnten mit den modernen Medien geschickter umgehen als ihre Lehrer, doch sie bräuchten auch eine Begleitung.

Mehr Personal für die Technik gefordert

Josef Dußmann, der Vorsitzende des CSU-Ortsverbands Aichach, eröffnete die Fragerunde. Als Realschullehrer in Schrobenhausen habe er 130 Rechner zu betreuen. Man sollte mehr Personal einstellen, das sich um die Technik kümmert, lautete seine Anregung. Die Ministerin antwortete darauf, sie habe in diesem Zusammenhang bereits an die Amtskollegen geschrieben, die in München für die Schulen und die Finanzen zuständig sind: „Es wird Zeit, dass das gelöst wird.“ Gertrud Hitzler, die Zweite Bürgermeisterin von Aindling, sprach die Fachschulausbildung an. Dort bekomme man nur noch Lehrer mit einer universitären Vorbildung.

Dazu konnte sich Gerlach nicht auf die Schnelle äußern, sie sagte aber zu, auf eine Anfrage per E-Mail zu antworten. Jedes Bundesland habe sein eigenes System bei der Digitalisierung, lautete eine weitere Anfrage. Dazu sagte Judith Gerlach: „Der Wettbewerb unter den Bundesländern ist gar nicht schlecht.“

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