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Obergriesbach

22.07.2010

Mit dem Rad und virtuell auf dem Weg nach Istanbul

Mit dem Rad und virtuell auf dem Weg nach Istanbul
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Mit dem Rad und virtuell auf dem Weg nach Istanbul

Simone und Anton Ochsenkühn aus Obergriesbach wollen mit dem Drahtesel in die Türkei. Etwa sechs Wochen soll es dauern. Von Nina Probst und Christian Lichtenstern

Obergriesbach Auf dem Marienplatz in München treten sie morgen in die Pedale. Am Samstag starten Simone und Anton Ochsenkühn aus Obergriesbach auf dem Fahrrad ihre Reise gen Südosten. Ihr Ziel ist die Türkei, genauer: Istanbul. Der Grund für eben dieses Reiseziel? "Istanbul ist die Kulturhauptstadt 2010 und außerdem lieben wir die Türkei", erklärt Simone Ochsenkühn.

2500 Kilometer insgesamt bewältigen

Das Ehepaar will mit seiner Tour über rund 2500 Kilometer in sechs Wochen die deutsch-türkische Freundschaft unterstützen, den eigenen Körper austesten und hat auch ein geschäftliches Ziel. Ein virtuelles Reisetagebuch soll die Verlagsbranche ein Stück weit revolutionieren.

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Wer will, kann die beiden Radler auf ihrer Reise nämlich ohne Schweißvergießen begleiten - auf einer Seite im Internet oder (noch moderner) über ein "App" mit allen Anwendungen auf den mobilen Telekommunikationsendgeräten iPhone oder iPad. Das beruflich mit Apple-Themen verbandelte Paar hat schon im Vorfeld der Reise die virtuelle Fangemeinde nahezu an jedem Trainingskilometer, am Bruch des Fahrradständers ("Desaster bei der Testfahrt") und der Wahl der idealen Radlbrille teilhaben lassen. Und die App-Community wartet offensichtlich gespannt, was es unterwegs zu sehen, hören und erfahren gibt.

Das ist jedenfalls den Kommentaren aus ganz Deutschland zu entnehmen. Mit einem täglichen "Update" werden Tourdaten, Berichte, Übersichtskarten (Satellit), Bilder und Videos heruntergeladen und die Beobachter und Nichtradler können von zu Hause aus kommentieren - die Radler können antworten.

An der Adria entlangfahren

Die beiden Obergriesbacher haben nicht die übliche "Donau-Radroute" gewählt, die schon von einigen anderen befahren wurde, sie ist den beiden zu flach. Sie wollen an der Adria entlangfahren, über Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Mazedonien und Griechenland in die Türkei. Neue Länder zu sehen, reizt die zwei Obergriesbacher. Obwohl das nicht ganz risikofrei ist. Der Verkehr dort sei ziemlich wild, weiß Simone Ochsenkühn. Außerdem hat sie ein wenig Angst davor, auf dem Balkan überfallen zu werden.

Richtig vorbereiten konnten sich die Ochsenkühns nicht. Im vergangenen Jahr waren sie zu Fuß unterwegs auf dem Franziskusweg von Assisi nach Rom und haben ein Buch darüber geschrieben (wir berichteten).

Beim Sport-Scheck-Lauf in München sind sie beim Halbmarathon mitgelaufen und an Wochenenden waren sie seit dem Frühsommer öfters mit dem Fahrrad unterwegs, immer so etwa 200 Kilometer. "Wenn man das dann fährt, merkt man, dass man es schaffen kann", erzählt Simone Ochsenkühn.

Zelt, Klamotten und Essensnotration

Gepäck satteln die beiden Radler natürlich auch auf. Ein Zelt, falls man keine Unterkunft findet, Klamotten und eine Essensnotration. Mit 30 Kilo pro Rad werden Simone und Anton Ochsenkühn ihre Reise antreten. Auch über das Wetter haben sie sich informiert und erwarten sommerliche Temperaturen wie hier in Deutschland.

Auf ihrer Tour nach Istanbul haben sie sich 60 bis 80 Kilometer pro Tag vorgenommen. Aber sie haben nicht vor, das jeden Tag durchzuziehen. Auch Pausen sind geplant. In Istanbul wollen sie in etwa sechs Wochen ankommen, das genaue Ende der Reise ist jedoch offen. In der türkischen Großstadt werden sie dann vom Stadtrat persönlich und vom türkischen Fernsehen in Empfang genommen, erzählt Simone Ochsenkühn.

Wirklich allein sein wird das Ehepaar auf seiner Reise allerdings nicht. Durch den kostenlosen "App" mit dem Namen "Leben atmen" auf iPhone und iPad können ihre Etappen in Text, Bild und Videos auf der ganzen Welt von Besitzern von Smartphone und der neuen "Wunderflunder" verfolgt werden.

Der Aufwand hat einen geschäftlichen Hintergrund. Das Ehepaar ist im EDV-Bereich tätig, betreibt einen Verlag und hat schon mehrere Bücher für iPhone-Nutzer geschrieben. Jetzt wollen sie beweisen, dass sie in der Lage sind, auch einen eigenen "App" zu kreieren und wollen täglich von ihren Erlebnissen und Emotionen zu berichten. Von Nina Probst und Christian Lichtenstern

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