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Aichach

26.07.2010

Mit Schreckschusspistole auf Diebestour gegangen

Mit einer Schreckschusspistole wollten zwei Aichacher 2009 auf einem Gelände eines Autohauses Reifen stehlen. Vor Gericht bekamen die jungen Männer nun die Quittung. Von Gerlinde Drexler

Mit einer Schreckschusspistole im Handschuhfach wollten zwei 27 und 22 Jahre alte Aichacher vom Gelände eines Autohauses Reifen stehlen. Eine Mitarbeiterin eines Sicherheitsdienstes vereitelte die Tat jedoch.

Der herbeigerufenen Polizei gestanden die beiden dann sogar einen anderen - erfolgreichen - Reifendiebstahl. Wegen Diebstahls und Sachbeschädigung verurteilte gestern das Jugendschöffengericht den heute 23-Jährigen zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe. Der 28-Jährige, dem die Waffe gehörte, bekam ein Jahr auf Bewährung.

Ziemlich zerknirscht wirkten die beiden gestern auf der Anklagebank. Nichtsdestotrotz sah Staatsanwalt Christian Hanft eine erhebliche kriminelle Energie bei beiden.

Mit Schreckschusspistole auf Diebestour gegangen

Mit dem Ziel, einen Satz Autoreifen zu stehlen, waren sie im Juli 2009 nachts auf das Gelände eines Autohauses in Meitingen gefahren. Die Nummernschilder an ihrem Fahrzeug hatten sie abmontiert. Einer Mitarbeiterin vom Sicherheitsdienst war das Fahrzeug allerdings aufgefallen. Er sei schwul und halte hier für ein Schäferstündchen mit seinem Freund an, versuchte der 28-Jährige, ihr die Anwesenheit auf dem Gelände zu erklären. Eine Behauptung, die die Frau nicht glaubte und deshalb die Polizei verständigte.

Die fand dann nicht nur die beiden geduldig wartenden Angeklagten vor, sondern im Handschuhfach des Wagens auch noch eine Schreckschusspistole. "An die habe ich wirklich nicht gedacht", beteuerte der 28-Jährige vor Gericht. Als sehr ruhig und überhaupt nicht aggressiv beschrieb ihn die Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes. "Ich habe mich zu keiner Zeit bedroht gefühlt." Das ebenfalls sichergestellte Funkgerät habe er nur an diesem Tag auf die Frequenz des Polizeifunks eingestellt, sagte der 23-Jährige aus.

Bei der Vernehmung der Angeklagten erlebten die Polizisten dann eine Überraschung. Unaufgefordert gestanden beide einen Reifendiebstahl, den sie ein gutes Jahr vorher bei einem Gebrauchtwagenhändler begangen hatten. Dort hatte der 28-Jährige ein Auto aufgebockt, die vier Räder abmontiert und seinem Komplizen über den Zaun gereicht. Weil dabei auch noch Sachschaden von rund 2000 Euro entstand, belief sich der Schaden auf rund 4600 Euro. "Wenn sie uns nicht den Hinweis gegeben hätten, wären wir nicht darauf gekommen", sagte der Polizeibeamte aus.

Eine Tatsache, die sowohl Staatsanwalt Hanft als auch Dieter Gockel, Vorsitzender des Schöffengerichts, den Angeklagten zugutehielten. Gegen die beiden sprach die relativ professionelle Ausführung des Diebstahls sowie der erhebliche Schaden. Dass er die Waffe nicht einsetzen wollte, glaubte Gockel dem 28-Jährigen. Der stand zum Tatzeitpunkt jedoch wegen eines anderen Diebstahls noch unter offener Bewährung.

Als treibende Kraft verurteilte Gockel ihn zu einem Jahr auf Bewährung. Außerdem muss er 2400 Euro an die Sozialstation Friedberg zahlen. "Die kleinste Straftat, dann sind Sie im Knast", ermahnte Gockel ihn. Der 23-Jährige bekam eine sechsmonatige Bewährungsstrafe und muss 1200 Euro zahlen. Das Jugendschöffengericht blieb damit unter der Forderung des Staatsanwaltes, der acht Monate auf Bewährung beziehungsweise eine einjährige Haftstrafe gefordert hatte. Von Gerlinde Drexler

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